SC Weiche Flensburg 08
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  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – TSV Havelse 0:2 (0:1)

Am 20. Spieltag der Regionalliga Nord musste der SC Weiche Flensburg 08 gegen den TSV Havelse eine 0:2-Heimniederlage hinnehmen. Bei windig-kaltem, immerhin trockenem Novemberwetter bot dieser zweite Heimauftritt in Folge den 646 Zuschauern am Sonnabendnachmittag im Manfred-Werner-Stadion nur wenig Erwärmendes. Besonders die letzte halbe Stunde, als unsere Mannschaft keine spielerischen Lösungen gegen eine gerade im defensiven Zentrum sehr starke Gäste-Elf mehr fand, sorgte für Ernüchterung auf Flensburger Seite. Konnten die Garbsener mit dem schon sechsten Sieg auf fremden Plätzen erneut ihre Auswärtsstärke demonstrieren, so gab es für die Fördestädter nach zuletzt sieben Heimsiegen in Folge erstmals wieder eine Pleite. Der Ex-Zweitligist konnte sich damit für die 0:2-Hinspielniederlage revanchieren und im 16. Duell zwischen beiden Kontrahenten bei fünf Flensburger Erfolgen den sechsten Sieg feiern.

 

Gegenüber dem 4:1-Heimsieg gegen den Hannoverschen SC vor sieben Tagen nahm Trainer Daniel Jurgeleit zwei Änderungen in der Startelf vor. Für die verletzt fehlenden Ilidio Pastor Santos und Dominic Hartmann begannen Finn Wirlmann und Casper Olesen. So sortierte sich unsere Mannschaft vor Torhüter Florian Kirschke in einem 4-3-3-System, bei dem Torge Paetow (rechts), Jovan Vidovic, Angelos Argyris (beide zentral) und Christian Jürgensen die Abwehr bildeten. Im Mittelfeld übernahmen Finn Wirlmann und Jonas Walter den defensiven sowie Casper Olesen den offensiven Part. Wie zuletzt liefen Fabian Graudenz (rechts), Tim Wulff (zentral) und Marvin Ibekwe (links) im Angriff auf. Nach einer Stunde kam Kevin Njie für Finn Wirlmann, womit Torge Paetow ins Mittelfeld ging. Dann ersetzte Gökay Isitan nach langer Verletzungspause positionsgetreu Casper Olesen hinter den Spitzen. Schließlich wurde Jonas Andersen als weiterer Stoßstürmer für Jonas Walter eingewechselt, weshalb Fabian Graudenz aus der vordersten Reihe zurück ins Mittelfeld beordert wurde. Auf der Bank blieben Ersatztorhüter Raphael Straub, Ture Blaue, Patrick Thomsen, Julian Stöhr und Tayfun Can. Nicht im 19er Kader des Spieltages standen neben den verletzt fehlenden Ilidio Pastor Santos und Dominic Hartmann (beide mit Bänderproblemen) die noch immer nicht voll einsatzfähigen Nedim Hasanbegovic und Kevin Schulz sowie Florian Meyer.

 

Nach einer von beiden Seiten intensiv geführten Anfangsphase ohne Strafraumszenen konnten die Gäste gleich mit dem ersten Abschluss in Führung gehen. Der hinter der Spitze agierende Cicek kam nach Zuspiel von Damer von der rechten Außenlinie aus leicht rechter Position, gut 22 Meter vor dem Tor, zum Abschluss. Rechts neben dem Pfosten schlug der tückische Aufsetzer ein (15.).

 

Von diesem Gegentreffer erholte sich unsere Mannschaft rasch. Nach einem ersten Abschluss von Marvin Ibekwe, der den gegnerischen Kasten deutlich verfehlte (16.), erarbeitete sie sich eine Reihe guter Möglichkeiten. Sie übernahm zunehmend das Kommando, freilich ohne extreme Dominanz ausüben zu können. Die Kugel flipperte nach einem weiten Einwurf von Torge Paetow im Strafraum der Niedersachsen, doch kein Flensburger kam zum Abschluss, wobei am ehesten Christian Jürgensen die Chance gehabt hätte (22.). Der Ausgleich war eigentlich fällig, als Marvin Ibekwe, von Tim Wulff in Szene gesetzt, mit Schnelligkeit auf halblinks davon zog und den Ball mit dem rechten Außenspann in Richtung des zweiten Pfostens bugsierte, wobei die Genauigkeit fehlte, Casper Olesen konnte die Kugel nicht über die Linie drücken, und der Nachschuss von Fabian Graudenz wurde in höchster Not geblockt (23.). Dann hatte der sonst sicher wirkende Torhüter-Oldie Dlugaiczyk mächtige Probleme mit dem aus gut 25 Metern direkt getretenen Freistoß von Jonas Walter, den er abklatschen lassen musste, doch kein Flensburger war rechtzeitig zum Nachsetzen zur Stelle (30.). Nach starker Vorarbeit von Fabian Graudenz über die rechte Seite traf Marvin Ibekwe im Zentrum den Kasten per Direktabnahme nicht (34.). Bei der größten Chance nach einem Eckstoß von Jonas Walter wurde der Schuss von Casper Olesen geblockt und im Anschluss von Tasky von der Linie geköpft (36.). Das hätte der Ausgleich eigentlich sein müssen! Stattdessen landete noch ein Freistoß von Casper Olesen auf dem Querbalken (43.).

