SC Weiche Flensburg 08
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Nach Halbzeitdonner zum Auswärtssieg

  Spielinfo

VfB Oldenburg – SC Weiche Flensburg 08 3:4 (2:0)

 

Am 34. und letzten Spieltag der Regionalliga Nord der Saison 2018/19 kam der SC Weiche Flensburg 08 am Sonntagnachmittag beim VfB Oldenburg zu einem 4:3-Auswärtssieg. In einer ereignisreichen Partie drehte unsere Mannschaft im Aufeinandertreffen der beiden Liga-Remiskönige einen 0:2-Pausenrückstand. Mit dem Donner zum Halbzeitgewitter wurde nicht nur der Sonnenschein vom Regen aus dem Stadion am Marschweg verdrängt, sondern auch die Kräfteverhältnisse auf dem Platz änderten sich gravierend. Die 1.417 Zuschauer, darunter 17 Flensburger Fans und der aus Meppen angereiste René Guder, sahen im Stadion am Marschweg ein munteres und abwechslungsreiches Spielchen mit sieben Treffern. Dabei hatte SC-Trainer Daniel Jurgeleit sieben Tage vor dem Landespokalfinale gegen den VfB Lübeck einigen Stammspielern eine Pause gegönnt. Dennoch gelang dem Gastgeber auch im siebenten Heimspiel gegen Weiche kein Sieg. Vielmehr konnten die Fördestädter neben vier Unentschieden zum dritten Mal mit allen drei Punkten aus dem Marschwegstadion die Heimreise antreten.

 

Trainer Daniel Jurgeleit schonte einige zuletzt angeschlagene Spieler und nutzte die Breite seines Kaders, um am letzten Punktspieltag Akteuren Einsatzzeiten zu geben, die zuletzt kaum zum Zuge gekommen waren. Aus der Anfangsformation von der Partie gegen den VfB Lübeck (0:0) blieben nur vier Akteure übrig: Kevin Njie, Patrick Thomsen, Torge Paetow und Ilidio Pastor Santos. So lief eine doch erheblich veränderte Elf auf. Vor Torhüter Raphael Straub spielten Kevin Njie (rechts), Patrick Thomsen (zentral) und Hendrik Ostermann (links) in der Dreierkette. In der Mittelfeldzentrale agierten Torge Paetow, Finn Wirlmann und – etwas offensiver – Jannick Ostermann. Ilidio Pastor Santos (rechts) und erstmals nach längerer Pause Jannis Pläschke (links) besetzten die Außenbahnen. Tim Wulff und Kevin Schulz bildeten die Doppelspitze. Zur Pause kam Marvin Ibekwe für die rechte Außenbahn. Ilidio Pastor Santos ging für den aus dem Spiel genommenen Kevin Njie auf die Position hinten rechts zurück. Außerdem tauschten Finn Wirlmann und Patrick Thomsen ihre Positionen. Später wurden Dominic Hartmann und Gary Noël eingewechselt. Den 18er Kader vervollständigten Torhüter Florian Kirschke, Leon Pascal Kroiß, Christian Jürgensen und Gökay Isitan. Nach Trainingsrückstand bzw. aus Verletzungsgründen und zur Schonung waren neben Nedim Hasanbegovic und Joël Keller auch Jonas Walter, Florian Meyer, Nico Empen und Jannik Drews gar nicht erst im Kader.

 

Nach der Verabschiedung von gleich acht VfB-Spielern – darunter des 90 Minuten lang auf der Bank schmorenden Ex-Flensburgers Angelos Argyris – schien die Partie anfangs ein lauer Sommer-Kick zu werden. Die Gastgeber überließen den Flensburgern bereitwillig den Ball und erwarteten die Fördestädter in der eigenen Hälfte. Zug zum Tor entwickelte Weiche aus dem Ballbesitz nicht. So buchten die eigentlich verhalten agierenden Oldenburger die ersten Abschlüsse. Doch sowohl Celikyurt (6.) als auch Saglam (10.) verfehlten aus der Distanz deutlich. Nach Vorarbeit von Makangu auf Linksaußen hinderte Torge Paetow den im Zentrum heraneilenden Lukowicz im letzten Moment am Abschluss, der dadurch den Kasten verfehlte. Doch nach dem folgenden Eckstoß von links war es passiert. Die unsortierte Flensburger Defensive bekam den Ball nicht geklärt, Siala netzte aus elf Metern ein (18.). Und die Tormusik aus den Stadionlautsprechern war kaum verklungen, da stand es sogar 2:0. Auf der rechten Seite kam Lukowicz unbedrängt zur Eingabe, im Zentrum traf Temin, ebenfalls kaum gestört (20.).

