SC Weiche Flensburg 08
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Bittere Heimniederlage zum Auftakt

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – VfL Wolfsburg II 1:2 (1:0)

 

Es war angerichtet: allerbestes Fußballwetter am sommerlichen Freitagabend mit zwar warmen, aber nicht zu heißen Temperaturen, ordentlich grüner Rasen, über 1.700 erwartungsfrohe Zuschauer, ein kurzweiliges Vorprogramm mit Interviews, Ehrung des Weiche-Urgesteins „Haddy“ Suhr mit der DFB-Verdienstnadel durch den DFB-Beauftragten Hans-Ludwig Meyer, ein vom Weltrekordinhaber Ralf Grabowsky per Fallschirmsprung gebrachter Spielball und das Flensburg-Lied, live gesungen von Lena Mahrt, dazu der Titelverteidiger zu Gast bei seinem Vorgänger. Diese Konstellation zur feierlichen Saisoneröffnung der Regionalliga Nord machte Lust auf Viertliga-Spitzenfußball. Für unsere Mannschaft blieb am Ende des Tages allerdings nicht viel mehr übrig als aufmunternder, fast trotziger Applaus der Fans. Die ersten Punkte nahm hingegen der aktuelle Meister VfL Wolfsburg II aus dem Manfred-Werner-Stadion mit. Die Gäste schlugen die Fördestädter mit 2:1, wohl etwas glücklich, wenn auch nicht gänzlich unverdient. Der SC Weiche konnte sich für seinen enormen Aufwand hingegen nicht belohnen und seine schwarze Serie nicht beenden, wonach unsere Mannschaft zuletzt 2013 – 3:1 daheim gegen den SV Eichede – ein Auftaktspiel in der Regionalliga gewonnen hat.

 

In die Startelf von Trainer Daniel Jurgeleit schafften es gleich vier der sieben Zugänge: Angelos Argyris (Abwehr), Julian Stöhr (linke Bahn) sowie Fabian Graudenz und Jonas Andersen (beide Angriff). Die drei zuletzt Genannten gaben damit ihr Regionalligadebüt für den SC Weiche, dessen Aufstellung ein durchaus mutiges 3-4-3-System vorsah. Vor Torhüter Florian Kirschke bildeten Kevin Njie (rechts), Angelos Argyris (zentral) und Christian Jürgensen (links) wie erwartet die Dreierabwehrkette. Im zentralen Mittelfeld begannen Torge Paetow und Dominic Hartmann. Auf den Außenbahnen spielten Ilidio Pastor Santos (rechts) und Julian Stöhr (links). Fabian Graudenz, Gökay Isitan und Jonas Andersen fungierten als nominelles Angriffstrio. In der zweiten Halbzeit wurden nach und nach Patrick Thomsen, Marvin Ibekwe und Tim Wulff eingewechselt. Den erstmals auf 19 Akteure erhöhten Spieltagskader vervollständigten Raphael Straub als Ersatztorhüter, Ture Blaue, Finn Wirlmann, Kevin Schulz und Tayfun Can. Neben Nedim Hasanbegovic (schon länger im Reha-Training) fehlten auch der angeschlagene Jonas Walter, der zuletzt erkrankte Florian Meyer sowie der noch nicht spielberechtigte erst am Montag verpflichtete Neuzugang Casper Olesen.

 

Die Kontrahenten begannen eher verhalten die Partie, wobei die Wolfsburger zunächst mehr Ballbesitz hatten. Beide warteten auf Fehler des Gegners. Im Gegensatz zu einigen Testspielen stand unsere Mannschaft von Beginn an defensiv sehr konzentriert, sodass sich für die Autostädter keine Lücken auftaten. Die insgesamt vielleicht doch etwas besseren Offensivaktionen der ersten 45 Minuten gingen so auf das Konto des Herausforderers. Kevin Njie setzte über rechts zu einem mutigen Lauf an, fand aber im Zentrum keinen Abnehmer, obgleich immerhin ein Eckstoß heraussprang (9.). In ähnlicher Aktion landete die Eingabe von Ilidio Pastor Santos am Ende in den Armen des Wolfsburger Schlussmannes Menzel (20.). Nach einer Trinkpause (23.) zischte ein Flachschuss von Jonas Andersen am kurzen Pfosten rechts vorbei (27.). Und schließlich war der Jubel unter den 1.722 Fans groß, als Kapitän Christian Jürgensen einen Eckstoß von links, getreten von Gökay Isitan, mit viel Dynamik, aber auch etwas Glück am kurzen Pfosten zur 1:0-Führung einköpfte (32.). Das Konzept unserer Mannschaft, den individuellen Stärken des Kontrahenten kollektives Arbeiten entgegenzusetzen, schien aufzugehen, zumal die Wolfsburger vor der Pause nur zu einer einzigen Torchance kamen. Nach einem – auch aufgrund des Windes – tückischen Diagonalball von rechts von Justvan aus der eigenen Hälfte an die linke Strafraumecke konnte sich der aus dem Bundesliga-Kader abkommandierte Profi Ntep de Madiba durchsetzen und direkt abziehen. Doch sein Schuss verfehlte den Kasten des SC rechts deutlich (18.). Ansonsten aber hatte Weiche das Geschehen unter Kontrolle, wenn auch die Wolfsburger phasenweise mehr Ballbesitzanteile hatten.

