SC Weiche Flensburg 08
//
www.weiche-liga.de

Neuigkeiten

Immer auf dem neusten Stand

Knapper Auswärtssieg beim Tabellenzweiten

  Spielinfo

FC Teutonia 05 Ottensen – SC Weiche Flensburg 08 1:2 (0:2)

Am letzten Tag vor der Corona-bedingten Unterbrechung des Spielbetriebs in der gesamten Regionalliga Nord gewann der SC Weiche Flensburg 08 das Topspiel der Nord-Staffel. Beim FC Teutonia 05 Ottensen setzte sich der Spitzenreiter am 11. Spieltag knapp mit 2:1 Toren durch. Der gastgebende Tabellenzweite erwies sich am Sonntagnachmittag bei sonnig-trockenem Wetter und milden Temperaturen im altehrwürdigen und durch die Besucherbegrenzung ausverkauften Stadion Hoheluft des SC Victoria Hamburg als ein insgesamt starker Herausforderer. Beim Premierenaufeinandertreffen beider Vereine sahen die 315 Zuschauer allerdings zwei völlig gegensätzliche Halbzeiten. Nach souveräner Flensburger Vorstellung in den ersten 45 Minuten steigerte sich Teutonia nach der Pause erheblich, sodass die Fördestädter den wertvollen Vorsprung nur mit Ach und Krach nach Hause zittern konnten. Am Ende blieb unsere Mannschaft auch im fünften Auswärtsspiel der Saison siegreich, während der ob des fehlenden Glücks enttäuschte Neuling seine vierte Niederlage in Folge hinnehmen musste. Nach der äußerst spannenden Schlussphase mit fast zehnminütiger Nachspielzeit zeigte sich unser Trainer Thomas Seeliger erleichtert und stolz zugleich: „Die Jungs haben sich reingehauen und bis zum Schluss alles gegeben. Es war eine mannschaftlich geschlossene Leistung.“

 

Gegenüber dem vorherigen Auftritt vor genau zwei Wochen beim Lüneburger SK Hansa (2:1) schickte Trainer Thomas Seeliger eine nahezu unveränderte Anfangsformation auf den Kunstrasen. Einzig Patrick Thomsen kehrte positionsgetreu für Malte Petersen in die Startelf zurück. So verteidigten Kevin Njie, Torge Paetow, Patrick Thomsen und Ilidio Pastor Santos vor Torhüter Florian Kirschke. Das Mittelfeld besetzten Finn Wirlmann, Dominic Hartmann und Kevin Schulz. Wie zuletzt agierten Nico Empen (rechts) und Marcel Cornils (links) auf den offensiven Außenbahnen, die sie zuweilen auch tauschten. Zentrale Spitze war Christopher Kramer. Nach 70 Minuten begann unsere Mannschaft in kurzen Abständen zu wechseln. Erst kam Casper Olesen (70.), dann Noel Kurzbach (73.) und schließlich Bjarne Schleemann (79.). Martin Paustian Pitter wurde in der Schlussminute der regulären Spielzeit eingewechselt und hatte so einen immerhin zehnminütigen Auftritt. Wie schon in Neetze vertrat Jonas Wolz als Ersatztorhüter den noch angeschlagenen Raphael Straub. Das 19er-Spieltagsaufgebot komplettierten Malte Petersen, Florian Meyer und Jonah Gieseler. Neben dem mitgefahrenen Raphael Straub fehlten Johannes Siregar, Ture Blaue, Julian Stöhr, Jonas Walter, Mathias Andersen, Jacob Andersen und Tayfun Can im Kader.

 

Beide Mannschaften waren von Beginn an bemüht, den Vorwärtsgang einzulegen. Allerdings sahen die Versuche bei unserer Mannschaft durchdachter, strukturierter und gefälliger aus. Den ersten ernsthaften Abschluss verzeichnete Weiche über Nico Empen, dessen Schuss von halbrechts Teutonia-Torhüter Fynn-Lukas Hegerfeldt parierte (7.). Der Schlussmann hatte gegen den mächtigen Distanzschuss von Torge Paetow, den er prallen ließ, schon mehr Mühe (10.). Auf der Gegenseite antwortete Soleiman Kazizada mit einer schönen Direktabnahme nach einem Diagonalball auf halbrechts, die Weiche-Torhüter Florian Kirschke jedoch vor keine Probleme stellte (15.). Der erste rahmengebende Wegweiser für die Partie folgte nur wenig später. Nachdem Marcel Cornils nach einem Dribbling von links am Fünfmeterraum geblockt wurde, nahm Ilidio Pastor Santos knapp außerhalb des Strafraums den Abpraller auf. Sein Diagonalball landete bei Nico Empen, der von rechts mustergültig ins Zentrum flankte. Kevin Schulz hatte wenig Mühe, aus Nahdistanz unhaltbar zum 0:1 einzuköpfen (16.).

