SC Weiche Flensburg 08
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Mit Leidenschaft zum knappen Heimsieg

  Spielinfo

 

SC Weiche Flensburg 08 – Hannover 96 II 1:0 (0:0)

 

Zum Auftakt des 10. Spieltages der Regionalliga Nord hat der SC Weiche Flensburg 08 am frühen Freitagabend in die Erfolgsspur zurückgefunden. Eine Woche nach der unglücklichen 0:2-Niederlage in Lübeck besiegte unsere Mannschaft die U 23 von Hannover 96 mit 1:0. Die 772 Zuschauer im Manfred-Werner-Stadion sahen am ominösen Freitag, den Dreizehnten, nach einer wenig unterhaltsamen ersten Halbzeit bei trockenem und teilweise sonnigem Wetter eine deutliche Leistungssteigerung mit spannenden zweiten 45 Minuten sowie den dritten Zu-Null-Heimsieg in Folge. Dabei unterschied sich die Partie mit dem Nachwuchs des Zweitligisten lange Zeit kaum von den Duellen der vergangenen Jahre, als es zuletzt viermal ein Remis, davon dreimal ein 0:0 gegeben hatte. Nun bleibt es vorerst dabei: An der Bredstedter Straße hat es nach jetzt acht Begegnungen zwischen Weiche und Hannover 96 II erst einen Gästesieg gegeben, der sieben Jahre zurückliegt. Am 15. September 2012 gewannen die jungen „Roten“ an der Förde mit 2:1. Die bislang letzte Weiche-Niederlage gegen den 96-Nachwuchs vom 2. August 2014 – 0:1 in Hannover – liegt nun auch schon fünf Jahre zurück.

 

Nach dem – trotz der 0:2-Niederlage – guten Auftritt in Lübeck änderte Trainer Daniel Jurgeleit die Anfangsformation einmal. Für den mit Kreuzbandanriss verletzt zuschauenden Kevin Schulz rotierte der zuvor angeschlagene Casper Olesen in die Startelf. Dennoch änderte Daniel Jurgeleit das System. In einer sehr variabel gehaltenen 4-3-3-Ordnung bildeten Kevin Njie (rechts), Angelos Argyris, Jovan Vidovic (zentral) und Christian Jürgensen (links) die Viererkette vor Torhüter Florian Kirschke. Die Zentrale im Mittelfeld besetzten Finn Wirlmann und Torge Paetow defensiv sowie Dominic Hartmann offensiv. Das Angriffstrio bestand aus dem Center Tim Wulff, der auf den Außen von Ilidio Pastor Santos (rechts) und Casper Olesen (links) unterstützt wurde, wobei die Flügelspieler zum Teil auch weite Wege nach hinten gehen mussten. In der zweiten Halbzeit wurden nacheinander Jonas Andersen für Finn Wirlmann, Fabian Graudenz für Casper Olesen und in der Nachspielzeit Patrick Thomsen für Dominic Hartmann eingewechselt. Den 19er Spieltagskader komplettierten Ersatztorhüter Ingmar Struck sowie Ture Blaue, Julian Stöhr, Florian Meyer und Gökay Isitan. Neben den langzeitverletzten Nedim Hasanbegovic, Jonas Walter und Kevin Schulz standen auch Raphael Straub, Tayfun Can und Marvin Ibekwe für diese Partie nicht im Aufgebot.

 

