SC Weiche Flensburg 08
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Das Dorf rockt – Weiche verliert gegen „Tofe“

  Spielinfo

Endspielniederlage beim wichtigsten Hallenturnier in Schleswig-Holstein

 

 

Der Start ins neue Jahr ist für unsere Regionalliga-Mannschaft nicht vollends gelungen. Der SC Weiche Flensburg 08 unterlag im stimmungsvollen Finale der 22. Auflage des SHFV-Lotto-Hallenmasters am Sonnabendabend in der ausverkauften Kieler Sparkassenarena dem SV Todesfelde mit 1:3-Toren. Damit erreichte unsere Mannschaft zwar erneut das Finale dieser prestigeträchtigen Veranstaltung, doch nach dem ersten Triumph von 2014 und den drei Titelgewinnen in Folge zwischen 2016 und 2018 musste sie wie im Vorjahr – damals 3:4 gegen den NTSV Strand 08 – im Endspiel eine Niederlage hinnehmen. Vor 8.659 Zuschauern hatten sich zuvor im Halbfinale Todesfelde gegen den TSB Flensburg mit 3:1 und Weiche gegen den als Geheimfavoriten gehandelten 1. FC Phönix Lübeck mit 2:0 durchgesetzt. Bereits in der Vorrunde waren die beiden späteren Endspielteilnehmer aufeinandergetroffen. Bei ihrem jeweils ersten Auftritt des Abends hatten sie sich 1:1-unentschieden getrennt.

 

Beide Flensburger Mannschaften hatten die Vorrunde jeweils als Gruppensieger abgeschlossen. Insgesamt konnte man dem Auftritt des SC Weiche Flensburg 08 in Kiel so manches Positives abgewinnen. Im Vergleich zum Vorjahr, als sich unsere Mannschaft bis ins Endspiel ein wenig „durchgemogelt“ hatte, konnte Weiche diesmal relativ souverän das Finale erreichen, obgleich der ganz große Glanz selten aufkam. Die fußballerisch fraglos schönste Aktion des mit viel Spektakel begleiteten „Budenzaubers“, bei dem die magischen Momente sonst vielleicht etwas zu kurz kamen, blieb ohnehin einem Ex-Weiche-Akteur vorbehalten. Timo Carstensen, der mit vier Treffern auch als Torschützenkönig der Veranstaltung ausgezeichnet wurde, erzielte mit artistischem Fallrückzieher zum 2:1-Endstand Sekunden vor Schluss im dritten Gruppenspiel des TSB Flensburg gegen den VfB Lübeck ein ebenso attraktives wie wichtiges Tor, das unserem Lokalkontrahenten zugleich den Einzug in das Semifinale sicherte. Da brandete im mit rund 1.000 Fans gut gefüllten gemeinsamen Flensburger Block Jubel und im weiten Rund anerkennender Beifall auf.

 

Trainer Daniel Jurgeleit hatte einen gemischten Kader nominiert. Sieben Spieler waren bereits beim letzten Triumph 2018 dabei: Torhüter Florian Kirschke, Patrick Thomsen, Torge Paetow, Ilidio Pastor Santos, Dominic Hartmann und Tayfun Can sowie der schon damals ohne Einsatz gebliebene Ersatztorhüter Raphael Straub. Dazu kamen die Hallenmasters-erfahrenen Kevin Njie und Tim Wulff sowie die drei Neuzugänge des vergangenen Sommers Ture Blaue, Julian Stöhr und Fabian Graudenz. Leider hatte Florian Meyer, sicherlich einer der besten Techniker im SC-Kader, relativ kurzfristig verletzungsbedingt absagen müssen.

 

Insgesamt bot das gewohnt stimmungsvolle Turnier über rund viereinhalb Stunden auf dem sehr guten Kunstrasen unterhaltsamen, wenn auch nicht immer hochklassigen Hallenfußball, bei dem alle Vertretungen mit vollem Einsatz zu Werke gingen. Leider standen damit nicht immer die technische Finesse oder der gelungene Spielzug im Mittelpunkt und zuweilen ging es recht rustikal vor allem an der Bande zur Sache, aber das tat der exzellenten Stimmung keinen Abbruch. Für das beinahe dauerhafte Beben unter dem Hallendach sorgten vor allem der mit über 1.000 lautstarken Fans angereiste SV Todesfelde, der von einer zahlenmäßig beinahe ebenso großartigen Kulisse unterstützte Heider SV sowie der gemeinsame Flensburger Block. Unsere Fans, wohl über 700, feuerten beide Mannschaften aus dem höchsten Norden kräftig an und trugen so zur prächtigen Stimmung in der Arena bei.

