SC Weiche Flensburg 08
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  Spielinfo

SV Todesfelde – SC Weiche Flensburg 08 1:0 (0:0)

 

Der SC Weiche Flensburg 08 hat im SHFV-Lotto-Landespokalwettbewerb die dritte Endspielteilnahme in Folge und die sechste nach 2012, 2014, 2016, 2018 und 2019 verpasst. Im Halbfinale unterlag unsere Mannschaft beim Oberligisten SV Todesfelde am Donnerstagnachmittag durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 0:1. Bei freundlich-sonnigem, aber auch frischem Herbstwetter sahen rund 600 Zuschauer, darunter etwa 100 Weiche-Fans, im Joda-Sportpark zwischen dem sich nach Kräften wehrenden unterklassigen Außenseiter und dem Favoriten ein recht ausgeglichenes Duell, in dem ein Klassenunterschied zu keiner Zeit sichtbar wurde. Alles in allem lebte die Partie angesichts vieler Fehler auf beiden Seiten weniger von ihrer Klasse als vielmehr von ihrer Spannung. Durch den einzigen Treffer, der in der Nachspielzeit fiel, hatte der Gastgeber am Ende nicht unverdientermaßen die Nase vorn. Im Endspiel, das für den „Finaltag der Amateure“ im Mai 2020 vorgesehen ist, wird der SV Todesfelde nun auf den VfB Lübeck treffen, der sich zeitgleich beim TSB Flensburg mit 3:1 durchsetzen konnte. Während unsere Mannschaft wie schon im Vorjahr im gesamten Wettbewerb nur einen, allerdings eben den entscheidenden Gegentreffer kassierte, war es für Todesfelde nach den Halbfinalniederlagen in den beiden vergangenen Jahren – am 31.10.2017 mit 0:4 gegen Weiche, im Vorjahr 0:3 gegen den VfB Lübeck – das erste Tor in den vergangenen drei Vorschlussrundenspielen und zugleich der erste Sieg gegen einen „der Großen“ aus der Regionalliga.

 

Im Vergleich zum mit 4:1 gewonnenen Liga-Spiel vor fünf Tagen gegen den FC St. Pauli II änderte Trainer Daniel Jurgeleit die Anfangsformation zweimal. Positionsgetreu ersetzten Patrick Thomsen den gesundheitlich leicht angeschlagenen Jonas Walter und Jonas Andersen den zuletzt stark beanspruchten Tim Wulff. Die Abwehrkette vor Torhüter Florian Kirschke bildeten im inzwischen gewohnten 4-3-3-System wie zuletzt Kevin Njie (rechts), Jovan Vidovic, Angelos Argyris (beide zentral) und Ilidio Pastor Santos. Defensiv Patrick Thomsen sowie offensiv Torge Paetow und Dominic Hartmann spielten im Mittelfeld. Die Angriffsformation bestand aus Fabian Graudenz (rechts), Jonas Andersen (zentral) und Casper Olesen (links). Mit Tim Wulff, der für Fabian Graudenz kam, und Marvin Ibekwe, der Jonas Andersen ablöste, wurden zwei weitere Stürmer eingewechselt. Das Aufgebot für diese Partie ergänzten Ersatztorhüter Raphael Straub, Ture Blaue, Jonas Walter, Julian Stöhr und Florian Meyer. Aus dem vollständig in Todesfelde anwesenden Kader fehlte neben den weiterhin verletzten, angeschlagenen bzw. in der Reha befindlichen Nedim Hasanbegovic, Kevin Schulz, Christian Jürgensen, Gökay Isitan und Finn Wirlmann zudem noch Tayfun Can.

 

Mit Beginn der Partie machte der Gastgeber deutlich, dass er sein Terrain nicht kampflos den Förderstädtern überlassen wollte. Beide Mannschaften mühten sich, aber so richtig zwingende und zusammenhängende Aktionen wollten auf beiden Seiten nicht zustande kommen. Das erste Achtungszeichen setzte der Sturmführer der Gelb-Blauen, Morten Liebert, bei dessen Schuss von halblinks auf den kurzen Pfosten SC-Torhüter Florian Kirschke zur Stelle war, der Nachschuss wurde zum Eckstoß geblockt (11.). Auf der Gegenseite wurde nach Vorarbeit von Fabian Graudenz und Casper Olesen, die sich über rechts behauptet hatten, der Abschluss von Kevin Njie noch ebenso zum Eckstoß abgeblockt (14.) wie später jener von Dominic Hartmann, nachdem sich Casper Olesen über links durchgetankt hatte (27.). Dazwischen hatte Ilidio Pastor Santos mit einem Außenristpass mal Casper Olesen ebenfalls über halblinks eingesetzt, im Zentrum fand sich allerdings kein Nutznießer (22.). Und als Jonas Andersen nach Vorarbeit von Casper Olesen dynamisch dribbeln und dann schießen konnte, lenkte SV-Schlussmann Benner den Flachschuss um den Pfosten (23.). Doch auch wenn Todesfelde zwischenzeitlich weniger Ballbesitz hatte, wirkten die Gastgeber nicht ungefährlich. Bei der besten Kontermöglichkeit ging Klimmek über rechts ab. Nach dem Querpass auf die linke Seite jagte Bento die Kugel aber aus 16 Metern relativ freistehend über den Kasten (24.).