 

Nach der Pause kamen die Wolfsburger wacher und zielstrebiger aus der Kabine. Sie hatten bereits nach wenigen Sekunden einen ersten Abschluss, als Stach den SC-Torhüter Florian Kirschke mit einem nicht ungefährlichen Aufsetzer aus gut 20 Metern prüfte (46.). Schließlich zischte nach einem von Rizzi von rechts getretenen Eckstoß der Kopfball von Heuer links vorbei (50.). Die Kopie dessen saß dann: Eckstoß von Rizzi von der rechten Seite und der aufgerückte Innenverteidiger Heuer köpfte kraftvoll unter die Latte zum 1:1-Ausgleich ein (52.).

 

In der Folge wurde die Partie deutlich offener als in der ersten Halbzeit, weil auf beiden Seiten das dominante Sicherheitsdenken etwas gelockert wurde. Unsere Mannschaft, bei der die Einwechslung des defensiven Patrick Thomsen für die Offensivkraft Gökay Isitan (57.) für mehr Stabilität sorgen sollte, hatte mit einem satten 35-m-Distanzschuss von Angelos Argyris eine starke Szene (63.) und Pech, dass – zumindest umstritten – die Fahne des Assistenten hoch ging, nachdem Angelos Argyris einen zweiten Ball in die Spitze hob und Christian Jürgensen in guter Position auftauchte (70.). Auf der Gegenseite segelte ein Kopfball von Kapitän Klamt nach Eckstoß von Rizzi über den Flensburger Kasten (65.). Es folgte jedoch der überragende Auftritt des gerade erst eingewechselten Australiers Iredale (69.), der nach einer Kopfballverlängerung mit Ball am Fuß auf halblinks zwei Flensburger Verteidiger narrte und die Kugel dann an Abwehrbeinen vorbei aus 15 Metern ins lange Eck zum 1:2 versenkte (74.). Der Wolfsburger Neuzugang hatte auch gleich noch die Chance zur Entscheidung, als er erneut auf halblinks frei auf Florian Kirschke zulaufen konnte, am Spagat des SC-Schlussmannes jedoch scheiterte (80.).

 

Inzwischen hatte Trainer Daniel Jurgeleit mit Marvin Ibekwe einen weiteren Angreifer gebracht. Der Ex-Hildesheimer flankte von halblinks auf die rechte Seite, doch der relativ freistehende Torge Paetow zögerte einen Tick zu lange, sodass sein Abschluss noch zum Eckstoß geblockt wurde (77.). Mit Tim Wulff, der für Dominic Hartmann eingewechselt wurde, kam eine weitere frische Offensivkraft (79.), wodurch Weiche das Risiko deutlich erhöhte. In einer spannenden Schlussphase hätte sich das Wagnis beinahe bezahlt gemacht, denn unsere Mannschaft – angetrieben vom mitgehenden Publikum – erarbeitete sich jetzt gute Chancen. Erst verlängerte Tim Wulff maßgerecht per Kopf in den Lauf von Jonas Andersen, der sich im Strafraum gegen Klamt und Torhüter Menzel auch zunächst behaupten konnte, dessen Abschluss aber noch geblockt wurde; der „zweite Ball“ von Ilidio Pastor Santos aus 20 Metern im Anschluss an diese Szene verfehlte rechts den Kasten (85.). Dann spielte Marvin Ibekwe auf Rechtsaußen seine Schnelligkeit aus, doch an der scharfen Eingabe segelte Torge Paetow am Fünfmeterraum knapp vorbei (90.). Und schließlich herrschte Chaos im Wolfsburger Strafraum, aber der missglückte Schuss von Torge Paetow von halbrechts prallte vom Fuß von Jonas Andersen aus vier Metern direkt in die Arme von VfL-Torhüter Menzel, wodurch er damit den Wolfsburger Sieg festhielt (90.+1), der nach vier Nachspielminuten amtlich war.

