SC Weiche Flensburg 08
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Chancenwucher in Altona

  Spielinfo

Altonaer FC 93 – SC Weiche Flensburg 08 1:1 (1:0)

 

Der SC Weiche Flensburg 08 hat den vierten Sieg in Folge knapp verpasst! Am 13. Spieltag der Regionalliga Nord kam unsere Mannschaft beim Altonaer FC 93 trotz zum Teil drückender Überlegenheit und reichlich Chancen über ein 1:1-Remis nicht hinaus. In der traditionsreichen Adolf-Jäger-Kampfbahn sahen 877 Zuschauer, darunter rund 100 Flensburger, am Sonntagnachmittag bei bestem trockenem Fußballwetter eine hektische Partie, in der sich der kampfstarke Wiederaufsteiger erfolgreich gegen die spielerische Übermacht aus dem Norden stemmte. Dem Kultverein gelang nach seinen 0:2- und 0:5-Niederlagen gegen Weiche aus der Saison 2017/18 im dritten Duell nicht nur der erste Treffer, sondern am Ende sogar der erste Punktgewinn und zwei Wochen nach dem überraschenden 4:1-Sieg an gleicher Stelle gegen den VfL Wolfsburg II ein weiterer Achtungserfolg.

 

Gegenüber der Startelf aus der Vorwoche (2:1 gegen Jeddeloh II) änderte Trainer Daniel Jurgeleit die Anfangsformation nur einmal. Für Finn Wirlmann lief Fabian Graudenz auf. Vor Torhüter Florian Kirschke formierte sich in einem 4-4-2-System die Abwehrkette mit Kevin Njie (rechts), Jovan Vidovic, Angelos Argyris (beide zentral) und Christian Jürgensen (links). Das Mittelfeld besetzten Ilidio Pastor Santos, der die rechte Bahn zum Teil als verkappter dritter Stürmer, aber zuweilen auch defensiv bearbeitete, Torge Paetow, Dominic Hartmann und Fabian Graudenz. Tim Wulff und Casper Olesen bildeten den Angriff. Eingewechselt wurden mit Marvin Ibekwe, Gökay Isitan und Jonas Andersen weitere Offensivkräfte, wobei als erster mit Kevin Njie ein Spieler der Vierer-Abwehrkette geopfert wurde, ehe mit Casper Olesen und Fabian Graudenz andere Offensivspieler den Platz verlassen mussten. Neben Ersatztorhüter Ingmar Struck komplettierten Ture Blaue, Finn Wirlmann, Julian Stöhr und Florian Meyer den 19er Kader. Noch nicht im Aufgebot des Spieltags standen die langzeitverletzten Nedim Hasanbegovic, Jonas Walter und Kevin Schulz. Außerdem fehlten Raphael Straub und Patrick Thomsen, die beide am Vortage über 90 Minuten beim 4:1-Heimsieg unserer Oberliga-Mannschaft gegen den PSV Neumünster zum Einsatz kamen, sowie Tayfun Can, der vor zwei Wochen in der Oberliga bei der 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Phönix Lübeck verletzungsbedingt den Platz vorzeitig verlassen musste und ab jetzt wieder voll ins Training einsteigen kann.

 

Den besseren Start in die Partie hatten die Platzherren, bei denen Schultz auf halbrechts mit dynamischer Aktion und gutem Schuss SC-Torhüter Florian Kirschke zu einer ersten Parade zwang (4.). Weiche schien dann halbwegs das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen und sich zunehmend Vorteile zu erspielen. Der Kopfball von Tim Wulff nach weitem Einwurf von Torge Paetow von der rechten Seite ging rechts am Kasten vorbei und stellte die erste zarte Torannäherung dar (8.). In die Phase aufkommender Dominanz der Gäste platzte der Gegentreffer. Lück kam auf halbrechts nach schwerem Flensburger Fehler bei der Ballannahme frei zum Abschluss, versenkte die Kugel von der Strafraumkante über SC-Torhüter Florian Kirschke hinweg zur Führung der Hamburger (11.). Für die Fördestädter war die Situation des Rückstands nicht neu. In den vergangenen beiden Partien gelang es, die Spiele jeweils noch zu drehen. Diesmal hatte unsere Mannschaft dazu sogar rund 80 Minuten Zeit.

