SC Weiche Flensburg 08
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Zwei Standards helfen Weiche in die Spur

  Spielinfo

Das Verfolgerduell und Landesderby der Regionalliga Nord gegen den bislang noch ungeschlagenen FC Eintracht Norderstedt entschied der SC Weiche Flensburg 08 am verregneten Sonnabendnachmittag nach 0:1-Rückstand mit 2:1 für sich. Unsere Mannschaft setzte sich damit zumindest bis zum Spiel des bisherigen Tabellenführers Hamburger SV II, der am Montagabend bei Hannover 96 II antreten muss, selbst an die Spitze des Klassements und unterstrich damit ihre Ambitionen, in dieser Saison sogar um den Meistertitel mitmischen zu wollen. Es war jeweils der vierte Sieg und der vierte Heimsieg in Folge. Die 608 Zuschauer im Manfred-Werner-Stadion trotzten wieder einmal dem zu Flensburger Heimspielen offenbar nun schon obligatorischen Regen. Es wird Zeit für die Tribünenüberdachung, dachten sich wohl nicht wenige. Und wie passend weilte mit dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel, dem Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Hans-Ludwig Meyer, und der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange die Prominenz unter den Besuchern des Viertliga-Spitzenspiels. 

Nach der Gala in Lübeck sah Trainer Daniel Jurgeleit keinen Anlass, seine Startelf zu ändern. Lediglich Patrick Thomsen und Jonas Walter, der wieder in die Dreierabwehrkette ging, tauschten die Positionen zurück. Außerdem agierte Dominic Hartmann deutlich offensiver, gab zuweilen beinahe schon einen Linksaußen. Selbst im 18er Spieltagskader gab es lediglich eine Änderung. Tayfun Can rutschte nach guter Leistung in der Oberliga-Spitzenpartie gegen Holstein Kiel II (2:0) anstelle von Jannick Ostermann in das Aufgebot. Neben dem offensiveren Ostermann-Zwilling und Benjamin Safo-Mensah, die sich zeitgleich Spielpraxis in der zweiten Mannschaft (2:3 in Eichede) holten, sowie den verletzten Finn Wirlmann und Jannis Pläschke fehlten auch Ilidio Pastor Santos und Kevin Schulz. 

Der ungeschlagen angereiste Gast aus Norderstedt kam besser in die Partie. Nach einer flachen Eingabe von Brown von der rechten Seite verpasste bereits Veselinovic im Zentrum am 5-m-Raum die Eintracht-Führung (10.). Diese holte dann Kummerfeld nur ein paar Sekunden später nach. Drinkuth war erneut auf der rechten Seite enteilt, hatte in die Mitte gepasst, wo Veselinovic zwar nicht an die Kugel kam, doch hinter ihm netzte Kummerfeld aus sechs Metern problemlos zum 0:1 ein (11.). Und die Rand-Hamburger blieben zunächst am Drücker, wenn auch der Kopfball von Veselinovic nach Flanke mal von der anderen Seite zu schwach war (18.). Später hatte Innenverteidiger Bojadgian noch die Möglichkeit, auf 0:2 zu erhöhen, aber sein Kopfball nach Freistoß von der linken Seite landete auf der Oberlatte, wobei SC-Torhüter Florian Kirschke zur Stelle gewesen wäre (38.). 

Unsere Mannschaft tat sich hingegen schwer, in die Partie zu finden. Die Eintracht stellte früh zu, sodass die mühsam gebildeten Dreiecke im Spielaufbau kaum Raumgewinne brachten. Eine erste Torannäherung gab es beim zu hoch angesetzten Distanzschuss von Torge Paetow im Anschluss an den ersten Flensburger Eckstoß von René Guder (31.). In der Folge gestaltete sich das Geschehen offen, sodass Weiche zum Ausgleich etwas überraschend kam. Beinahe von der linken Seitenauslinie hatte René Guder einen Freistoß mit rechts scharf nach innen gebracht. Der Ball rutschte durch und landete im langen Eck des Eintracht-Tores, ohne dass es noch zu einer entscheidenden Berührung kam – das erste Saisontor von René Guder (41.). Und in der übrigen Zeit bis zum Pausenpfiff blieb unsere Elf am Drücker, doch der Kopfball von Patrick Thomsen landete in den Armen des sonst kaum geprüften Huxsohl im FC-Kasten (43.). 