Das Spiel begann unspektakulär mit einer langen Abtastphase, in der Höhepunkte ausblieben. Nachdem Gäste-Stürmer Stefandl auf halbrechts mit einer Volleyabnahme, die deutlich den Weiche-Kasten verfehlte, den ersten Abschluss verzeichnete (16.), wurde es erstmals kritisch für die Fördestädter. Einen schönen Pass von Wolf in den Rücken der Abwehr erlief sich Mustafa gegen den strauchelnden Angelos Argyris, doch SC-Torhüter Florian Kirschke war rechtzeitig zur Stelle (18.). Aus ähnlicher Position, von halbrechts, scheiterte später Stefandl nach einem Pass von Wagner am aufmerksamen Florian Kirschke (39.). Der Flensburger Schlussmann musste hingegen nicht eingreifen, als Mustafa nach gutem Dribbling und unter Bedrängnis von Casper Olesen aus 20 Metern den Kasten verfehlte (25.). Wenngleich sich die Zahl der Abschlüsse der Hannoveraner in Grenzen hielt, so gelang es den Gästen mitunter geschickt, mit Bällen in den Rücken der Abwehr bei unserer Mannschaft für Verlegenheit zu sorgen. Sie selbst hatte bei zwei satten Distanzschüssen von Finn Wirlmann aus gut 20 Metern ihre besten Gelegenheiten. Erst hatte Torhüter Sündermann Mühe, den Ball unter Kontrolle zu bringen (21.), dann rauschte der Schuss über den Balken (44.). Die beste Kombination von Weiche endete beim Gäste-Torwart Sündermann, als Torge Paetow über rechts Dampf gemacht hatte, doch beim Flachschuss von Dominic Hartmann nach dem mustergültigen Rückpass war Sündermann rechtzeitig unten (33.). Wenig später lief es noch einmal flüssig durch die Flensburger Reihen, als Christian Jürgensen einen weiten Ball an der linken Seitenauslinie per Kopf auf Casper Olesen verlängern und dieser Torge Paetow bedienen konnte. Der Schuss unserer Nummer Fünf wurde jedoch von den Niedersachsen zum Eckstoß geblockt (38.). Alles in allem bekam Weiche zu wenig Bewegung in die Partie. Das Spiel war zu statisch angelegt, sodass sich die Hannoveraner immer wieder problemlos formieren konnten. Man sah durchaus, wieso die Mannschaft von Trainer Christoph Dabrowski bei ihrem vorherigen Auftritt den Spitzenreiter VfL Wolfsburg II entzaubert und in dessen Stadion mit 3:0 besiegt hatte.

 

Das sollte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit ändern. Nun trat unsere Mannschaft mit deutlich mehr Leidenschaft auf, die den jungen Gästen auch körperlich mal weh tat. Es begann gleich, als Dominic Hartmann auf dem linken Flügel einen Ball gewann und nach innen passte, wo Tim Wulff im Zentrum die Kugel im Zweikampf mit Aytun knapp verpasste (46.). Gleich darauf knallte ein wuchtiger Kopfball von Christian Jürgensen nach einem Freistoß von Casper Olesen an die Unterkante der Latte und von dort ins Feld zurück (47.). Weiche brachte Dynamik und Leidenschaft ins Spiel, musste allerdings in der Rückwärtsbewegung aufpassen. Bei einer Flanke von Drawz war Torhüter Florian Kirschke zur Stelle (52.), der nicht eingreifen musste, als Wagner nach dem ersten Eckstoß der Niedersachsen, getreten von links von Drawz, den Ball von halbrechts volley nahm, aber das Tor verfehlte (62.). Auch Mustafa traf mit seinem satten Freistoß nicht das Flensburger Tor (72.). Mehr Leidenschaft entwickelte indes der Gastgeber, der deutlich spürbar den Vorwärtsgang einlegte. Einen Kopfball von Tim Wulff nach weitem Einwurf von Torge Paetow fischte sich Torhüter Sündermann (64.).

 

So ging die nun recht unterhaltsame Partie in die entscheidende Phase. In den Zweikämpfen war jetzt richtig Feuer drin. Hatte der gute Schiedsrichter Yilmaz (Hamburg) vor der Pause einzig mal Gäste-Innenverteidiger Dauter nach einer Unsportlichkeit gegen Tim Wulff verwarnt (36.), so konnten sich nun vor allem Ilidio Pastor Santos mit Schnelligkeit und Robustheit sowie Tim Wulff, der sich abwechselnd mit Aytum, Klar oder Dauter zum körperbetonten Zweikampf traf, hervortun. Allerdings musste Ilidio Pastor Santos nach seiner Verwarnung nach Foul an Wagner am eigenen Strafraum (67.) aufpassen, zumal er nach dem Pressschlag mit Deliduman dicht vor „Gelb-Rot“ stand (76.). Auf der Gegenseite blieb die fällige „Gelbe“ gegen den eingewechselten Hadzic nach Foul an Ilidio Pastor Santos stecken (75.). Zuvor hatte schon Finn Wirlmann nach Foul an Mustafa „Gelb“ gesehen (59.).