 

In der Vorrundengruppe A erwischte der TSB Flensburg einen denkbar schlechten Start. Holstein Kiel, vertreten durch ihre spielstarke Regionalliga-Mannschaft, war hingegen von Beginn an putzmunter, lag schon mit 4:0 vorn. Am Ende hieß es 2:4 aus Flensburger Sicht. Nachdem der 1. FC Phönix Lübeck im Stadtderby den Regionalligisten VfB, der mit seiner etwas verstärkten U 23 antrat, mit 3:0 und danach Holstein Kiel die Grün-Weißen mit dem bereits dritten Turniertreffer des sehr auffälligen Laurynas Kulikas mit 1:0 besiegt hatten, drohte in dieser Gruppe die frühe Entscheidung. Doch der TSB Flensburg meldete sich mit einem eindrucksvollen 5:2-Sieg gegen den 1. FC Phönix Lübeck zurück im Turnier. Und nachdem er durch den spektakulären Treffer von Timo Carstensen den insgesamt enttäuschenden VfB Lübeck mit 2:1 besiegt hatte, war unserem Lokalrivalen das Halbfinale bereits sicher. Im Schlussspiel der Gruppe wurde es dramatisch. Wer würde den TSB in die Vorschlussrunde begleiten? Der Lokalmatador Holstein Kiel unterlag dem 1. FC Phönix Lübeck mit 1:3 und schied nach seinen ersten beiden Siegen aufgrund des schlechteren Torverhältnisses in der Gruppe überraschend noch aus.

 

In der Gruppe B trennten sich zunächst der SV Eichede und der Heider SV 1:1-remis. Danach musste unsere Mannschaft gegen den SV Todesfelde durch den Treffer von Sebastian Klimmek einen 0:1-Rückstand hinnehmen (5.). Doch Weiche spielte ruhig weiter. Der gerade zu Beginn des Turniers ballsicher und wendig wirkende Brasilianer Ilidio Pastor Santos besorgte den Ausgleich (8.). Beim 1:1 blieb es – durchaus gerecht – auch nach der zwölfeinhalbminütigen Spielzeit, wobei kurz vor Schluss nach Vorarbeit von Morten Liebert der SVT-Spieler Emanuel-Fernando Bento die beste Möglichkeit vergab (12.).

 

Der zweite Auftritt unserer Mannschaft wurde eine überraschend klare Angelegenheit. Gegen den Heider SV gelang Fabian Graudenz nach Zuspiel von Torge Paetow durch schöne Einzelleistung der Führungstreffer (4.). Julian Stöhr schob den Ball danach ins lange Eck ein (9.). Nachdem Dominic Hartmann nach feiner Einzelleistung eine exzellente Möglichkeit ausgelassen hatte, erzielte Tayfun Can mit einem trockenen Flachschuss den Treffer zum 3:0-Endstand (12.). Weil sich gleich im Anschluss Todesfelde und Eichede 1:1-unentschieden trennten, reichte Weiche nun ein Remis im letzten Gruppenspiel zum Einzug in das Halbfinale.

 

Gegen den mit unserem langjährigen Spieler Hendrik Ostermann angetretenen SV Eichede geriet Weiche mal wieder in Rückstand. Zwar hatte Torhüter Florian Kirschke beim Abschluss von Cristian Peters stark gehalten (8.), aber Marco Heskamp stellte wenig später auf 1:0 für den Außenseiter (9.). Torge Paetow, neben Florian Kirschke wohl bester Weiche-Akteur des gesamten Abends, bereitete über rechts den Ausgleich vor. Julian Stöhr musste die Kugel im Zentrum nur noch einnetzen (10.) – sein zweiter Treffer des Abends. Nach dem 1:1-Remis war Weiche für das Halbfinale qualifiziert, während Eichede nach dem dritten 1:1-Unentschieden auf ein torloses Remis im Abschlussvorrundenspiel zwischen Heide und Todesfelde hoffen musste. In dieser besonders stimmungsträchtigen Partie setzte sich Todesfelde durch zwei Treffer des später als bester Turnierspieler ausgezeichneten Florian Petzold (8., 10.) mit 2:0 durch.

 

Das erste Halbfinale entschied Todesfelde dann mit 3:1 gegen den TSB Flensburg für sich. Unsere Mannschaft trumpfte im zweiten Halbfinale gegen den 1. FC Phönix Lübeck relativ souverän auf. Sie spielte die Partie unaufgeregt herunter, erarbeitete sich einige Möglichkeiten – u. a. zwei Lattentreffer von Torge Paetow (3:55 min. sowie 9:04 min.) – und ließ selbst wenig zu. Nach einem Pass von Patrick Thomsen erzielte Dominic Hartmann die verdiente Führung (6:22 min.). Zwar ließ Weiche eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Phönix – Nico Fischer hatte Tim Wulff in der falschen Sportart niedergerungen (8:06 min.) – ungenutzt. Auch schob der technisch starke Fabian Graudenz die Kugel am Tor vorbei (11:10 min.), doch Torge Paetow erzielte den 2:0-Endstand (12:07 min.). Der Kontrahent hatte gerade seinen etatmäßigen Torwart vom Platz genommen, den Ball aber an unserem besten Feldspieler verloren.