 

Nachdem „Tofe“ anfangs noch mit hohem Laufaufwand ein optisch ausgeglichenes Spiel erzwang, schien Weiche in der zweiten Hälfte der ersten 45 Minuten das Geschehen zunehmend unter Kontrolle zu bekommen, doch fehlten die richtigen Torchancen. Sowohl beim direkt als Aufsetzer getretenen Freistoß von Dominic Hartmann aus fast 30 Metern (29.) als auch bei einem Kopfball von Angelos Argyris nach Flanke von Dominic Hartmann mit links von der rechten Seite (36.) war Torhüter Benner souverän zur Stelle. Der Flachschuss von Casper Olesen nach Vorarbeit von Torge Paetow und Ablage von Jonas Andersen verfehlte das Ziel (32.). So ging es torlos zum Pausentee.

 

Gleich nach dem Seitenwechsel ließ unsere Mannschaft ihre vielleicht beste Chance ungenutzt, als Dominic Hartmann mit Schwung die Kugel vom eigenen Strafraum durch das Mittelfeld trieb und vor dem gegnerischen 16-m-Raum auf halblinks zu Jonas Andersen passte, der mit seinem Abschluss jedoch nur das Außennetz traf (48.). In der Folge hatte Weiche zwei weitere kleinere Möglichkeiten. Erst setzte sich Jonas Andersen im Strafraum zwar durch, aber der scharfe Ball von Torge Paetow ging im Anschluss durch den Fünfmeterraum, ohne dass eine Flensburger Fußspitze zur Stelle war (57.). Dann behauptete Casper Olesen geschickt die Kugel im Mittelfeld, doch die Möglichkeit, mit etwas mehr Tempo in sich auftuende Räume zu gelangen, wurde nicht gut genutzt. Stattdessen zog Ilidio Pastor Santos aus gut 20 Metern ab, konnte damit Torhüter Benner allerdings nicht ernsthaft in Verlegenheit bringen (62.).

 

Hatte Weiche zu Beginn der zweiten Halbzeit noch die etwas besseren Offensivaktionen, so zog nachfolgend viel Unruhe und Nervosität in die Flensburger Reihen ein. Unbedrängt gespielte Pässe ins Seitenaus häuften sich wie Abspiel- und Ballannahmefehler. Selten hat man unsere Mannschaft mit so vielen einfachen Ballverlusten gesehen wie in der letzten halben Stunde dieser Partie. Spielfluss konnte so nicht mehr aufkommen. Stattdessen stärkten solche Aktionen den Kontrahenten, der seine Chance witterte. So kamen die Gelb-Blauen über Liebert, der über links viel Platz hatte, zu einer exzellenten Konterchance, doch nach dem Querpass auf Bento verpuffte der Angriff, nachdem die Kugel wieder bei Liebert gelandet war, beim SC-Schlussmann Florian Kirschke (66.). Wenig später wurde der Schuss von Liebert gerade noch geblockt (69.). Todesfelde war wieder im Spiel, das insgesamt umkämpfter und hektischer wurde. Nachdem vor der Pause bereits Angelos Argyris nach Foul an Sirmais (15.) auf Flensburger sowie Stehnck nach Foul an Fabian Graudenz (28.) auf Seiten der Heimischen „Gelb“ gesehen hatten, ging es nun verbal und körperlich ordentlich zur Sache. Erst sah Todesfeldes Klimmek wegen Reklamierens „Gelb“ (64.), dann folgten seine Mannschaftskameraden Bento (83.) und Szymczak (89.) jeweils nach Foul an den eingewechselten Marvin Ibekwe. Auch Kevin Njie erwischte es, als er den eingewechselten Studt unfair attackierte (88.).