 

Mit Jonas Andersen (71.) und Fabian Graudenz (77.) hatte Trainer Daniel Jurgeleit neues Offensivpersonal gebracht, mit dem neuer Schwung in die Partie kam. Jonas Andersen setzte sich auf halblinks kraftvoll durch und zwang Torhüter Sündermann zu einer Parade, um den Ball auf das kurze Eck noch um den Pfosten zu drehen (80.). Nach dem folgenden Eckstoß jagte Dominic Hartmann die Kugel über den Kasten (80.). Der Schuss von Torge Paetow von der Strafraumkante wurde knapp zum nächsten Eckstoß abgefälscht (81.). Und nun war der Treffer fällig: Den Standard von Fabian Graudenz von links verpassten mehrere Spieler, aber nicht Angelos Argyris, der aus Nahdistanz wuchtig das Netz endlich zappeln ließ – 1:0 (82.).

 

Die jungen 96er waren nun offensiv gefordert, doch die Chancen besaß unsere Mannschaft. Kevin Njie schloss einen mutigen Sololauf mit einem 17-m-Schuss von halbrechts mit links ab; nur haarscharf strich die Kugel am Dreiangel vorbei (87.). Und auch bei der abgefälschten Direktabnahme von Tim Wulff hatten die Fans den Torschrei auf den Lippen (88.). So musste noch bis zum Ablauf der fünfminütigen Nachspielzeit ein wenig gezittert werden, ehe der dritte Zu-Null-Heimsieg in Folge eingefahren war, wobei Schiedsrichter Yilmaz mit Verwarnungen gegen Fabian Graudenz (Ballwegschlagen, 90.) und Jovan Vidovic (Spielverzögerung, 90.+4) auf der einen sowie Tarnat (Meckern, 90.+4) auf der anderen Seite weitere Emotionen in die Nachspielzeit brachte.

 

Die besten Noten konnten sich auf Flensburger Seite Torhüter Florian Kirschke dank guter Paraden vor der Pause und souveränen Mitspielens sowie Ilidio Pastor Santos nach einer starken zweiten Halbzeit verdienen. Auch Kevin Njie, Angelos Argyris und Zweikämpfer Tim Wulff seien aus einer insgesamt geschlossen auftretenden Mannschaft hervorgehoben. Bei den Gästen war der Ex-Meppener Wagner der herausragende Akteur. Vor der Pause fielen besonders die Offensivkräfte Mustafa und Stefandl, nach dem Seitenwechsel zudem Dauter und der leider nach einem Pressschlag mit Ilidio Pastor Santos verletzt ausscheidende Deliduman besonders auf.

 