 

Und die spielerische Überlegenheit schlug sich auf dem zwar trockenen, dennoch offenbar tückisch glatten Rasen alsbald in Torchancen nieder. Dominic Hartmann ging auf links durch und brachte die Eingabe, die Ilidio Pastor Santos im Zentrum aus neun Metern direkt nahm, aber der Brasilianer scheiterte ebenso an Torhüter Grubba wie Torge Paetow mit seinem Nachschuss von der Strafraumgrenze (14.). Nicht weniger groß war die Gelegenheit für Angelos Argyris, dem der weite Einwurf von Torge Paetow vor die Füße fiel. Doch unser Grieche setzte die Kugel aus Nahdistanz über den Querbalken (23.). Und beim dritten Hochkaräter war dann auch Pech im Spiel: Angelos Argyris hatte am zweiten Pfosten nach einer Flanke von Ilidio Pastor Santos den Ball auf den Körper von Torhüter Grubba gesetzt, den Abpraller jagte Tim Wulff an die Unterkante der Torlatte, von wo er nach Meinung des Assistenten nicht hinter die Linie sprang (29.). Chancen dieser Güte hätten eigentlich für eine Flensburger Führung ausreichen müssen. Dagegen blieben weitere Gelegenheiten in der Qualität deutlich zurück. Tim Wulff köpfte einen von Dominic Hartmann von der rechten Seite getretenen Eckstoß links am Tor vorbei (19.). Bei einem Einwurf von Torge Paetow von der linken Seite war Torhüter Grubba gerade noch mit den Händen am Leder, um die Kugel über die Latte zu lenken (28.). Dann scheiterte Casper Olesen auf halblinks nach einer Eingabe von Kevin Njie an Torhüter Grubba (32.), der schließlich erneut zur Stelle war, als Ilidio Pastor Santos im Zentrum an die flache Eingabe von Kevin Njie kam, der zuvor von Fabian Graudenz eingesetzt worden war (36.). Weil die Pfeife des Unparteiischen in der Nachspielzeit stumm blieb, als Tim Wulff zwischen Aminzadeh und Asani im Strafraum zu Fall kam (45.+2), ging es mit einem 0:1-Rückstand aus Sicht der Fördestädter in die Kabinen. Zum zehnten (!) Mal in der aktuellen Saison war es unserer Mannschaft nicht gelungen, einen Treffer in den ersten 45 Minuten zu erzielen.

 

Nach dem Seitenwechsel wurde Weiche hingegen alsbald belohnt. Torge Paetow erfasste eine unklare Situation vor dem gegnerischen Kasten am schnellsten, eroberte sich das Spielgerät, hob es technisch gekonnt über Torhüter Grubba und köpfte die Kugel zum 1:1-Ausgleich ins Netz (54.). Alles schien gut zu werden, als Fabian Graudenz auf der rechten Seite im Strafraum gefoult wurde und der Unparteiische auf Strafstoß entschied (60.). Doch den Flachschuss von Jovan Vidovic parierte Torhüter Grubba, der zudem im Nachfassen schneller als die Feldspieler war (62.). Nur wenig später musste der Hamburger Sejdija mit „Gelb-Rot“ vom Platz (63.). Damit war die Richtung des Spiels in der letzten halben Stunde endgültig vorgezeichnet.