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ließ Weiche erneut gute Chancen liegen. Nach einer Flanke von Torge Paetow von rechts parierte Torhüter Dlugaiczyk den Kopfballaufsetzer von Tim Wulff mit starker Parade, und die Gäste überstanden auch die nachfolgende Strafraumsituation (50.). Danach ließ die Qualität der Flensburger Möglichkeiten allerdings deutlich nach. Den nächsten Kopfball von Tim Wulff nach Eckstoß von Jonas Walter von rechts pflückte sich der Garbsener Torhüter sicher (63.), kurz darauf wurde Torge Paetow im Strafraum noch geblockt (65.). Doch das Spiel unserer Mannschaft verlor – zumal nach der Auswechslung des kompletten Mittelfeldes der Startformation – mit zunehmender Spielzeit deutlich an Struktur und Ordnung. Zwar mühte sich Weiche weiterhin, warf alles nach vorn, aber selbst die letzten beiden Möglichkeiten waren dann nicht mehr hochkarätig. Beim Freistoß von Gökay Isitan von halbrechts kam der ebenfalls eingewechselte Jonas Andersen am zweiten Pfosten zum Kopfball, doch der Winkel war zu spitz und Torhüter Dlugaiczyk zur Stelle (83.). Der Wächter parierte mit dem Schlusspfiff auch einen Schuss von Fabian Graudenz von der Strafraumgrenze, der fast wie ein Pressschlag zuvor bereits sein Tempo eingebüßt hatte (90.+4). Zu jenem Zeitpunkt war die Entscheidung mit dem zweiten Gästetreffer allerdings schon gefallen. Der eingewechselte Langfeld nutzte nach dem weiten Abstoß des SC-Torhüters Florian Kirschke das gewonnene Kopfballduell von Fölster kurz hinter der Mittellinie, indem er in den freien Raum in der Angriffszentrale lief und den Flensburger Schlussmann gut 20 Meter vor dem Tor zum 0:2 überlupfte (89.).

 

Der zweite Treffer der Gäste kam zu jenem Zeitpunkt nun nicht mehr überraschend. Die Garbsener hatten sich zuvor nach ihrem Führungstor aus der 15. Minute nach langer Pause im Spiel zurückgemeldet, als der Schuss von Plume unserem Torhüter Florian Kirschke Probleme bereitete, doch Jaeschke im Nachsetzen an der Flensburger Nummer 1 scheiterte (60.). Diese Aktion war der Ausgangspunkt dafür, dass sich der TSV in der zweiten Halbzeit Chancenvorteile erspielen konnte. Torjäger Jaeschke, der sich wenig zuvor nicht ins Eins-gegen-Eins-Duell mit Angelos Argyris getraut hatte, verfehlte bei einem weiteren Konter mit seinem Schuss das Ziel (68.), dann verpasste er im Zentrum das Leder, als Plume über rechts Langfeld geschickt hatte (78.). Schließlich scheiterte Jaeschke nochmals von halbrechts in aussichtsreicher Position an Florian Kirschke (79.). In jener Phase lief auf Flensburger Seite schon nicht mehr viel zusammen.

 

Die beste Note bei unserer Mannschaft konnte sich Torge Paetow verdienen. Am ehesten erreichten dann noch Jovan Vidovic und Christian Jürgensen Normalform. Erfreulicherweise konnte der lange verletzte Gökay Isitan erstmals wieder ein paar Einsatzminuten sammeln. Beim Kontrahenten waren die kopfball- und zweikampfstarken Innenverteidiger Sonnenberg und Tasky sowie davor Fölster und Plume als wichtige Korsettstangen die auffälligsten Spieler. Insgesamt konnte Havelse mit kompaktem Auftreten überzeugen, wozu beispielsweise auch beide Außenverteidiger Kina (rechts) und Engelking (links), die einzige echte Sturmspitze Jaeschke oder der eingewechselte Langfeld beitrugen.