 

Im Finale lief dann schnell alles gegen Weiche. Sehr unglücklich kassierte unsere Mannschaft schon nach 47 Sekunden das 0:1. Christian Rave hatte geschossen, das Tor aber verfehlt. Vom Rücken des abtauchenden Torhüters Florian Kirschke rollte die von der Bande zurückprallende Kugel ins SC-Tor. Der mögliche Ausgleichstreffer, erzielt von Patrick Thomsen, wurde nicht anerkannt (1:39 min.). Tim Wulff jagte dann die Kugel bei der besten Flensburger Ausgleichschance aus Nahdistanz über den Kasten (5:32 min.), und auf der Gegenseite markierte Kevin Benner unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Gelb-Blauen Todesfelder Kurve das 0:2 (6:42 min.). Dominic Hartmann konnte mit einer dynamischen Aktion und Abschluss ins lange Eck zwar verkürzen (10:33 min.). Aber die Partie war endgültig verloren, als Niklas Stehnck einen Ballverlust nutzen und die Kugel zum 1:3-Endstand ins verlassene Weiche-Tor lupfen konnte (11:37 min.). Wenig zuvor hatte der SC seinen Torhüter Florian Kirschke vom Platz genommen und mit Patrick Thomsen noch einen zusätzlichen Feldspieler gebracht. Die restlichen Sekunden der Spielzeit gingen im Todesfelder Jubel unter. Die Party von „Tofe“ konnte damit endgültig beginnen.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit schloss sich auf der Pressekonferenz zu fast mitternächtlicher Stunde den zahlreichen Glückwünschen an den Turniersieger an. Nachdem schon die Trainer der beiden unterlegenden Halbfinalisten Jan Hellström (TSB Flensburg) und Daniel Safadi (1. FC Phönix Lübeck) dem Todesfelder Verantwortlichen Sven Tramm gratuliert hatten, tat das selbstverständlich ebenso Daniel Jurgeleit. Mit der Unterstützung und Gemeinschaft, die sie an den Tag legen, habe Todesfelde verdient gewonnen, meinte unser Trainer, der ebenso sachlich wie generös ergänzte: „Da können wir auch mal verlieren.“ Es sei ein „außergewöhnliches Turnier mit einer Top-Stimmung“ gewesen, bilanzierte Daniel Jurgeleit, der mit dieser Einschätzung sicherlich nicht allein war.

 

Weiche bot folgende Spieler auf: Kirschke, Straub (ohne Einsatz) – Njie, Blaue, Paetow, Thomsen, Hartmann, Pastor Santos, Stöhr, Can, Wulff, Graudenz.

Tore des SC Weiche (8): Hartmann (2), Stöhr (2), Paetow (1), Pastor Santos (1), Graudenz (1), Can (1).

 

 

Zu den Ergebnissen:

 

Gruppe A: Holstein – TSB 4:2, VfB Lübeck – Phönix 0:3, Holstein – VfB Lübeck 1:0, Phönix – TSB 2:5, TSB – VfB Lübeck 2:1, Phönix – Holstein 3:1.

 

1. TSB Flensburg 9:7 Tore/6 Punkte, 2. 1. FC Phönix Lübeck 8:6/6, 3. Holstein Kiel 6:5/6, 4. VfB Lübeck 1:6/0.

 

Gruppe B: Eichede – Heide 1:1, Todesfelde – Weiche 1:1 (1:1 Pastor Santos), Heide – Weiche 0:3 (0:1 Graudenz, 0:2 Stöhr, 0:3 Can), Todesfelde – Eichede 1:1, Eichede – Weiche 1:1 (1:1 Stöhr), Heide – Todesfelde 0:2.

 

1. SC Weiche Flensburg 08 5:2 Tore/5 Punkte, 2. SV Todesfelde 4:2/5, 3. SV Eichede 3:3/3, 4. Heider SV 1:6/1.

 

Halbfinale: TSB Flensburg – Todesfelde 1:3, Phönix Lübeck – Weiche 0:2 (0:1 Hartmann, 0:2 Paetow).

 

Finale: Todesfelde – Weiche 3:1 (2:1 Hartmann).

 

 

Auszeichnungen:

Bester Spieler des Turniers: Florian Petzold (SV Todesfelde).

Bester Torwart: Fabian Landvoigt (SV Todesfelde).

Bester Torschütze: Timo Carstensen (TSB Flensburg, 4 Tore).

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