 

Kurz darauf ließ Weiche die große Chance zum frühen 0:2 liegen. Der Torhüter des Neulings hatte Nico Empen die Kugel direkt an das linke Strafraumeck in die Füße gespielt. Nico Empen legte das Runde uneigennützig in die Mitte auf Christopher Kramer, der dann einnetzte, dabei aber offensichtlich im Abseits stand (23.). In der Folge kontrollierte Weiche das Spiel, hatte zum Teil lange Ballpassagen, wirkte sicher im Umgang mit dem Streitobjekt, wenngleich selten richtig zwingend. Bei der besten Gelegenheit schoss Marcel Cornils einen zweiten Ball nach einem von Dominic Hartmann getretenen Eckstoß vorbei (39.). Nur wenig später drang Marcel Cornils schwungvoll in den Strafraum ein, machte einen Haken. Marcus Coffie ließ etwas ungeschickt das Bein stehen, über das der Flensburger stürzte (40.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Christopher Kramer sicher zum 0:2 (41.). Angesichts der deutlichen Dominanz und Flensburger Souveränität hätte man da bereits von einer Vorentscheidung sprechen können.

 

In den letzten Minuten vor der Pause wirkte Weiche etwas nachlässig, sodass der Aufsteiger noch zu zwei, drei kleineren Gelegenheiten kam. Als Davidson Eden aus dem rechten Halbfeld flankte, köpfte der früh eingewechselte Nico Donner am Kasten vorbei (43.). Nach langem Solo von Yves Vital Mfumu parierte Florian Kirschke den 18-Meter-Schuss mit ein paar Problemen (44.). Gleich darauf ging Soleimann Kazizada bei einem Laufduell mit Patrick Thomsen im Weiche-Strafraum zu Boden. Die Gastgeber forderten einen Strafstoß, bekamen ihn aber nicht (45.), wobei sich der bekannt faire Flensburger Sportsmann nach der Partie auch keinerlei Schuld bewusst war („Ich dachte, dass ich ihn gar nicht berührt habe. Jedenfalls war ich mir keiner Berührung bewusst.“). Alles in allem: Die erste Halbzeit ging klar an den im Stile eines Spitzenreiters souverän aufspielenden Gast, während Teutonia insgesamt zu verängstigt wirkte.

 

Weiche blieb auch nach dem Seitenwechsel zunächst etwas nachlässig. So hatte Yves Vital Mfumu bereits die große Chance zum Anschlusstreffer, doch aus Nahdistanz setzte er die Kugel nach einer Eingabe von der linken Seite allein vor Florian Kirschke am Tor vorbei (50.). Wenig später zielte Davidson Eden vom rechten Strafraumeck über das Tor (54.). In der Folge plätscherte die Partie ohne nennenswerte Höhepunkte vor sich hin. Der Aufsteiger wurde zwar mutiger, aber Weiche schien noch alles unter Kontrolle zu haben. Allmählich übernahm allerdings Teutonia das Kommando, und unsere Mannschaft gab das Heft des Handelns zunehmend aus der Hand. Richtig gefährlich wurde es, als Florian Kirschke einen Freistoß von der Strafraumkante, den der stärker werdende Nick Brisevac getreten hatte, sowie den Nachschuss glänzend parierte (69.). Bei der Freistoßentscheidung haderte Ottensen mit dem Unparteiischen, war das Foulspiel von Finn Wirlmann gegen den ballführenden Hamburger doch haarscharf am oder eventuell sogar schon im Strafraum. Unabhängig davon: Den folgenden Eckstoß von der linken Seite verwerteten die nun energischer werdenden Gastgeber durch den gerade erst eingewechselten Ex-Flensburger Abdel Aziz Hathat aus Nahdistanz zum Anschlusstreffer (71.), der sich bei alledem in den Minuten zuvor bereits deutlich abgezeichnet hatte.

 

Nun war das Feuer endgültig entfacht. SC-Torhüter Florian Kirschke parierte u. a. den Abschluss des gerade eingewechselten Pascal Patrick Eggert (78.) und fischte in der Folge zahlreiche Flanken souverän herunter. Auf der Gegenseite köpfte Christopher Kramer nach Flanke von Noel Kurzbach bei der ersten nennenswerten Offensivaktion unserer Mannschaft nach der Pause rechts vorbei (79.). Diese Entlastung half aber nur kurz, weil die Gastgeber immer stärker und offensiver wurden. So rannte Teutonia an, fand jedoch gegen eine vielbeinige Flensburger Abwehr nicht mehr die entscheidende Lücke. Oftmals wurden Schüsse im letzten Moment geblockt. Das Pech kam dann noch bei den Nullfünfern hinzu, als der gerade eingewechselte Martin Paustian Pitter gegen Yves Vital Mfumu zu spät kam und ihn böse am Sprunggelenk erwischte (90.+3). Nach minutenlanger Behandlung musste der Stürmer schwer verletzt vom Platz getragen werden. Für den FC aus Ottensen war es nach der frühen Auswechslung von Irwin Pfeiffer, der sich bei einem Sprintduell an den Oberschenkel gefasst hatte (9.), bereits das zweite verletzungsbedingte Ausscheiden in der ansonsten sehr fairen Partie. In der zehnminütigen Nachspielzeit scheiterte Noel Kurzbach nach einem weiten Abschlag von Florian Kirschke am Schlussmann des Aufsteigers Fynn-Lukas Hegerfeldt (90.+10), sodass es am Ende beim durchaus als glücklich zu bezeichnenden 2:1-Auswärtssieg blieb.

