SC Weiche Flensburg 08
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Mit späten Toren erneut ein Spiel gedreht

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – SSV Jeddeloh II 2:1 (0:1)

Der SC Weiche Flensburg 08 bleibt nach dem dritten knappen sowie späten Sieg in Folge und nun 25 Punkten am Spitzenduo VfB Lübeck (27 Punkte/11 Spiele) und VfL Wolfsburg II (26/12) dran. Am 12. Spieltag der Regionalliga Nord gewann unsere Mannschaft nach abwechslungsreichen 93 Spielminuten und vergebenen Möglichkeiten auf beiden Seiten gegen den SSV Jeddeloh II nach einem 0:1-Rückstand mit 2:1-Toren. Die 689 Zuschauer im Manfred-Werner-Stadion erlebten am Sonnabendnachmittag eine Partie wie das Aprilwetter, wechselten sich doch sonnige und regnerische Abschnitte einander ab. Der selbsternannte „Dorfverein“ aus Edewecht trauerte seinen vergebenen Möglichkeiten nach. So musste der Aufsteiger von 2017 bei seinem dritten Gastspiel an der Förde seine dritte Niederlage hinnehmen. Für die ersatzgeschwächten Jeddeloher war es zugleich die erste Pleite nach zuletzt fünf ungeschlagenen Ligaspielen. Weiche hingegen bestätigte den Ruf als Meister der späten Tore und Mannschaft, die zum dritten Mal in dieser Saison einen 0:1-Pausenrückstand noch zu einem 2:1-Sieg drehen konnte.

 

Mit Ausnahme des in die Startelf zurückkehrenden Ilidio Pastor Santos, der gegen Drochtersen (2:1) gesundheitlich leicht angeschlagen nur auf der Bank saß und nun Julian Stöhr ersetzte, lief die Anfangsformation der Vorwoche auf. So blieb es auch bei einem 4-3-3-System, in dem wie zuletzt Kevin Njie (rechts), Jovan Vidovic, Angelos Argyris (beide zentral) und Christian Jürgensen (links) als Viererkette vor Torhüter Florian Kirschke agierten. Neben Finn Wirlmann und Torge Paetow kam im Mittelfeld Dominic Hartmann zum Zuge. Den Angriff bildeten Ilidio Pastor Santos (rechts), Tim Wulff (zentral) und Casper Olesen (links), wobei unser Brasilianer vor allem in der ersten Halbzeit gezwungen war, weite Wege nach hinten zurückzulegen. Zur zweiten Halbzeit wurde Jonas Andersen positionsgetreu für Tim Wulff eingewechselt, der angeschlagen passen musste. Im weiteren Verlauf kamen Fabian Graudenz und Gökay Isitan für die defensiveren Kevin Njie und Finn Wirlmann, womit Trainer Daniel Jurgeleit auf ein 3-4-3 umstellte und das Risiko erhöhte. Auf der Bank blieben neben Ersatztorhüter Ingmar Struck auch Ture Blaue, Patrick Thomsen, Julian Stöhr und Florian Meyer. Die langzeitverletzten Nedim Hasanbegovic (wieder im Lauftraining), Jonas Walter und Kevin Schulz standen ebenso nicht im 19er Kader wie Raphael Straub, Tayfun Can und Marvin Ibekwe.

 

Die Partie begann durchaus munter. Den ersten Abschluss verzeichnete Tim Wulff, dessen Kopfball nach Flanke von Dominic Hartmann von der linken Seite allerdings deutlich zu hoch angesetzt war (2.). Wenig später parierte Gästetorhüter Boevink den Kopfball von Angelos Argyris nach Einwurf von Torge Paetow und gewonnenen Luftkämpfen von Tim Wulff und Jovan Vidovic mit starker Parade (8.). Auf der Gegenseite war der erste Abschluss gleich drin. Die Freistoßflanke von Kapitän Samide von der linken Seite köpfte Schaffer im Zentrum unhaltbar für SC-Torhüter Florian Kirschke zur Gästeführung ein (12.). Zuvor war der anfangs enorm auffällige Goguadze auf der linken Seite, unweit der Gäste-Trainerbank, gefoult worden.

 

Den Führungstreffer der Niedersachsen steckte unsere Mannschaft zunächst gut weg. Sie erarbeitete sich Möglichkeiten und hätte alsbald ausgleichen können. Erst war beim langen Ball von Jovan Vidovic aus der eigenen Hälfte Gäste-Torhüter Boevink knapp vor Casper Olesen am Ball (17.), dann landete ein zu langer Ball von Casper Olesen auf halblinks beim SSVer Schaffer, doch Dominic Hartmann setzte nach und hatte Erfolg. Schaffer hielt das Streitobjekt nahe der Torauslinie mit der Hand auf, Schiedsrichter Wessel (Lamstedt) zeigte auf den ominösen Punkt, aber Kapitän Christian Jürgensen jagte den Strafstoß über den Kasten (21.).