Weiter geht es mit dem elften Spieltag und dem Gastauftritt unserer Mannschaft bei der Spielvereinigung Drochtersen/Assel, dem Ex-Verein von Julian Stöhr, der im Sommer 2019 aus Drochtersen an die Bredstedter Straße nach Flensburg wechselte. Die Partie unweit des Südufers der Elbe im Kehdinger Stadion, in dem Weiche die letzten beiden der vier bisherigen Spiele gewinnen konnte, wird am Sonntag, 22. September 2019, um 15 Uhr angepfiffen. Dann wird es darum gehen, eine erstaunliche Serie auszubauen, denn gegen „DA“ wurden die vergangenen fünf Spiele mit insgesamt 7:0 Toren gewonnen: Dreimal hieß es 1:0, zweimal 2:0 für die Flensburger. Dabei mischt Drochtersen/Assel seit dem Aufstieg vom Sommer 2015 eigentlich immer im vorderen Tabellenfeld mit. Die Kehdinger sind eine äußerst unbequeme Mannschaft, die das vor allem bei zwei Gastspielen von Weiche am 6. Dezember 2015 (3:1 für „DA“) und am 20. November 2016 (2:1 für „DA“) bewiesen, als die Fördestädter Niederlagen hinnehmen mussten, die angesichts des Zustandekommens nachhaltig wirkten. Schließlich haben die Rot-Blauen aus dem Landkreis Stade nicht nur im niedersächsischen Verbandspokal ihre Stärke (wiederholt) sogar gegen Drittligisten bewiesen. So besiegten sie im Finale 2019 den SV Meppen, bei dem sowohl Jovan Vidovic als auch René Guder 90 Minuten auf der Gäste-Bank saßen, mit 1:0. Insbesondere im DFB-Pokalwettbewerb machten sie bundesweit auf sich aufmerksam. Hier gelang gegen Borussia Mönchengladbach (0:1, 2016 vor über 7.000 Fans), Bayern München (0:1, 2018 vor rund 7.800 Fans) und den FC Schalke 04 (0:5, 2019 vor rund 8.000 Fans) allerdings kein Treffer, sodass dreimal schon in Runde 1 Endstation war. Zwar kämpft „DA“ in der Liga noch ein wenig um die gewohnte Konstanz der vergangenen Jahre, dafür aber funktioniert der „Knipser“ tadelos. Seit Jahren gehört Alexander Neumann zu den besten Torschützen der Regionalliga Nord. Aktuell steht er schon wieder bei sechs Treffern, obgleich er zuweilen angeschlagen nicht auf dem Platz stand.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Argyris, Vidovic (V), Jürgensen (Kap.) – Wirlmann (V/71. Andersen), Paetow, Hartmann (90.+2 Thomsen) – Pastor Santos (V), Wulff, Olesen (77. Graudenz/V).

 

Tor: 1:0 Argyris (82.).

 

Zuschauer: 772 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Murat Yilmaz (FC Türkiye Wilhelmsburg/Hamburg) leitete insgesamt sehr ordentlich (4:2 Gelbe Karten), wobei die Zweikampfbewertungen in der Schlussphase kniffliger wurden und er in der Nachspielzeit etwas zu schnell mit Karten zur Hand war.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer der U 23 von Hannover 96, Christoph Dabrowski, beglückwünschte zunächst Daniel Jurgeleit. Seiner Mannschaft wollte er keinen Vorwurf machen. Sie habe in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht und gut verteidigt, was gegen eine „echte“ Männermannschaft wie Weiche nicht einfach sei. Mit einem Quäntchen Glück hätte man da selbst in Führung gehen können. Man habe gewusst, dass Weiche vor allem bei Standards stark sei. Man habe in der zweiten Halbzeit zu viele davon zugelassen. Insgesamt wäre ein Unentschieden nicht unverdient gewesen, so der Gästetrainer, der abschließend dem Gastgeber alles Gute für die restliche Saison wünschte.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit stellte das Entscheidende heraus, und das war der 1:0-Sieg, nachdem seine Mannschaft vor einer Woche in Lübeck unglücklich verloren hatte. Man habe gesehen, dass Hannover 96 eine richtig gute Mannschaft habe, die ja auch in Wolfsburg 3:0 gewonnen hatte. „Wir hatten zu wenig Bewegung, wir waren verunsichert und hatten trotzdem unsere Möglichkeiten“, fasste unser Trainer die ersten 45 Minuten zusammen. In der Pause habe er von einem positiven Ergebnis gesprochen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit mit mehr Mut und mehr Bewegung gespielt. So haben sich Möglichkeiten ergeben, und wir waren bei Standards gefährlich. Daher ist der Sieg insgesamt nicht unverdient.“ Gerade nach der bitteren und ärgerlichen Niederlage in Lübeck freue er sich über den Sieg.

 

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