 

Unsere Mannschaft wunderte sich wohl, mit welcher Effizienz der VfB sein Werk verrichtete. Nach vorn lief bei Weiche aber auch weiterhin wenig zusammen. Nach einem Freistoß von Hendrik Ostermann von der rechten Seite köpfte Tim Wulff ins Zentrum, fand damit aber keinen Abnehmer (24.). Torge Paetow jagte einen zweiten Ball über den Kasten (32.). Etwas gefährlicher wurde es, als sich Tim Wulff nach einem langen Ball von Torge Paetow auf rechts gegen Saglam durchsetzte, dann quer auf Kevin Schulz legte, doch der Abschluss verfehlte das Tor deutlich (37.). Und als Finn Wirlmann über rechts Ilidio Pastor Santos freispielte, kam die halbhohe Eingabe im Zentrum nicht an (45.+2). Die Gastgeber gerieten so kaum in Gefahr und hatten selbst noch eine Chance, als Makangu nach einem Eckstoß von rechts überrascht wurde und den Kasten verfehlte (30.). Mit einem heftigen Gruß vom donnernden Himmel wurden die Aktiven in die Pause begleitet.

 

Unsere Mannschaft stellte zur zweiten Halbzeit vor allem auf der rechten Seite um. Und hier tat sich zunächst eine riesige Lücke auf. Makangu war enteilt, wurde überhaupt nicht angegriffen und stand plötzlich frei vor Raphael Straub. Der SC-Torhüter behielt die Nerven und unsere Mannschaft mit seiner Parade im Spiel (49.). Ein 0:3-Rückstand wäre an diesem Tage wohl der K.-O.-Schlag gewesen. Die mitgereisten Flensburger Fans spürten das, forderten für alle im Stadionrund laut vernehmbar: „Wir wollen Euch kämpfen sehen!“ Zur Hilfe kam ein fataler Fauxpas der Gastgeber, als der rechte Innenverteidiger Erdogan auf der Gegenseite patzte. Seinen viel zu schwachen Rückpass erlief sich Jannis Pläschke auf halblinks, der quer auf Marvin Ibekwe legte, und der Ex-Hildesheimer versenkte die Kugel ins lange Eck zum Anschlusstreffer (51.). Nur wenig später marschierte Torge Paetow energisch durch das Mittelfeld, steckte dann zu Marvin Ibekwe durch, der knapp vor Torhüter Pöpken die Kugel zum 2:2-Ausgleich einnetzte (56.). Mit einem Doppelschlag war der Ausgleich geschafft.

 

Es folgte ein relativ offenes Spiel mit Szenen hüben wie drüben. Einen Freistoß von Finn Wirlmann parierte VfB-Torhüter Pöpken (58.) wie auch einen flatternden Schuss von Tim Wulff (64.). Auf der Gegenseite senkte sich ein Freistoß von Saglam von der rechten Strafraumkante auf die Latte (62.), dann war Raphael Straub beim Schuss von Lukowicz mit den Fäusten zur Stelle (64.). Bei der größten Chance der Gäste lenkte Pöpken die Kugel an den Pfosten, nachdem Finn Wirlmann bei einem Freistoß geschickt Torge Paetow über links eingesetzt, dieser ins Zentrum gespielt und Patrick Thomsen vom Elfmeterpunkt flach abgeschlossen hatte (65.). Doch die Gästeführung war damit nur aufgeschoben. Nachdem Marvin Ibekwe auf links Finn Wirlmann eingesetzt hatte, verlängerte Kevin Schulz die Eingabe ins Netz (66.). Und Marvin Ibekwe servierte von links gleich eine weitere Flanke, die Tim Wulff gegen die Laufrichtung des Torhüters mit dem Kopf zum 2:4 versenkte (73.). Allerdings hatte dann der eingewechselte P.Richter über rechts zu viel Platz; auch Makangu war im Zentrum kaum bedrängt, netzte zum 3:4-Anschluss ein (76.). Es war ein Tag der offenen Tür, weil es beiderseits an Abwehrkonsequenz mangelte.

 

In der Schlussviertelstunde suchten die Niedersachsen verstärkt die Offensive. Doch sie mussten immer wieder aufpassen, weil unsere Mannschaft viel Platz zum Kontern hatte. So musste beim Flensburger Anhang nur noch einmal tief durchgeatmet werden, als Lukowicz nach einem Eckstoß frei zum Abschluss kam, doch aus 14 Metern von halblinks den Kasten verfehlte (90.). Torhüter Pöpken parierte auf der Gegenseite den Schuss von Tim Wulff (82.) und hatte Glück, als Marvin Ibekwe mutig direkt abschloss und deutlich verzog, nachdem sich zuvor der eingewechselte Gary Noël einen weiten Schlag von Jannick Ostermann erlaufen und dann zu seinem Mitspieler gepasst hatte (90.+2). So blieb es beim letztlich verdienten 4:3-Auswärtssieg der Gäste.

 

Beim VfB Oldenburg zählten Außenstürmer Lukowicz und der einzige „echte“ Angreifer Makangu zu den auffälligsten Akteuren. Evers als defensiver und Siala als offensiver Mittelfeldspieler konnten ebenso gefallen. Aus unserer Mannschaft konnte sich Torge Paetow als unermüdlicher Läufer die beste Note verdienen. Zu den Leistungsträgern zählten auch Patrick Thomsen und Finn Wirlmann. Einen deutlichen Gewinn brachte indes die Einwechslung von Marvin Ibekwe, der in seinen 45 Minuten zwei Treffer selbst erzielte, einen auflegte und bei einem weiteren der Wegbereiter war. Mit seiner Schnelligkeit war er vom VfB nicht zu halten.

