SC Weiche Flensburg 08
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Müde Flensburger bauen Serie aus

  Spielinfo

1. FC Phönix Lübeck – SC Weiche Flensburg 08 0:1 (0:0)

Der SC Weiche Flensburg 08 bleibt auch nach dem 5. Spieltag der Nord-Gruppe der Regionalliga ohne Punktverlust Tabellenführer. Am frühen Sonnabendnachmittag siegte unsere Mannschaft zum Abschluss „der englischen Woche“ beim 1. FC Phönix Lübeck knapp mit 1:0 (0:0). Die 500 (Lübecker) Zuschauer im – Corona-bedingt – ausverkauften Stadion Buniamshof der Hansestadt sahen bei trockenem, frühherbstlichem Wetter ein von der Taktik geprägtes erstes Regionalligaduell zwischen beiden Vereinen, das vor allem von der Spannung und weniger von der Klasse lebte. Tief stehende Gastgeber überließen das Streitobjekt in diesem Landesderby weitgehend den nach dem kräftezehrenden Mittwochspiel etwas müde wirkenden Gästen, denen es wiederum kaum gelang, sich größere Chancen zu erspielen, während Phönix auf den entscheidenden Konter lauerte. Am Ende blieb Weiche in der vierten Partie in Serie sowie beim dritten Auswärtsauftritt ohne Gegentor. Trainer Thomas Seeliger zeigte sich sehr zufrieden: „Jetzt haben wir sensationelle fünf Siege aus fünf Spielen. Das ist ein perfekter Start in die Saison.“ Und weiter: „So, wie das Spiel läuft, wäre ich nach 70 Minuten heute auch mit einem 0:0 zufrieden gewesen.“

 

Zum dritten Auftritt binnen sieben Tagen änderte Trainer Thomas Seeliger gegenüber dem jüngsten 1:0-Sieg gegen Drochtersen/Assel vom Mittwochabend die Anfangsformation einmal. In der Startelf begann der wiedergenesene Jonas Walter für den leicht angeschlagenen, aber auf der Bank sitzenden Kevin Schulz. So blieb die Grundformation nahezu unverändert. Die Viererkette vor Torhüter Florian Kirschke bildeten wieder Kevin Njie, Torge Paetow, Patrick Thomsen und Ilidio Pastor Santos. Davor spielten Finn Wirlmann und Jonas Walter im eher defensiven Mittelfeld. Offensiv bestand die Mittelfeldreihe aus Nico Empen, Dominic Hartmann und Casper Olesen. Einzige Spitze war Christopher Kramer. Eingewechselt wurden nach der Pause zunächst Kevin Schulz und Noel Kurzbach, wenig später Saisondebütant Florian Meyer und schließlich Martin Paustian Pitter. Im 19er-Aufgebot standen zudem Ersatztorhüter Raphael Straub, Malte Petersen, Julian Stöhr und Bjarne Schleemann. Nicht im Spieltagskader waren Jonah Gieseler (Trainingsrückstand nach Erkrankung), Marcel Cornils (leicht angeschlagen) und Jacob Andersen (Reha), die allesamt als Zuschauer dennoch in Lübeck dabei waren, zudem Ture Blaue sowie die in der Oberliga-Mannschaft eingesetzten Johannes Siregar, Mathias Andersen und Tayfun Can, mit denen unsere U 23 gegen den TSV Kronshagen nahezu zeitgleich eine 0:2-Niederlage hinnehmen musste.

 

Zu Beginn der Partie zeigten sich auch die mit sechs Neuzugängen in der Startelf auflaufenden Lübecker, die zudem die erste richtig gute Chance hatten, als Nick Scharkowski einen von Burhan Tetik getretenen Freistoß von der linken Außenlinie auf das kurze Eck verlängerte. Weiche-Torhüter Florian Kirschke war aber hellwach, lenkte die Kugel um den Pfosten (7.). Die Flensburger Antwort war eine sehenswerte Stafette über Nico Empen und Christopher Kramer, die Torge Paetow auf halbrechts abschloss. Hier war Phönix-Torhüter Kevin Tittel zur Stelle, wehrte ebenfalls zum Eckstoß ab (10.). Doch schnell wurde es eine eher „zähe Angelegenheit“, wobei das Grundkonzept offensichtlich wurde: Phönix verschanzte sich in der eigenen Hälfte, erwartete dort mit zwei dichten Abwehrketten die anrennenden Flensburger, bei denen zu viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau und fehlende Bewegung dafür sorgten, dass „echte“ Torchancen ausblieben. Die beste Gelegenheit hatten daher wieder die Marzipanstädter, als Nick Scharkowski einen Abstimmungsfehler zwischen Florian Kirschke und Torge Paetow beinahe nutzen konnte. Er ging dazwischen, bugsierte aus zwölf Metern die Kugel jedoch am Tor vorbei – großes Glück für Weiche (19.)! Die Flensburger Möglichkeiten blieben im Vergleich dazu weniger hochkarätig. Dominic Hartmann konnte bei einem schnell ausgeführten Freistoß aus der eigenen Hälfte Torhüter Kevin Tittel nicht überraschen (27.). Den von Casper Olesen von links getretenen Eckstoß wischte der Lübecker Schlussmann aus seinem Torraum (30.). Dann jagten Dominic Hartmann mit schöner Direktabnahme (32.) und Casper Olesen (35.) „zweite Bälle“ mehr oder weniger deutlich über den Kasten. Nochmals war Phönix-Torhüter Kevin Tittel zur Stelle, als sich nach einem von Casper Olesen getretenen Freistoß Torge Paetow an den zweiten Pfosten abgesetzt hatte, hinter seinen Kopfball jedoch zu wenig Druck bekam (45.). Auf der Gegenseite blieb es, zumindest was Abschlusshandlungen betraf, die Solo-Vorstellung des Nick Scharkowski, der nach einem weiten Einwurf einen Fallrückzieher akrobatisch, obgleich deutlich zu hoch ansetzte (38.).

