SC Weiche Flensburg 08
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Flutlichtpremiere ohne Happy End

  Spielinfo

Endlich sind Flutlichtspiele auch im Manfred-Werner-Stadion möglich! Zur Einweihung der Flutlichtanlage kam der SC Weiche Flensburg 08 am 24. Spieltag der Regionalliga Nord am Freitagabend zum nun schon beinahe obligatorischen 1:1-Remis gegen den SV Werder Bremen II. Seitdem der Werder-Nachwuchs vor fast zwei Jahren wieder in diese Spielklasse zurückkehrte, war es das vierte Aufeinandertreffen und zugleich das vierte mit jenem Endresultat. Damit bleibt Weiche nach nun schon insgesamt zehn Vergleichen gegen die Bremer U 23 sieglos. Für unsere Mannschaft war die Flutlichtpremiere zugleich der Auftakt in die „Restrunde“ der Liga. Die 1.428 Zuschauer – darunter Innenminister Hans-Joachim Grote als Vertreter des Landes Schleswig-Holstein, das ein Drittel der Kosten für den Bau der fernsehtauglichen Flutlichtanlage übernommen hatte – sahen bei endlich einmal trockenem Wetter eine anfangs sehr lebhafte Partie, die bis zum Schluss spannend blieb, wenngleich die Strafraumszenen nach der Pause deutlich weniger wurden. Gemessen an den schwierigen Platzverhältnissen zeigten beide Mannschaften eine gute, wenngleich nicht hochklassige Partie, bei der es ordentlich an die Kraftreserven ging.

 

Knapp zwölf Wochen nach dem letzten Ligaspiel – dem 2:1-Sieg gegen den VfB Oldenburg vom 7. Dezember 2019 – schickte Trainer Daniel Jurgeleit eine auf drei Positionen veränderte Startelf auf den tiefen Rasen. Für den zuletzt noch angeschlagenen Angelos Argyris, den Gelb-Rot-gesperrten etatmäßigen Kapitän Christian Jürgensen und den nach Auslaufen seiner Leihe inzwischen nach Dänemark zurück gewechselten Jonas Andersen begannen Patrick Thomsen, Rückkehrer Nico Empen und Tim Wulff. Im gewohnten 4-3-3-System liefen vor Torhüter Florian Kirschke in der Viererkette Kevin Njie (rechts), Patrick Thomsen, Jovan Vidovic (beide zentral) und Julian Stöhr auf. Das Mittelfeld bildeten Torge Paetow, Fabian Graudenz und Dominic Hartmann. Der Sturm begann mit Nico Empen (rechts), Tim Wulff und Casper Olesen (links). Eingewechselt wurden ab Mitte der zweiten Halbzeit nacheinander Marvin Ibekwe, Angelos Argyris und Ilidio Pastor Santos. Dafür mussten die offensiven Akteure Tim Wulff, Fabian Graudenz und Casper Olesen den Platz vorzeitig verlassen. Zum 19er-Kader des Spieltages gehörten neben Ersatztorhüter Raphael Straub zudem Ture Blaue, Finn Wirlmann, Kevin Schulz und Tayfun Can. Nicht im Aufgebot für diese Partie waren neben dem gesperrten Christian Jürgensen die zuletzt in der Reha befindlichen Jonas Walter, Nedim Hasanbegovic, Florian Meyer und Gökay Isitan.

 

Die Partie begann mit vielen guten, verheißungsvollen Aktionen auf beiden Seiten. Den Anfang machte Fabian Graudenz mit einem 18-m-Schuss, den Werder-Torhüter Plogmann parierte (3.). Kurz darauf zögerte Nico Empen, stark von Julian Stöhr über links in Szene gesetzt, am Fünfmeterraum zu lange (5.). Auf der Gegenseite schoss zunächst Badjie aus der Drehung (5.), dann köpfte Karbstein nach Freistoßeingabe von Hackethal von der linken Seite in die Arme von SC-Torhüter Florian Kirschke (8.). Tiefes Durch- und Aufatmen auf Flensburger Seite war angesagt, als Rorig über rechts abging und Ihorst im Zentrum nur knapp verpasste (9.). Unsere Mannschaft antwortete mit guten Aktionen über Dominic Hartmann, der die schöne Ablage von Tim Wulff nutzen konnte, mit dem Abschluss allerdings zögerte (13.). Der Schuss von Nico Empen von halbrechts wurde noch zum Eckstoß abgefälscht (13.). Und richtig flüssig lief der Ball durch die Flensburger Reihen, als Fabian Graudenz und Casper Olesen Dominic Hartmann in Position brachten, dessen Schuss Torhüter Plogmann vor keine Probleme stellte (16.). Schließlich traf Fabian Graudenz endlich in die Maschen, nachdem unmittelbar zuvor Nico Empen den Ball an die Latte geschlenzt und Casper Olesen die Kugel wieder vor das Tor gebracht hatte (18.). Endlich war die Führung in einer höchst unterhaltsamen, sehr lebhaften Anfangsphase erzielt.