 

In der Folge kam unsere Mannschaft zu weiteren Chancen und hätte längst ausgleichen müssen. Torhüter Boevink parierte sowohl den Flachschuss von Christian Jürgensen aus Nahdistanz (25.) als auch jenen von Torge Paetow von der Strafraumgrenze nach flüssiger Kombination über Casper Olesen und Dominic Hartmann (26.). Er fischte zudem den Schuss von Casper Olesen vom linken Strafraumeck aus dem rechten oberen Tordreieck (35.) und hatte mit dem Distanzschuss von Christian Jürgensen keine Probleme (44.). Weil Torge Paetow aus zehn Metern flach am Kasten vorbeischoss (41.), ging Weiche in der offensiv geführten Partie trotz einiger guter Möglichkeiten zum neunten Mal (!) in der laufenden Saison in den ersten 45 Minuten leer aus. Die Gäste, bei denen der niederländische Torjäger van de Schepop zwei-, dreimal in gute 1:1-Situationen am und im Strafraum kam, bei denen die SC-Abwehr den Abschluss verhindern konnte, hatten vor dem Seitenwechsel noch zwei notierenswerte Aktionen. Erst verpasste Oltmer im Zentrum die Eingabe von van de Schepop von der rechten Seite (27.), dann war SC-Schlussmann Florian Kirschke nach einem Pass in die Tiefe knapp vor Goguadze am Ball (28.).

 

So schwungvoll die erste Halbzeit war, ging es zunächst nicht weiter. Mit Ausnahme eines satten 20-m-Schusses von Finn Wirlmann nach Doppelpass mit Jonas Andersen, den Torhüter Boevink stark noch um den Pfosten lenkte (52.), passierte in den Strafräumen nichts Nennenswertes. Zwar mühte sich unsere Mannschaft, aber das Spiel nahm eine lange Ruhepause. Mit zu langsamem Aufbauspiel und ohne Bewegung in der Offensive fiel es einem nun defensiver eingestellten Gast leicht, die 1:0-Führung zu verteidigen. Mit zunehmender Spielzeit schien Weiche immer hilfloser zu agieren, während die Niedersachsen die Entscheidung witterten. Der am zweiten Pfosten unbedrängte Oltmer köpfte den Eckstoß von Samide von der rechten Seite links vorbei (64.). Da war van de Schepop deutlich näher an der vermeintlichen Entscheidung, als er durch einen wunderbaren weiten Pass vom eigenen Sechszehner von Tönnies freigespielt war und allein auf Torhüter Florian Kirschke zulaufen konnte, die Kugel aber knapp links vorbei lupfte (74.). Und schließlich hatte der aufmerksame Samide ebenso das 0:2 auf dem Fuß, doch seinen 45-m-Weitschuss konnte Florian Kirschke im Rückwärtslaufen geradeso aus dem Netz fischen (75.).

 

Statt der möglichen Vorentscheidung hieß es plötzlich 1:1. Einen aus der Spielertraube von Torhüter Boevink weggefausteten Eckstoß von Gökay Isitan von links nahm Dominic Hartmann genau auf der Strafraumkante mit vollem Risiko mit links direkt – unter der Latte schlug die Kugel ein (77.). Nun schien der erhoffte Heimsieg wieder möglich, aber der Dämpfer folgte prompt. Jovan Vidovic stoppte van de Schepop nach dessen Sololauf von der Mittellinie im Strafraum auf halblinks regelwidrig, der Unparteiische zeigte erneut auf den Punkt, doch van de Schepop schob die Kugel flach links am Kasten vorbei, wobei Florian Kirschke im bedrohten Eck lag (79.). Nur drei Minuten später klingelte es dagegen auf der anderen Seite. Nach Doppelpass mit Fabian Graudenz riss ein sehenswerter Fiete-Sykora-Gedächtnispass von Gökay Isitan in die Spitze die Gäste-Abwehr auf, Casper Olesen konnte mit Tempo an Torhüter Boevink mühelos vorbeiziehen und zur viel umjubelten 2:1-Führung einschieben (82.).

 

Wieder einmal hatte Weiche ein Spiel spät gedreht. Die Gäste suchten in der Folge die Offensive, doch unsere Mannschaft ließ nichts mehr anbrennen. Schließlich hatte Ilidio Pastor Santos den dritten Treffer der Fördestädter auf dem Fuß, als er – eingesetzt von Dominic Hartmann – am kurzen Pfosten vorbeizielte (86.), aber das war letztlich nicht mehr spielentscheidend.

 

Auf Flensburger Seite konnten sich Dominic Hartmann und Casper Olesen die besten Noten verdienen, wenngleich beide noch Steigerungsmöglichkeiten haben und ihnen nicht alles gelang. Auch Torge Paetow zeigte sich als Führungsfigur, die der Mannschaft in der Bedrängnis den notwendigen Halt gab. Mit zwei Torbeteiligungen konnte sich zudem Gökay Isitan nach seiner Einwechslung empfehlen. Bei den Gästen zählten Goguadze auf Linksaußen vor der Pause, sowie Torhüter Boevink und Kapitän Samide zu den auffälligsten Akteuren. Zudem erwies sich Schaffer nicht nur als Torschütze, sondern als fleißiger Akteur, der für die Mannschaft wichtige Zweikämpfe bestritt.