 

Scharkowski eröffnete auch die zweiten 45 Minuten. Bei einem Eckstoß von Björn Lambach kam er wuchtig zum Kopfball, setzte den aber erneut erheblich zu hoch an (51.). Danach begann wieder das übliche Spiel: viel Flensburger Ballbesitz, tief stehende und auf Konter lauernde Lübecker. Nico Empen, der mit Casper Olesen nun die Seiten getauscht hatte, nahm einen Ball auf links, relativ spitzer Winkel, direkt, doch Torhüter Kevin Tittel parierte sicher (54.). Dann wühlte Christopher Kramer im Strafraum nach einer Flanke von Dominic Hartmann ohne Abschluss (56.), wie auch ein Kopfball unseres viel arbeitenden Center-Spielers nach schöner Flanke von Ilidio Pastor Santos von der linken Seite keinen Erfolg brachte. Der Torhüter des Neulings parierte stark, lenkte die Kugel über die Torlatte (59.).

 

Beiden Mannschaften merkte man nun die Strapazen „der englischen Woche“ deutlich an. Weiche wechselte folgerichtig mehrfach und konnte damit auch Frische ins Spiel bringen. Die nächsten Möglichkeiten besaßen allerdings die Hansestädter. Die Fußspitze von Kevin Njie verhinderte, dass der eingewechselte Corvin Bock allein hätte auf Florian Kirschke zulaufen können (64.). Einen Freistoß aus exzellenter Position, direkt an der Strafraumkante, etwas rechts, den Haris Hyseni flach auf das Tor zimmerte, wehrte Florian Kirschke zur Seite ab (66.), und nach einem Eckstoß war es mal wieder Nick Scharkowski, der die Kugel – freilich deutlich – vorbeiköpfte (76.).

 

Die Frage war, ob die Partie torlos enden würde oder eine der beiden Vertretungen noch einen glücklichen Abschluss erzwingen könnte. Unsere Mannschaft wirkte nach den Wechseln etwas zielstrebiger. Finn Wirlmann war bei seinem Kopfball auf das lange Eck nach Eckstoß von Dominic Hartmann nahe am Führungstreffer (79.). Nach einer Flanke von Noel Kurzbach von rechts zwang Martin Paustian Pitter Torhüter Kevin Tittel zur nächsten Parade (81.). Und den daraus resultierenden Eckstoß, getreten von Florian Meyer von der linken Seite, verwertete dann unsere Mannschaft zum Siegtor. Nach dem „Scharfmachen“ durch Christopher Kramer flog die Kugel im Torraum, Torge Paetow bugsierte sie mit dem Knie zum 0:1 über die Linie (81.).

 

Die Schlussphase hatte es nun in sich. Björn Lambach setzte einen zweiten Ball vom Strafraum von halblinks noch deutlich vorbei (88.). Doch als dann Torhüter Kevin Tittel einen Freistoß von der Mittellinie in den Flensburger Sechzehner brachte, drohte höchste Not. Zwei Spieler lagen in der Folge der unübersichtlichen Situation auch im Tornetz, aber den Ball begrub Florian Kirschke unter sich (90.+1). Auf der Gegenseite konnte Martin Paustian Pitter den Schlussmann der „Adler“ mit einem Heber nicht beeindrucken (89.), doch Kevin Schulz hatte den zweiten Treffer auf dem Fuß. Von Christopher Kramer in seinen Lauf verlängert, setzte er den Ball aus zwölf Metern rechts am Kasten vorbei (90.+2). So musste die Weiche-Delegation im weiten Oval der Leichtathletik-Arena noch gut 90 Sekunden zittern, ehe der dritte Zu-Null-Auswärtssieg perfekt war.