 

In der Folge legte die Partie aber eine längere Ruhephase ein. Nur Goller hatte vor der Pause noch eine richtig gute Möglichkeit, doch der Bremer setzte seinen Schuss aus der Drehung knapp am Pfosten vorbei (29.). So ging es mit einer insgesamt nicht unverdienten 1:0-Führung der Gastgeber in die Kabinen.

 

Nach dem Seitenwechsel hatte der Werder-Nachwuchs erst einmal mehr Ballkontakte. Das Flensburger Tor geriet allerdings selten ernsthaft in Gefahr. Beinahe schien es, als würde sich die Elf von Trainer Daniel Jurgeleit auf eine reine Abwehrschlacht einlassen, weil Akzente nach vorn zwischenzeitlich gänzlich fehlten. Doch plötzlich hatte Weiche zwei richtig gute Möglichkeiten, um die Führung auszubauen. Erst setzte Tim Wulff einen zweiten Ball nach einer Freistoßeingabe von Dominic Hartmann von der rechten Seite haarscharf rechts am Kasten flach vorbei (50.). Dann hatte Patrick Thomsen eine starke Offensivaktion, als der Innenverteidiger auf rechts auf und davon ging. An seine flache Eingabe durch den Fünfmeterraum kam Tim Wulff am zweiten Pfosten nicht mehr ganz heran (59.). Das wäre die mögliche Vorentscheidung gewesen. Stattdessen rappelte es auf der Gegenseite, als Hackethal zu viel Platz hatte und die Flanke von links bringen konnte. Im Zentrum kam Goller relativ unbedrängt zum Kopfball, die Kugel schlug im Kasten ein: 1:1 (60.).

 

Zusammenhängende, durchdachte Aktionen wurden in der Folge auf beiden Seiten seltener. Der Kraftverlust auf dem schwer bespielbaren Geläuf war unübersehbar, zumal hüben wie drüben zu große Ungenauigkeiten den Spielfluss stocken ließen. So blieb die Partie zwar unterhaltsam und spannend, aber die Zahl der Strafraumszenen nahm weiter ab. In der letzten halben Stunde waren trotz des Bemühens auf beiden Seiten, den Siegtreffer zu erzielen, nur je eine Aktion notierenswert. Auf Flensburger Seite forderte die Rechtsflanke von Torge Paetow das ganze Können von Torhüter Plogmann (75.). Dessen Gegenüber Florian Kirschke war zur Stelle, als Ihorst zum Abschluss kam (80.). Am Ende gelang es keinem mehr, die entscheidende Spielszene zu kreieren.

 

Bei unserer Mannschaft konnte sich Patrick Thomsen als Innenverteidiger die beste Note verdienen. Fehlerfrei agierte Torhüter Florian Kirschke, und positiv sei auch Torschütze Fabian Graudenz hervorgehoben, der mit seiner Ballbehandlung im Mittelfeld für gute Spielverlagerungen sorgen konnte. Der Gast hatte gerade anfangs in Zentrumsstürmer Badjie und Rechtsaußen Goller seine auffälligsten Akteure. Im Mittelfeld gefiel Hackethal mit einem ordentlichen Pensum.