 

Auffälligste Spieler bei Teutonia waren Dino Fazlic auf der „Sechs“, der mit zunehmender Dauer stärker werdende Nick Brisevac als Denker und Lenker im Mittelfeld sowie der leider verletzt ausscheidende Yves Vital Mfumu, an den Genesungswünsche aus Flensburg gerichtet sind. Unsere Mannschaft hatte in Torhüter Florian Kirschke ihren großen Rückhalt. Die besten Noten konnten sich zudem Finn Wirlmann, der sich nach der Pause oft zum dritten Innenverteidiger in eine Fünferabwehrkette fallen ließ, und Christopher Kramer, der den Ball meist exzellent abschirmen konnte, verdienen. Insgesamt kann auf Flensburger Seite aber auch von einer mannschaftlich geschlossenen spielerisch guten ersten und kämpferisch starken zweiten Halbzeit gesprochen werden.

 

Wann der Liga-Spielbetrieb weitergehen wird, ist derzeit ungewiss. Zunächst steht für unsere Mannschaft eine einmonatige von der Politik verordnete Zwangspause an. Ob die Saison danach mit der Partie des 17. Spieltages beim Hamburger SV II am Freitagabend, 4. Dezember 2020, 19 Uhr, oder in anderer Art und Weise fortgesetzt werden kann, steht aktuell nicht fest.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Paetow (Kap.), Thomsen (V), Pastor Santos – Wirlmann, Hartmann, K. Schulz (79. Schleemann) – Empen (73. Kurzbach), Kramer (90. Pitter/V), Cornils (70. Olesen).

 

Tore: 0:1 K. Schulz (16.), 0:2 Kramer (41., Strafstoß), 1:2 Hathat (71.).

 

Zuschauer: 315 im ausverkauften Stadion Hoheluft, Hamburg-Eppendorf.

 

Schiedsrichter: Benjamin Schmidt (SpVg Laatzen), hatte mit der lange Zeit äußerst fairen Partie keinerlei Probleme, zog dreimal „Gelb“ (Schulze nach Foul an Njie, 62./Thomsen wegen Foulspiels, 69.; Pitter nach Foul an Vital Mfumu, 90.+3).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Thomas Seeliger zeigte sich erleichtert und sprach von einer „sehr guten ersten Halbzeit“. „Wir waren sehr souverän. Dass man da auch mal eine Chance zulässt, ist normal.“ Zur Pause sei man davon ausgegangen, dass Teutonia in den ersten zehn bis fünfzehn Minuten noch einmal alles in die Waagschale werfen würde. Man habe zu viele Zweikämpfe verloren und den Anschlusstreffer bekommen. „Dann ist das so eine mentale Geschichte: Der eine wird immer stärker und glaubt jetzt an seine Chance, und der andere baut ab“, meinte unser Trainer, der zudem damit haderte, dass man das dritte Tor nicht geschossen habe. „So blieb es bis zur 99. Minute spannend. Aber die Jungs haben sich reingehauen und kämpferisch bis zur letzten Minute alles gegeben“, so Thomas Seeliger weiter, der von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprach.

 

Der Trainer von Teutonia 05, Achim Hollerieth, beklagte ein wenig das Schicksal: „Wir haben die erste Halbzeit verpennt und sind nur schwer in die Zweikämpfe gekommen. Dann kriegen wir ein Standardgegentor und den dritten oder vierten Elfer gegen uns in den letzten drei, vier Spielen.“ In der Pause habe man einiges umgestellt. Weiche habe beim Bespielen der Halbräume Schwierigkeiten gehabt. „Am Ende fehlt uns die Cleverness oder die Abgebrühtheit. Jenes Quäntchen, das in den ersten Spielen für uns den Ausschlag gegeben hatte, ist jetzt gegen uns“, so der Trainer des Aufsteigers weiter, der sich zwar mit der Punktausbeute von 16 Zählern aus der Hinrunde nicht unzufrieden zeigte, aber die vierte Niederlage in Folge beklagte.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Mehr erfahren
Verstanden!