 

Die Lübecker hatten in den robusten Angreifern Haris Hyseni und Nick Scharkowski – Neuzugänge vom SSV Ulm 1846 bzw. von Viktoria Berlin – ihre auffälligsten sowie in Torhüter Kevin Tittel und Mittelfeldakteur Burhan Tetik ihre besten Spieler. Bei Weiche konnten sich ebenfalls Torhüter Florian Kirschke sowie diesmal Finn Wirlmann und Christopher Kramer die besten Noten verdienen. Lobend sind auch die vier Wechsler – und hierbei besonders Routinier Florian Meyer, der nach längerer Pause erstmals wieder mit von der Partie war – zu erwähnen, die frischen Wind in das Spiel bringen konnten.

 

Für die nächste Begegnung ist wieder mit viel Stimmung, großer Spannung und einigen Toren zu rechnen, wenn unsere Mannschaft am Freitagabend, 2. Oktober 2020, ab 19 Uhr unter Flutlicht auf die spielstarke U 21 des Hamburger SV treffen wird. Die Duelle im Manfred-Werner-Stadion gegen den Nachwuchs des Renommiervereins waren in den vergangenen Jahren immer besondere Höhepunkte. Zeiten, in denen Weiche klar den Kürzeren zog, sind dabei längst vorbei. Die jüngsten sechs (!) Aufeinandertreffen mit dem HSV-Nachwuchs gingen komplett an Weiche. Während allerdings in den Flensburger Reihen noch einige Akteure stehen, die selbst die beeindruckende Serie begonnen und dann fortgeführt haben, wird beim HSV II binnen zwei, spätestens drei Jahren das Personal komplett ausgetauscht. So wird sich auch kein heutiger Hamburger Akteur an den 11. April 2018 erinnern können, als 2.824 hellauf begeisterte Fans den 2:0-Heimsieg auf dem Weg zur Regionalliga-Meisterschaft sahen. Aber selbst bei der großen Fluktuation bei den Rot-Hosen bleibt doch eines immer gleich: Zu erwarten ist nicht nur eine enorm junge Mannschaft, sondern ein Kontrahent mit technisch wie taktisch bestens ausgebildeten hoffnungsvollen Talenten.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Paetow (Kap./V), Thomsen, Pastor Santos (59. F. Meyer) – Wirlmann (V), Walter (57. K. Schulz) – Empen (74. Pitter), Hartmann (V), Olesen (57. Kurzbach) – Kramer.

 

Tor: 0:1 Paetow (81.).

 

Zuschauer: 500 im (Corona-bedingt) ausverkauften Stadion Buniamshof, Lübeck-Altstadt.

 

Schiedsrichter: Jarno Wienefeld (VfL Lohbrügge/Hamburg), hatte mit der fairen Partie kaum Mühe und zeigte eher zwei Verwarnungen zu viel (Paetow nach harmlosem Foul, 70.; Hartmann wegen Ballwegschlagens, 87.) als zu wenig (außerdem: Thiel wegen Haltens von Kramer, 27./Wirlmann nach Foul an Aouci, 52.).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Thomas Seeliger war „sehr, sehr glücklich, dass wir hier gewonnen haben“. „Wir haben gewusst, dass es ein schweres Spiel gegen eine Mannschaft werden würde, die kein gewöhnlicher Aufsteiger ist.“ Gegen das kompakte Bollwerk sei es sehr schwierig gewesen, hinter die Abwehr zu gelangen. Es seien keine Räume gegeben worden, und zur Pause sei er sogar froh gewesen, nicht hinten gelegen zu haben. In der zweiten Halbzeit habe er das Gefühl bekommen, dass er heute auch mit einem 0:0 hätte zufrieden sein können. So habe man immer fürchten müssen, einen Konter zu bekommen. „Ich habe noch nie gesehen, dass unsere beiden Abwehrtürme so viele Kopfballduelle verloren haben. Das zeigt die Qualität von Phönix“, meinte der Ex-Profi weiter, der auch davon sprach, dass Fußball nicht immer gerecht sei. Aber so sei es sensationell, jetzt mit fünf Siegen gestartet zu sein. Das sei perfekt. Abschließend wünschte Thomas Seeliger der Mannschaft von Phönix alles Gute für die nächsten Spiele.

 

Der Trainer des Gastgebers, Daniel Safadi, gratulierte zunächst, ehe er bekundete, dass man gesehen habe, „warum sie da oben stehen“. Heute hätte die Defensive im Vordergrund gestanden. Man habe dort nahezu alles abgearbeitet. „Darüber hinaus ist es uns gelungen, sich gute Chancen rauszuspielen, sodass wir schon zur Halbzeit eines hätten machen können“, meinte der Phönix-Verantwortliche. „In der Defensive stehen wir gut, nun arbeiten wir daran, dass wir mehr Durchschlagskraft brauchen. Die Erfahrung und Qualität dafür haben wir“, befand Daniel Safadi.

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