 

Im letzten Saisonspiel unserer Mannschaft steht dann am kommenden Sonnabend, 25. Mai 2019, ab 16.15 Uhr das mit Spannung erwartete Landespokalfinale gegen den VfB Lübeck an. Das Endspiel am „Finaltag der Amateure“ (live in der ARD) scheint völlig offen zu sein, obgleich die Partie auf der Lübecker Lohmühle ausgetragen und unsere Mannschaft auf den daheim in der Liga unbezwungenen Vizemeister der Regionalliga treffen wird. Zweifellos haben die Hansestädter eine außergewöhnlich starke Saison gespielt. Insbesondere ihr Defensivverbund hat große Qualität, zumal die Innenverteidiger bei Standardsituationen auch noch für Treffer und Torgefahr verantwortlich sind. Aber Weiche hat in jüngerer Vergangenheit oft genug gezeigt, solchen Situationen gewachsen zu sein. Nicht zuletzt kann unsere Mannschaft mit dem Selbstvertrauen eines Pokalverteidigers antreten, der im Viertelfinale der vergangenen Saison auf der Lohmühle mit 6:4 nach Elfmeterschießen (3:3 n. V.) gewann und in dem Wettbewerb seit dem 20. August 2016 (!) nicht mehr verloren hat. Jüngst trennten sich die Rivalen in der Liga 0:0-unentschieden. So darf erwartet werden, dass die bessere Tagesform und vielleicht auch das „Spielglück“ den Ausschlag geben werden – ob nach 90 oder 120 Minuten oder vielleicht auch erst nach einem Entscheidungsschießen vom Elfmeterpunkt.

 

Weiche: Straub – Njie (46. Ibekwe), Thomsen, H. Ostermann (V) – Pastor Santos, Paetow (Kap./V), Wirlmann (V), J. Ostermann, Pläschke – Wulff (90.+1 Noël), K. Schulz (81. Hartmann).

 

Tore: 1:0 Siala (18.), 2:0 Temin (20.), 2:1 Ibekwe (51.), 2:2 Ibekwe (56.), 2:3 K. Schulz (66.), 2:4 Wulff (73.), 3:4 Makangu (76.).

 

Zuschauer: 1.417, darunter 17 Flensburger, im Stadion am Marschweg, Oldenburg.

 

Schiedsrichter: Timo Hippel (DJK Germania Blumenthal/Bremerhaven), hatte die Partie im Griff, wobei er immerhin sechs Verwarnungen – gerecht verteilt und allesamt gerechtfertigt – geben musste.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit zeigte sich letztlich zufrieden. „Wenn man 0:2 hinten liegt, dann hat man es in der ersten Halbzeit nicht ganz so gut gemacht“, begann er mit seinen Ausführungen. „Wir wollten stabil stehen und auf Fehler warten, haben die dann aber selbst gemacht“, erzählte er. „Dann steht es 2:0 für Oldenburg und vom Gefühl her ist auch ein 4:0 oder 5:0 drin“, fuhr er fort. Zur Halbzeit sei dann an der Aufstellung einiges geändert worden, und so sei seine Mannschaft zurückgekommen. „Wenn man vier Tore auswärts schießt, dann hat man sicherlich nicht ganz unverdient gewonnen“, so unser Trainer abschließend.

 

Der Trainer des VfB Oldenburg, Marco Elia, war sichtlich enttäuscht. „Wir haben eine klasse erste Halbzeit gespielt. Wir waren sehr diszipliniert, wollten auf Fehler warten, die dann auch kamen und haben diese ausgenutzt.“ Seine Elf wollte sich von Flensburg nicht locken lassen, da bekannt sei, dass Weiche eine clevere Mannschaft habe, die auf solche Fehler des Gegners wartet. „Wir müssen gleich nach der Pause das 3:0 machen, als der Flensburger Torwart hielt, und im Gegenzug machen wir den Fehler“, beklagte er sich. Weiter führte der VfB-Trainer aus: „Wir waren dann zwischenzeitlich komplett aus dem Spiel, hatten dennoch unsere Chancen, kriegen das 2:3 und 2:4 und kommen noch einmal zum 3:4 heran. Am Ende hat es nicht gereicht. Dabei wollten wir uns mit einem Sieg verabschieden.“

 

 

Weitere Stimme:

 

Der lange verletzte Jannis Pläschke meinte zu seiner eigenen Leistung: „In der ersten Halbzeit habe ich noch ein paar Fehler gemacht. Aber ich wollte zeigen, dass ich nicht ganz blind bin. In der zweiten Halbzeit lief es dann besser. Nur ein Tor hätte ich gern noch geschossen.“

 

 

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