 

In der Schlussviertelstunde stand die Frage, ob noch eine Mannschaft zum entscheidenden Schlag ausholen könnte. Casper Olesen traf, von links kommend, aus spitzem Winkel das Außennetz (75.). Ein Kopfball des ebenfalls eingewechselten Tim Wulff verfehlte knapp das Ziel (85.). Doch die Aktionen des Favoriten waren nicht mehr souverän. Die Verunsicherung war insbesondere gerade in der Abwehr zu spüren. Als „Tofe“ plötzlich mit zwei Spielern auf Kevin Njie zulaufen konnte, schien das Aus des Regionalligisten bereits besiegelt, zumal der Querpass auf Liebert unseren Abwehrspieler ausschaltete und Liebert allein auf Torhüter Florian Kirschke zulaufen konnte. Aber der SC-Schlussmann blieb nervenstark lange stehen, hielt seine Beine zu und damit Weiche im Rennen (87.). Er war nach einer kollektiv schwachen Abwehr dennoch machtlos, als Petzold die Gastgeber nach 91 Minuten und 33 Sekunden ins Glück schießen konnte. Nach einem Freistoß von der Mittellinie wurde der Ball erneut an den Strafraum geschlagen, Szymczak brachte auf links den völlig frei stehenden Studt ins Spiel, der wiederum zurückpasste; der abgeblockte Schuss von Szymczak landete bei Petzold, und dieser setzte die Kugel aus 12 Metern, halbrechte Position, flach ins Netz (90.+2).

 

Beim kämpferisch und körperlich beeindruckenden gastgebenden Oberligisten Todesfelde fielen Kapitän Sixtus sowie Sirmais und Bento als zentrale, nimmermüde Spieler besonders auf. Schlussmann Benner hielt zudem fehlerlos, wobei er sich kaum mit Glanzparaden auszeichnen musste. Auf Flensburger Seite konnten sich Torhüter Florian Kirschke und – bereits mit Abstrichen – Angelos Argyris und Casper Olesen die besten Noten verdienen.

 

Das Gute ist, dass unsere Mannschaft nach dem schmerzhaften und enttäuschenden Pokal-Aus schnell die Möglichkeit erhält, es wieder besser zu machen. Nur drei Tage nach dieser ersten Niederlage gegen einen klassentieferen Kontrahenten seit vielen, vielen Jahren steht der letzte Hinrundenspieltag in der Liga an, der allerdings noch lange nicht den Abschluss der Herbstserie bedeutet. Unsere Mannschaft muss am Sonntag, 3. November 2019, ab 14.00 Uhr, beim Nachwuchs der KSV Holstein antreten. Die Partie im Citti-Fußball-Park von Kiel-Projensdorf hat nicht nur Derby-Charakter, sondern ist zugleich ein Spitzenspiel und Verfolgerduell, empfängt doch der Tabellenvierte den Dritten. Die U 23 von Holstein hat auch in ihrem zweiten Jahr in der Regionalliga ihre Qualitäten unter Beweis gestellt, die sich vor allem in einer offensiven Ausrichtung zeigen. Nur der amtierende Meister VfL Wolfsburg II hat mehr Treffer erzielen können. Mit Laurynas Kulikas verfügen die jungen Störche über einen extrem gefährlichen Torjäger, der bereits neunmal einnetzen konnte. Auf eigener Anlage ist der Zweitliga-Nachwuchs bei sieben Auftritten und fünf Siegen bislang unbezwungen. Hier traf er bereits 22-mal. Neben dem jüngsten 4:1-Sieg gegen Titelmitfavorit Wolfsburg II sticht auch ein 5:2-Erfolg gegen den Nachwuchs von Werder Bremen heraus. Die junge Elf um Routinier Tim Siedschlag hat aus der Hinrunde noch die Heimbegegnung gegen den VfB Lübeck nachzuholen. In der vergangenen Saison gewann Weiche beide Duelle gegen den Kieler Zweitliga-Nachwuchs. Beim 2:0-Sieg am 9. September 2018 im Citti-Fußball-Park waren unter den offiziell 907 Zuschauern auch gut 200 Flensburger Anhänger, die damals Treffer von Dominic Hartmann (25., Strafstoß) und des überragenden Marvin Ibekwe (77.) bejubeln konnten. Das Rückspiel gewann Weiche dann am 16. März 2019 mit 2:1.

 

Weiche: Kirschke – Njie (V), Vidovic, Argyris (V), Pastor Santos – Thomsen – Paetow (Kap.), Hartmann – Graudenz (65. Wulff), Andersen (78. Ibekwe), Olesen.

 

Tor: 1:0 Petzold (90.+2).

 

Zuschauer: ca. 600, darunter etwa 100 Flensburger, im Joda-Sportpark, Todesfelde.

 

Schiedsrichter:

Alexander Roppelt (VfL Bad Schwartau), machte keine spielentscheidenden Fehler, gab siebenmal „Gelb“, davon fünfmal für die Gastgeber.

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