 

Zum nächsten Auswärtsspiel reist Weiche am Sonntag, 6. Oktober 2019, zum Altonaer FC 93 nach Hamburg. Für Flensburger Fans ist die Abfahrt mit dem Regionalexpress um 10.15 Uhr (Treff: 09.30 Uhr im Bahnhof). Die Partie in der traditionsreichen Adolf-Jäger-Kampfbahn wird um 14 Uhr angepfiffen werden. Der Wiederaufsteiger hat seine jüngsten beiden Heimspiele gegen den FC St. Pauli II (2:1) und den VfL Wolfsburg II (4:1) gewinnen und dadurch den Anschluss an das untere Tabellenmittelfeld herstellen können. Der von einer größeren Anhängerschaft unterstützte Traditions- und Kultverein mit einem aktuellen Zuschauerdurchschnitt von 1.471 Fans wehrt sich nach Kräften und in der aktuellen Saison offenbar erfolgreicher als vor zwei Jahren gegen einen erneuten Abstieg in die Hamburger Oberliga. Damals hatte unsere Mannschaft in ihrer Meistersaison 2017/18 wenig Mühe, trotz des Spielemarathons in der Adolf-Jäger-Kampfbahn am 17. April 2018, einem Dienstagabend, mit 5:0 (3:0) zu gewinnen. Fabian Arndt (11., 48.) und Tim Wulff (24., 55.) hatten nach dem frühen Führungstreffer von Dominic Hartmann (9.) jeweils einen Doppelpack geschnürt. Diesmal wird die Aufgabe weitaus schwieriger, wie der überraschende 4:1-Sieg des AFC gegen den VfL Wolfsburg II vor wenigen Tagen zeigte. Besondere Beachtung verdient Marco Schultz, der bereits fünf Saisontreffer der keineswegs angriffsschwachen Hamburger erzielt hat.

 

Weiche: Kirschke – Njie (62. Graudenz), Vidovic (V), Argyris, Jürgensen (Kap.) – Wirlmann (68. Isitan), Paetow, Hartmann (V) – Pastor Santos, Wulff (46. Andersen), Olesen.

 

Tore: 0:1 Schaffer (12.), 1:1 Hartmann (77.), 2:1 Olesen (82.).

 

Zuschauer: 689 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Carsten Wessel (TSV Lamstedt/Cuxhaven), hatte lange Zeit keinerlei Probleme, ehe viel Gift in der Partie war; musste insgesamt zu sechs Verwarnungen greifen, wovon vier an die Gäste (Schaffer wegen Meckerns, 21.; Ziga nach Foul an Paetow, 71.; Töpken nach Foul an Argyris, 87.; van de Schepop nach Foul an Hartmann, 90.+2) gingen (zudem: Hartmann wegen Meckerns, 76.; Vidovic nach Foul an van de Schepop, 78.).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des SSV Jeddeloh II, Jouke Faber, sprach nach den herzlichen Glückwünschen an den Gastgeber davon, dass er sehr enttäuscht sei, weil man das Spiel hätte gewinnen müssen. Man hätte das 2:0 erzielen müssen und habe außerdem einen „Penalty“ verschossen. Aus seiner Meppener Zeit habe er gewusst, dass Weiche körperlich sehr stark und kopfballstark sei. Anfangs habe man nicht Fußball gespielt und der Torwart habe super gehalten. Man habe die Möglichkeit zum 2:0 gehabt. Letztlich habe man sich aber selbst in den Finger geschnitten. „So ist Fußball“, haderte der Holländer, der abschließend meinte: „Wir müssen noch viel lernen. Das hat sich heute gezeigt.“

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit war sichtlich erleichtert: „Wir müssen und können froh sein, dass wir die drei Punkte geholt haben.“ Ihn ärgerte vor allem das Gegentor, das nach einer Standardsituation fiel. Dabei gäbe es eine klare Zuordnung, und man habe deutliche Größenvorteile gehabt. Wenn man zuhause dann zurückliegt, kann es Phasen geben, in denen man unsicher werde. Dabei gab es schon in der ersten Halbzeit viele eigene Möglichkeiten. Zur Pause wurden die Schwächen des Gegners angesprochen, man wollte mehr zweite Bälle gewinnen. Das gelang jedoch nicht so, und der Gegner nutzte die Chance zum 0:2 nicht. Lobend äußerte sich unser Trainer auch: „Die Mannschaft hat Charakter gezeigt, und sie hat Luft nach hinten raus.“ Der Sieg sei nicht unverdient, weil man schon in der ersten Halbzeit ein Tor hätte erzielen müssen. So bleibe als Positives das starke Bemühen und die Mentalität, nach hinten heraus Spiele für sich zu entscheiden. Gefragt nach Gründen der Auswechslung von Tim Wulff bestätigte Daniel Jurgeleit, dass der Stürmer angeschlagen gewesen sei. Er sei gut drauf, weshalb es ärgerlich war, ihn runternehmen zu müssen, aber Jonas Andersen habe es gut gemacht und vor allem in der Schlussphase die Bälle vorn gehalten.

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