 

Bereits am Mittwoch geht es in der Liga für unsere Mannschaft weiter. Dann gastiert ab 19 Uhr – erneut unter Flutlicht – in einem Nachholspiel der Heider SV an der Bredstedter Straße. Die Dithmarscher sind zwar im Tabellenkeller, haben aber im Kampf um den Klassenerhalt noch alle Trümpfe in den Händen und können den Ligaverbleib aus eigener Kraft durchaus schaffen. Dazu sind Punkte notwendig, die bislang vorzugsweise gegen Mitabstiegskandidaten geholt worden sind. Doch mit eher unerwarteten Zählern bei favorisierten Spitzenmannschaften könnte Heide Bonuspunkte sammeln und zudem etwas für das Selbstvertrauen tun. Freilich gelang dieses Kunststück dem Aufsteiger noch nicht. Punkte wurden – gleich ob daheim oder auswärts – lediglich gegen Mannschaften der unteren Tabellenhälfte geholt. Den einzigen Auswärtssieg brachten die Männer von Trainer Sönke Beiroth vom Hannoverschen SC (2:1) mit. Auch im SHFV-Landespokalwettbewerb, wo Weiche im Oktober Heide mit 5:0 schlug, war für den „kleinen HSV“ auswärts Endstation. Die Schwarzhosen, die sicherlich in Flensburg von einem zahlenmäßig vergleichsweise großen Anhang unterstützt werden, gelten als einsatzstark und mannschaftlich geschlossen. Diese Eigenschaften werden sie bestimmt genauso in Flensburg in das Scheinwerferlicht stellen wollen.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Thomsen (V), Vidovic, Stöhr – Paetow (Kap./V), Hartmann, Graudenz (73. Argyris) – Empen, Wulff (65. Ibekwe), Olesen (84. Pastor Santos).

 

Tore: 1:0 Graudenz (18.), 1:1 Goller (60.).

 

Zuschauer: 1.428 unter Flutlicht im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Murat Yilmaz (FC Türkiye Wilhelmsburg/Hamburg), hatte mit beiderseits zwei Gelben Karten das Geschehen sicher im Griff.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des SV Werder Bremen II, Konrad Fünfstück, richtete zunächst seine Gratulationen an den gastgebenden Verein und die Stadt. Es sei unter Flutlicht eine tolle Atmosphäre gewesen und habe Spaß gemacht, wenngleich der Platz bei weitem nicht so gut gewesen sei wie das Licht. So habe man ein kampfbetontes Spiel erwartet, bei dem es sehr oft darum gehen würde, die zweiten Bälle zu gewinnen. Auch sei zu erwarten gewesen, dass viele Bälle verspringen würden. Das habe schon eine Umstellung von seiner jungen Mannschaft, die das Kurzpassspiel sucht, verlangt. Man sei aber sehr gut ins Spiel gekommen und habe anfangs einiges liegen gelassen. Doch Flensburgs Stärke sei die Wucht nach vorn, durch die man ein Gegentor bekommen habe. Zur Halbzeit habe er eine Systemumstellung vorgenommen. So sei man dann besser geworden, in die Tiefe gekommen und mit dem 1:1 belohnt worden. Man fahre nun mit einem guten Gefühl mit einem Punkt nach Hause, den man bei einer absolut guten Mannschaft mit einer guten Handschrift geholt habe. Flensburg sei ein toller Verein, dem er alles Gute wünsche.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit sprach von einem richtig guten Spiel beider Mannschaften, unabhängig vom Platz. Wörtlich: „Ich fand ihn gut, die Atmosphäre war gut, das Flutlicht war sehr hell – für unsere Verhältnisse.“ In der Anfangsphase habe man einige Chancen gehabt und wohl die siebente Chance zur verdienten Führung genutzt. Danach habe man 20 Minuten lang vor der Halbzeit den Faden ein bisschen verloren. „Wir wollten mit aller Macht am Anfang der zweiten Halbzeit die Führung verteidigen und haben uns dann ein paar Minuten später aber gefangen,“ so der Trainer weiter. Seine Mannschaft hatte die große Möglichkeit gehabt, das zweite Tor zu erzielen, nicht nur als Tim Wulff an der Eingabe von Pedi Thomsen vorbeirutschte, sondern auch schon kurz zuvor durch Tim Wulff bei einem zweiten Ball, der am Pfosten knapp vorbeiging. Dann wäre Werder wohl nicht mehr so zurückgekommen und hätte keinen Punkt mitgenommen. Er machte seiner Mannschaft ein Kompliment. Es war ein gutes Spiel, was sich in der Vorbereitung allerdings angedeutet habe. Die Ergebnisse waren dort für Außenstehende vielleicht nicht so, aber die Gegner hatten auch richtig einen Wettkampf geliefert, und die Mannschaft hatte sehr gut mitgezogen. „Wir hätten durchaus einen Sieg verdient gehabt“, schloss unser Trainer.

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