SC Weiche Flensburg 08
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  Spielinfo

VfB Lübeck – SC Weiche Flensburg 08 2:0 (0:0)

 

Bitter für den SC Weiche Flensburg 08! Im mit Spannung erwarteten prestigeträchtigen Verfolger- und Schleswig-Holstein-Duell der Regionalliga Nord verloren die Fördestädter am neunten Spieltag beim Titelfavoriten VfB Lübeck äußerst unglücklich mit 0:2 Toren. Unsere Mannschaft zog damit nach zuletzt vier Ligaspielen ohne Niederlage erstmals wieder den Kürzeren und verlor zugleich zumindest vorerst den Anschluss an die beiden Aufstiegskandidaten. Das Stadion an der Lohmühle, das mit 3.165 Zuschauern, darunter rund 40 Gäste-Anhängern, gut besucht war, scheint langsam zu einem Alptraum für Weiche zu werden. Bei bestem Fußballwetter – trocken und zuweilen mit wärmender September-Sonne – war es nach dem 1:3 in der Liga gegen den VfB Lübeck in der vergangenen Saison, dem 1:5 gegen Werder Bremen im DFB-Pokalwettbewerb und dem 0:1 erneut gegen den VfB im Landespokalfinale die vierte schmerzhafte Niederlage im größten Fußballstadion Schleswig-Holsteins binnen weniger als elf Monaten. Besonders bitter war der Nachmittag für die Flensburger deshalb, weil – wie vor einer Woche beim mit 1:0 gewonnenen Heimspiel gegen Norderstedt – die bessere Mannschaft am Ende verloren hatte. Offenbar hatte Weiche bei der ersten Auswärtsniederlage der laufenden Sasion das Glück eine Woche zuvor bereits aufgebraucht.

 

Hatte Trainer Daniel Jurgeleit die Startelf beim 1:0-Heimsieg gegen Norderstedt gleich sechsmal geändert, so rotierten diesmal erneut sechs Spieler neu in die Anfangsformation. Jovan Vidovic, Finn Wirlmann, Ilidio Pastor Santos, Dominic Hartmann, Kevin Schulz und Tim Wulff begannen für die auf der Bank sitzenden Patrick Thomsen, Julian Stöhr, Gökay Isitan und Marvin Ibekwe sowie die nicht dem 19er Kader angehörenden Fabian Graudenz und Jonas Andersen. Taktisch sortierte sich Weiche in einem 3-5-2-System, bei dem Kevin Njie (rechts), Angelos Argyris (zentral) und Jovan Vidovic (links) die Dreierkette vor Torhüter Florian Kirschke bildeten. Vor der Abwehr spielten Finn Wirlmann und Christian Jürgensen in der Zentrale. Die Außenbahnen mit Torge Paetow (rechts) und Ilidio Pastor Santos (links) vervollständigten bei gegnerischem Ballbesitz die Abwehr zu einer Fünferkette. Hinter den beiden Spitzen Kevin Schulz, der gegen seinen Ex-Verein spielte, und Tim Wulff begann mit Dominic Hartmann ein weiterer ehemaliger Lübecker. Erst in den letzten 20 Minuten wechselte unsere Mannschaft. Zunächst kam Marvin Ibekwe für Finn Wirlmann, sodass Kevin Schulz in die Mittefelddefensive zurückrutschte. Dann ersetzte Patrick Thomsen positionsgetreu Kevin Schulz. Schließlich kam nach dem Rückstand der ehemalige VfBer Gökay Isitan für Torge Paetow. Ersatztorhüter Raphael Straub sowie Ture Blaue, Julian Stöhr, Florian Meyer und Tayfun Can blieben auf der Bank. Nicht im 19er-Kader für das Spiel in Lübeck standen neben den langzeitverletzten Nedim Hasanbegovic (ebenfalls ehemals VfB Lübeck; nun endlich schmerzfrei) und Jonas Walter (beide Knie) auch der angeschlagene Casper Olesen sowie Fabian Graudenz und Jonas Andersen.