 

Aber unserer Mannschaft fehlten zunehmend die durchdachten Aktionen. Vielmehr wurde die Brechstange herausgeholt, weshalb die Chancen eher zufälliger und nicht mehr hochkarätiger Art waren. Eine Flanke von Christian Jürgensen von links köpfte Tim Wulff per Aufsetzer über den Kasten (72.). Dann war Torhüter Grubba erneut zur Stelle, als der eingewechselte Marvin Ibekwe den Freistoß von Dominic Hartmann auf das gegnerische Tor köpfte (79.). Schließlich bekam Kapitän Christian Jürgensen auf halblinks noch eine richtig gute Schusschance, doch setzte er nach Flanke von Tim Wulff den Abschluss aus sechs Metern über den Kasten (83.). Beim scharfen Ball des ebenfalls eingewechselten Gökay Isitan von links – halb Schuss, halb Flanke – hatte Grubba seine Mühe (89.). Zwischen alledem hatte das stark kämpfende Altona noch einen mutigen Konter gesetzt, kam nach weitem Abwurf von Grubba zu einer Überzahlsituation, die in höchster Not vom zurückeilenden Dominic Hartmann, der den Querpass von Schultz abfing, bereinigt werden konnte (80.).

 

Den heimischen Fans blieb kurz vor Beginn der über vierminütigen Nachspielzeit wohl der Atem stehen. Ein deutliches Halten von Dagott an dem in Mittelstürmerposition im AFC-Strafraum aufgetauchten Jovan Vidovic blieb jedoch ungeahndet (90.). Damit war dann aber auch die allerletzte Weiche-Chance der Partie vertan.

 

Aus der stark kämpfenden Mannschaft von Altona 93 ragte Torhüter Grubba heraus. Mittelfeldspieler Silva Monteiro und Torschütze Lück fielen ebenfalls auf. Die besten Noten auf Flensburger Seite konnten sich Torge Paetow und Ilidio Pastor Santos verdienen.

 

Nächster Kontrahent unserer Mannschaft wird am Sonnabend, 12. Oktober 2019, ab 13.30 Uhr im heimischen Manfred-Werner-Stadion der Lüneburger SK Hansa sein. Die daheim in Neetze noch ungeschlagenen Niedersachsen haben auswärts zwei ihrer bislang sechs Spiele für sich entscheiden können. Bei den Spitzenmannschaften in Lübeck (0:2), Wolfsburg (0:3) und Bremen (0:1) war für die Hanseaten aber ebenso nichts zu holen wie aus Drochtersen (2:4). Dennoch wird eine gegenüber den Vorjahren deutlich verbesserte LSK-Elf an die Förde reisen. Nachdem der jetzige Sportdirektor Rainer Zobel als damaliger Cheftrainer mit seiner Mannschaft erst in der Relegation gegen den niedersächsischen Vizemeister FC Eintracht Northeim (1:0 auswärts, 2:0 heim) den Klassenerhalt geschafft hatte, scheinen die Schwarz-Weißen unter dem neuen Trainer Quendrim Xhafolli wie gewandelt. Die relativ einseitige Fixierung des Angriffsspiels auf den Ex-Kieler Utku Sen, der mit elf Toren – zehn in der Liga, eines in der Relegation – wesentlich zum Klassenerhalt beigetragen hatte und inzwischen beim türkischen Zweitligisten Adanaspor seine Brötchen verdient, hat offenbar bei anderen die Fesseln gelöst. Bereits 24mal hat der LSK ins Schwarze getroffen. Davon gehen acht Treffer auf das Konto von Thorben-Johannes Deters. Schon fünfmal waren Jonas Seidel und Can Düzel erfolgreich. So sind die Niedersachsen als positive Überraschung der laufenden Saison aktuell der Spitze weitaus näher als dem Tabellenkeller. Weiche hat die vergangenen fünf Duelle mit den Lüneburgern bei einem Torverhältnis von 13:3 für sich entscheiden können. Allerdings erinnern sich ältere Flensburger Fußballanhänger sicherlich auch daran, dass der LSK schon einmal Spielverderber war, als er am 14. August 2016 an der Bredstedter Straße überraschend mit 1:0 gewann. Unsere Mannschaft ist also hinreichend gewarnt.