 

Aus unserer Mannschaft konnten sich Christian Jürgensen und Jonas Andersen die besten Noten verdienen. Auch Torge Paetow gefiel mit seinem Drang, das Spiel mit aller Macht nicht verlieren zu wollen. Lange Zeit bot zudem Angelos Argyris eine sehr gute Leistung, ehe die Konzentration etwas nachließ. Bei den Wolfsburger Jungwölfen fielen über 90 Minuten Heuer als linker Innenverteidiger und Siersleben als „Sechser“ besonders auf. Spieler des Tages war jedoch der eingewechselte Iredale, der in seinen knapp 25 Minuten von der Flensburger Defensive nur schwer zu stellen war und letztlich auch den entscheidenden Treffer markierte.

 

Im weiteren Verlauf der englischen Auftaktwoche stehen für unsere Mannschaft zwei Auswärtsspiele an. Ehe es vier Tage später (So., 04.08.19) zum TSV Havelse gehen wird, muss Weiche bereits am kommenden Mittwoch (31.07.19) ab 19 Uhr beim Aufsteiger Hannoverscher SC im VW Podbi-Sportpark an der Constantinstraße im Norden der niedersächsischen Landeshauptstadt antreten. Es wird die Liga-Heimpremiere für den Neuling aus dem Stadtteil List werden, der in der vergangenen Saison mit zwei Punkten Vorsprung auf Eintracht Northeim Meister der Oberliga Niedersachsen wurde. Die Hannoveraner haben einen Durchmarsch hinter sich gebracht. Nachdem die Grün-Weiß-Roten noch 2017 aus der Oberliga abgestiegen waren, schafften sie schon zwölf Monate später die Rückkehr in die fünfte Liga, die für sie nur eine kurze Zwischenstation auf dem Weg in die Regionalliga war. Unsere Mannschaft dürfte vor dem Premierenduell beider Clubs angesichts der jüngsten Erfolge des HSC und des 1:1-Unentschiedens, das der Neuling zum Auftakt in Havelse erreicht hat, ausreichend gewarnt sein.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Argyris, Jürgensen (Kap./V) – Pastor Santos, Paetow, Hartmann (79. Wulff/V), Stöhr – Graudenz (69. Ibekwe), Isitan (57. Thomsen), Andersen.

 

Tore: 1:0 Jürgensen (32.), 1:1 Heuer (52.), 1:2 Iredale (74.).

 

Zuschauer: 1.722 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (SC Poppenbüttel/Hamburg), kein Freund robusten Spiels; pfiff recht kleinlich, kam mit dreimal „Gelb“ über die Runden (Jürgensen nach Foul an Iredale, 71.; Wulff nach Foul an Klamt, 87./Justvan nach Foul an Jürgensen, 38.), ließ dabei allerdings eine fällige Verwarnung stecken (Foul von Siersleben an Graudenz, 30.).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Wolfsburger Trainer Rüdiger Ziehl zeigte sich sehr zufrieden: „Mit einem Auswärtssieg in Flensburg in die neue Saison zu starten, ist nicht selbstverständlich.“ Die erste Halbzeit sei sehr durchwachsen gewesen, man habe ohne Tempo agiert. In der zweiten Halbzeit habe es ein deutlich anderes Bild gegeben. Man habe mehr Tempo und mehr Tiefe im Spiel gehabt und sei dann auch verdient in Führung gegangen. Mit Mann und Maus habe man den Vorsprung verteidigt. So sei er mit der Leistungssteigerung und den drei Punkten sehr zufrieden.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit schloss an die Glückwünsche an den Sieger seine Analyse an. „Wenn der gegnerische Trainer zufrieden ist, dann kann ich es nicht sein“, so unser Chef an der Linie. „Gerade das erste Spiel ist unheimlich wichtig. Und wenn man in einem solchen Spiel die 1:0-Führung erzielt hat, muss man es auch so gestalten, dass man mindestens einen Punkt holt bzw. das Spiel gewinnt.“ Der Trainer weiter: „Wir haben in den letzten 20 Minuten richtig gute Leidenschaft gezeigt. Ich hätte mir das genauso in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit gewünscht.“ Besonders ärgerte ihn das zweite Gegentor, das man so nicht kriegen muss, obgleich es der Stürmer auch richtig gut gemacht hat. „So haben wir erneut das erste Spiel verloren wie vor einem Jahr, damals in Jeddeloh auch mit 1:2. Deshalb bin ich enttäuscht.“

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