 

Die Brisanz der Partie zweier Spitzenmannschaften bekam gleich einmal SC-Kapitän Christian Jürgensen zu spüren, der nach 45 Sekunden von Schelle am Kopf getroffen und danach gut 80 Sekunden lang behandelt werden musste (1.). Dennoch entwickelte sich zunächst ein auch optisch gutes Spiel, bei dem unsere Mannschaft die erste Torchance hatte, als Tim Wulff im Fünfmeterraum an einen Eckstoß von Dominic Hartmann von der linken Seite nur knapp vorbeirauschte (8.). Nachdem das Raunen im Stadion bei dieser Szene verklungen war, kamen die Gastgeber besser ins Spiel. Riedel wurde auf halbrechts in die Gasse geschickt, doch sein Abschluss bereitete Weiche-Torhüter Florian Kirschke keine Probleme (12.), und unser Schlussmann war ebenfalls sicher zur Stelle, als erneut Riedel auf rechts eine Eingabe scharf und kniehoch nach innen brachte (13.). Nachdem Mende die Kugel aus der Distanz über das Flensburger Gehäuse gesetzt hatte (17.), nahm die Partie jedoch aus Zuschauer-Sicht eine längere Pause. Die Marzipanstädter hatten ihr Schießpulver und den Offensivdrang für die erste Halbzeit damit bereits verschossen. Weiche gelang es in der Folge glänzend, die Gastgeber vom eigenen Tor fernzuhalten und das Spiel unter Kontrolle zu bringen. Selbst wurde der SC allerdings bis zur Pause nur noch einmal gefährlich, als nach einem weiten Einwurf von Torge Paetow von der linken Seite erst Tim Wulff per Kopf auf das kurze Eck und dann Christian Jürgensen im Nachschuss aus spitzem Winkel an Torhüter Raeder scheiterten (31.). Einige lange Bälle von Angelos Argyris oder Jovan Vidovic landeten hingegen in der Leere bzw. problemlos bei Torhüter Raeder oder Innenverteidiger Halke, weil der SC-Angriff der gut formierten Abwehr der Grün-Weißen personell zumeist deutlich unterlegen war. So ging es alles in allem mit einem gerechten 0:0 in die Halbzeitpause. Die Partie war sehr stark vom gegenseitigen Respekt geprägt. Keiner wollte zu viel riskieren, und Weiche hatte den Lübeckern jegliche Lust auf schwungvollen Fußball genommen. Von den hochgelobten Stürmern der Gastgeber Hobsch und Arslan war gar nichts zu sehen, während auf Flensburger Seite die Angreifer zwar ebenfalls einen schweren Stand hatten, aber Tim Wulff immerhin viele Bälle anzog.

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien zunächst die Dynamik zuzunehmen, als Malone über rechts einen Ball am kurzen Pfosten am Weiche-Kasten vorbeisetzte (47.). Doch nachdem Innenverteidiger Halke mit einem Kopfball von halbrechts nach Eckstoß von Arslan am sicheren Torhüter Florian Kirschke gescheitert war (52.), bekam Weiche das Geschehen wieder in den Griff. Unsere Mannschaft konnte sogar zunehmend souverän auftreten, wenngleich sich die großen Torchancen der Gäste erst einmal in Grenzen hielten. Nach einem Zusammenspiel von Torge Paetow und Dominic Hartmann über die rechte Seite traf beim bis dahin besten Flensburger Angriff Kevin Schulz am Elfmeterpunkt unter Bedrängnis den Rückpass nicht (55.). Dann erkämpfte sich Dominic Hartmann am linken Strafraumeck die Kugel und versuchte es allein, schoss aber am kurzen Eck vorbei (65.). Tendenziell wurde Weiche immer stärker, während den Gastgebern zwischenzeitlich gar nichts mehr gelang; das Murren auf der Tribüne nahm hörbar zu. Nach gut 20 Minuten musste Florian Kirschke mal wieder eingreifen, als er eine Flanke von rechts an den Fünfmeterraum wegfausten konnte (73.). Bei einem zu hoch angesetzten Schuss von Hoins aus 20 Metern musste er nicht eingreifen (76.). Dazwischen lag die vielleicht spielentscheidende Szene. Nach einem Freistoß wurde der Kopfball von Tim Wulff von der linken Seite immer länger, Torhüter Raeder schaute nur hoffend hinterher, die Kugel landete am rechten Innenpfosten und sprang von dort Tim Wulff wieder auf den Fuß, doch der Stürmer jagte die Kugel über den Querbalken (74.). Sieben Minuten später hatte der eingewechselte Hebisch auf der Gegenseite mehr Glück. Seine Direktabnahme von halbrechts landete ebenfalls am langen Innenpfosten, sprang aber von dort zum zu jenem Zeitpunkt überraschenden Führungstreffer für die Hanseaten ins Netz (81.).