 

Weiche: Kirschke – Njie (73. Ibekwe), Vidovic, Argyris (V), Jürgensen (Kap.) – Pastor Santos, Paetow, Hartmann, Graudenz (86. Andresen) – Wulff, Olesen (V/82. Isitan).

 

Tore: 1:0 Lück (11.), 1:1 Paetow (54.).

 

Zuschauer: 877, darunter ca. 100 Flensburger, in der Adolf-Jäger-Kampfbahn, Hamburg-Ottensen.

 

Schiedsrichter: Hendrik Duschner (SC Borgfeld/Bremerhaven), hatte in einer hektisch geführten Partie reichlich zu tun, gab „Gelb“ für Asani (Foul nach Wulff, 18.), Sejdija (Foul an Paetow, 25.), Lück (Foul an Pastor Santos, 47.), Grubba (Zeitspiel, 90.+2) und Trainer Algan (Reklamieren, 78.) auf Altonaer sowie für Olesen (Unsportlichkeit, 45.) und Argyris (Handspiel, 69.) auf Flensburger Seite; zudem „Gelb-Rot“ für Sejdija (Unsportlichkeit, 63.).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit sprach aus, was wohl alle Flensburger dachten: „Wenn man insgesamt den Spielverlauf betrachtet, dann sind das heute zwei Punkte zu wenig“, so der Ex-Profi, der meinte, in der Anfangsphase habe seine Mannschaft nicht richtig Zugriff auf das Spiel gehabt. In der zweiten Halbzeit seien es mehr Möglichkeiten geworden. Man wusste, dass Altona ein anstrengendes Pokalspiel in den Beinen gehabt habe. Dieses wollte man nutzen. Auch nachdem der nun schon vierte Elfmeter in der aktuellen Saison verschossen wurde, habe man noch Gelegenheiten gehabt, um das 2:1 zu erzielen. Altona habe eine gute Kontermöglichkeit gehabt. Die Gastgeber hätten sich den Punkt mit viel Einsatz redlich verdient, so unser Trainer weiter.

 

Der Trainer von Altona 93, Berkan Algan, war voll des Lobes für seine Mannschaft, der er ein Riesenkompliment machte. Es sei das schwerste Spiel der Saison gewesen. Nach der Pokalschlacht vom Mittwoch (7:6 nach Elfmeterschießen bei Victoria Hamburg/d. Red.) habe man gegen eine Mannschaft gespielt, die eine enorme Qualität hat. Die vielen „Monster-Standardsituationen“ seien nur schwer zu verteidigen. Dann sei seine Mannschaft auch noch in Unterzahl geraten, wobei er sich in jener Szene mehr Fingerspitzengefühl vom Unparteiischen gewünscht hätte. Es sei ein rollender Ball gewesen, vor dem sich sein Spieler gestellt habe. „Wir hatten sicherlich heute auch das Quäntchen Glück“, aber man habe sogar eine richtig gute Konterchance in Unterzahl gehabt. Der AFC-Trainer sah ein „sehr unterhaltsames Spiel“ und gab abschließend nochmals ein „Riesenkompliment an meine Mannschaft“.

 

Außerhalb der Pressekonferenz analysierte unser Co-Trainer Klaus-Peter, kurz „KaPe“, Nemet ganz sachlich: „Wir haben faktisch einen Punkt geholt, hatten allerdings Torchancen für drei Punkte. Es war nicht nur der Elfmeter, sondern es waren mindestens sechs wirklich klare Chancen, bei denen bei uns einfach die Galligkeit fehlte. So hast Du einen Punkt gewonnen. Die Altonaer meinen selbst, dass es für sie ein glücklicher Punkt war. Aber sie waren in den Zweikämpfen auch galliger.“

 

 

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