 

Weiter geht es am kommenden Sonnabend, 30. November 2019. Dann gastiert unsere Mannschaft ab 15 Uhr in den Waldsportstätten beim BSV Schwarz-Weiß Rehden. Der Kontrahent aus dem niedersächsischen Landkreis Diepholz kann als eine positive Überraschung der bisherigen Saison angesehen werden, der nicht nur im Hinspiel Weiche mit einem 2:0-Sieg im Manfred-Werner-Stadion überraschte, sondern dann auch daheim den VfB Lübeck mit 1:0 besiegte. Die Heimspiele scheinen allerdings nicht unbedingt die herausragende Stärke der recht erfahrenen und international aufgestellten Mannschaft zu sein. Bei neun Partien vor eigenem Publikum gelangen lediglich drei Siege bei ebenso vielen Remis und Niederlagen. Auswärts hingegen können die Rehdener offenbar ihre Unbequemlichkeit voll ausspielen. Hier zählen sie zu den erfolgreichsten Vertretungen der Liga, was unsere Mannschaft eben an jenem 10. August 2019 bei der 0:2-Niederlage schmerzhaft zu spüren bekam. In der Vergangenheit fiel der BSV durch eine hohe Spieler- und Trainerfluktuation auf. So haben schon die jetzigen Flensburger Kevin Njie und Julian Stöhr in der kleinen niedersächsischen Samtgemeinde, die rund 2.200 Einwohner zählt, gekickt. Eine stabile Größe stellt inzwischen der wohl bekannteste Akteur der Schwarz-Weißen dar: Der Ex-Profi Addy-Waku Menga spielt nun bereits seine dritte Saison im Rehdener Trikot. Obgleich er Kapitän ist, hat er nur noch wenige Einsätze über volle 90 Minuten. Die Quote mit acht Treffern zeigt aber, dass der kongolesische Ex-Nationalspieler den Torinstinkt mit seinen 36 Lebensjahren nicht verloren hat.

 

Weiche: Kirschke – Paetow, Vidovic, Argyris, Jürgensen (Kap.) – Wirlmann (60. Njie, V), Walter (V/76. Andersen) – Olesen (70. Isitan, V) – Graudenz, Wulff, Ibekwe.

 

Tore: 0:1 Cicek (15.), 0:2 Langfeld (89.).

 

Zuschauer: 646 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Felix Bickel (SSV Vorsfelde/Wolfsburg), mit guter Spielleitung; lag in der Zweikampfbewertung zumeist richtig; gab fünfmal „Gelb“ (Walter nach Foul an Langfeld, 72.; Njie nach Foul an Fölster, 78.; Isitan nach Foul an Jaeschke, 83./Sonnenberg nach Foul an Olesen, 42.; Plume nach Foul an Argyris, 62.).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des TSV Havelse, Jan Zimmermann, begann seine Einschätzung mit der Aussage, er habe seiner Mannschaft schon 3-, 4mal in der Saison gesagt, er würde nach einem Spiel gern zu Protokoll geben wollen, dass seine Mannschaft vielleicht nicht die bessere gewesen sei, aber Glück gehabt habe und man sich über drei Punkte freuen könne. Heute nun würde er sagen: „Wir waren vielleicht nicht die bessere Mannschaft, haben auch Glück gehabt und freuen uns über drei Punkte.“ Wenn man in Flensburg gewinnt, braucht man Glück und Überzeugung. Das habe seine Mannschaft heute gehabt, zudem eine gute Mentalität. „Wir spielen eigentlich eine gute Saison, die wir mit diesem Auswärtssieg krönen.“ Wenn man das eine oder andere Mal Ähnliches hätte sagen können, würde man tabellarisch vielleicht weiter oben stehen. „Aber: Wir sind super zufrieden und freuen uns jetzt auf die weite Heimreise.“

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit sprach davon, dass man enttäuscht und unzufrieden sei. Man habe die Aufgabe nicht erledigt. Gegen Havelse habe man ein intensives Spiel erwartet; der Gegner spiele aus einer guten Ordnung und trete kompakt auf. Man habe vor dem Torschützen Cicek, der einen guten linken Fuß hat, gewarnt und dürfe ihn nicht schießen lassen. So fiel das 0:1 aus dem Nichts. Dagegen sei man angegangen, aber der Torwart hat auch gut aufgepasst, etwa bei den weiten Einwürfen. Es habe in der ersten Halbzeit die allerletzte Entschlossenheit gefehlt. Im Prinzip sei es auch in der zweiten Halbzeit so weitergegangen. Das zweite Gegentor sei ebenso unglücklich gefallen. Abschließend meinte unser Trainer: „Die Jungs wollten unbedingt gewinnen, doch es fehlte die letzte Entschlossenheit. Meine Aufstellung passte nicht ganz. Nun müssen wir damit klarkommen. Wir haben geglaubt, dass wir wieder in der Spur sind. So wird es aber sehr wahrscheinlich das eine oder andere Spiel noch dauern.“

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