 

Unsere Mannschaft warf nun alles nach vorn, während Lübeck jetzt clever verteidigte. Die Entscheidung drohte bereits, als Matovina über halblinks mit feinem Zuspiel Hobsch im Strafraum fand, doch der bis dahin unsichtbare VfB-Stürmer bekam den Ball nicht unter Kontrolle (90.). Kaum eine Minute später machte es Hobsch deutlich besser. Völlig freigespielt, weil auch die Abseitsfalle des SC nicht zuschnappte, konnte er von halblinks allein auf Torhüter Florian Kirschke zulaufen und die Kugel im langen Eck zum 2:0-Endstand versenken (90.+1).

 

Beim VfB Lübeck waren der defensive Abräumer Mende, der Innenverteidiger Halke und Matovina aus dem Mittelfeld die auffälligsten Spieler. In der Anfangsphase konnte zudem Riedel auf der rechten Außenbahn überzeugen. Unsere Mannschaft hatte in Torhüter Florian Kirschke sowie den Abwehrspielern Angelos Argyris und Kevin Njie ihre besten Akteure. Lobend seien auch Ilidio Pastor Santos und Tim Wulff erwähnt, die für die Mannschaft viel arbeiteten.

 

Mit dem Heimspiel gegen die U 23 von Hannover 96 wird unsere Mannschaft am kommenden Freitag, 13. September 2019, ab 17.30 Uhr den zehnten Spieltag der Regionalliga Nord einläuten. Was da auf Weiche zukommen wird, lässt sich vorab schwer einschätzen. Die von Christoph Dabrowski betreuten jungen Niedersachsen hatten in den vergangenen Jahren vor allem durch konzentrierte Defensivarbeit überzeugt. Daher waren torlose Partien zwischen den Förderstädtern und den Hannoveranern eher die Regel als die Ausnahme. In den jüngsten vier Duellen hieß es gleich dreimal am Ende 0:0. Und in der vergangenen Saison wiesen die jungen 96er mit 33 Gegentoren aus 34 Spielen die drittbeste Abwehr der gesamten Liga auf. Von defensiver Stabilität war die U 23 des Zweitligisten in dieser Saison jedoch oft weit entfernt. Mit 16 Gegentreffern aus den ersten sieben Partien der laufenden Spielzeit – darunter ein 0:6 am zweiten Spieltag in Jeddeloh II – schienen die Baustellen angezeigt. Offenbar ist es Christoph Dabrowski und seinen Mitstreitern aber gelungen, die defensiven Probleme inzwischen zu lösen und dabei seine Elf auch erfolgreich nach vorn agieren zu lassen. Am Sonntag vor einer Woche ließ Hannover 96 II mit einem sehr überraschenden 3:0-Sieg beim Spitzenreiter VfL Wolfsburg II aufhorchen. Angesichts eines solchen Paukenschlags sollten sich die Männer von Trainer Daniel Jurgeleit darauf einstellen, erneut vor einer schweren Aufgabe zu stehen.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Argyris, Vidovic – Wirlmann (V/72. Ibekwe), Jürgensen (Kap./V) – Paetow (87. Isitan), Hartmann, Pastor Santos – K. Schulz (80. Thomsen/V), Wulff.

 

Tore: 1:0 Hebisch (81.), 2:0 Hobsch (90.+1).

 

Zuschauer: 3.165, darunter etwa 40 Flensburger, im Stadion an der Lohmühle, Lübeck.

 

Schiedsrichter: Fynn Kohn (Husumer SV), hatte die Partie mit vielen harten Zweikämpfen und einigem „Gift“ gut unter Kontrolle, verteilte sechsmal „Gelb“ (Hoins nach Foul an Wirlmann, 39.; Riedel nach Foul an Pastor Santos (58.); Arslan nach Disput mit Jürgensen, 90.+2/Wirlmann nach Foul an Mende, 26.; Jürgensen nach Disput mit Arslan, 90.+2; Thomsen nach Foul an Arslan, 90.+4).

 

 

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