Weiche hatte nunmehr das Geschehen im Griff und gab die Spielkontrolle in der zweiten Halbzeit auch nicht mehr ab. Nach starker Vorarbeit von René Guder hätte Nico Empen bereits die Führung erzielen können, aber die flache Eingabe von Rechtsaußen ins Zentrum erreichte er nicht (47.). Dann brachte Dominic Hartmann einen Freistoß von der rechten Seite mit dem linken Fuß an den Elfmeterpunkt, wo Nedim Hasanbegovic mit dem Rücken zum Tor die Kugel zum 2:1-Führungstreffer einköpfen konnte (56.). Das Spiel war gedreht. 

In der Folge blieb das Geschehen recht ausgeglichen. Während sich die Heyne-Elf um Offensive und Torgefahr bemühte, jedoch kaum noch entsprechende Szenen im Flensburger Strafraum generieren konnte, schaffte es unsere Mannschaft nicht, für die Entscheidung zu sorgen. Mehr als kleinere Möglichkeiten hüben wie drüben sprangen nicht heraus, wobei der Gastgeber in der Summe ein leichtes Plus für sich verbuchen konnte. Nico Empen wäre nach weitem Abschlag von Florian Kirschke beinahe an eine Kopfballrückgabe von Bojadgian auf Torhüter Huxsohl herangekommen (69.), dann setzte sich Nico Empen gegen Brown durch, doch der Abschluss bereitete Huxsohl keine Schwierigkeiten (83.). Schließlich setzte Torge Paetow einen satten Nachschuss nach einem Eckstoß über den Kasten (86.). Auf der Gegenseite blockte Torge Paetow erfolgreich einen Schuss zum Eckball (51.), und ein Flachschuss von der rechten Seite rauschte am langen Pfosten vorbei (85.). Das war’s auch schon an Möglichkeiten. Allerdings hielt die eigentlich faire Partie noch einen unrühmlichen Höhepunkt bereit, als der Norderstedter Koch in Höhe der Mittellinie zu hart in einen Zweikampf einstieg und danach mit „Rot“ vom Platz verwiesen wurde (90.+4). 

Bei unserer Mannschaft konnten sich wieder einmal Torge Paetow und Nedim Hasanbegovic die besten Noten verdienen. In der zweiten Halbzeit zählte auch Junior Ebot-Etchi zu den herausragenden Akteuren auf dem Platz. Beim Gast aus Norderstedt fielen vor allem Abwehrchef Bojadgian, Mittelfeldakteur L. Meyer und – speziell in der ersten Halbzeit – Drinkuth positiv auf. 

Zum nächsten Auswärtsspiel gastiert unsere Mannschaft am Sonntag (08.10.2017, 15.00 Uhr) im Stadion an der Ammerke beim 1. FC Germania Egestorf-Langreder. Der Vorjahresneuling scheint – wie zuvor schon Drochtersen/Assel – von einem angeblich so „schwierigen zweiten Jahr“ nach dem Aufstieg nichts zu wissen. Jedenfalls sind die Männer aus dem Ortsteil von Barsinghausen aus der Region Hannover nach Rang 10 in der Spielzeit 2016/17 tabellarisch derzeit ähnlich gut unterwegs, um auch die zweite Regionalligasaison fernab von Abstiegsängsten bestreiten zu können. Sturmtank Hendrik Weydandt, bislang schon siebenfacher Saisontorschütze, ist unseren Abwehrspielern bereits bestens bekannt, traf er doch beim 3:1-Sieg der Niedersachsen im bislang einzigen Aufeinandertreffen an der Ammerke am 30.04.2017 gleich doppelt. 

Weiche: Kirschke – Paetow, Walter, Jürgensen (Kap.) – Thomsen, Hasanbegovic (V) – Guder (V), Hartmann (90.+1 Wulff/V), Ebot-Etchi – Arndt (V/53. Drews), Empen (88. H. Ostermann). 

Tore: 0:1 Kummerfeld (10.), 1:1 Guder (41.), 2:1 Hasanbegovic (56.). 

Zuschauer: 608 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche. 

Rote Karte: Koch (Norderstedt/90.+4, rohes Spiel). 

Schiedsrichter: Daniel Fleddermann (VfL Weiße Elf Nordhorn), war in einer nicht unfairen Partie mit fünfmal „Gelb“ (4:1 für Weiche) und einmal „Rot“ recht schnell mit Karten zur Stelle.  

Die Trainerstimmen: Nach Auffassung von Gästetrainer Dirk Heyne war dessen Mannschaft gut ins Spiel gekommen. Eigentlich hatte man einen Gegner erwartet, der seine Elf gerade am Beginn massiv unter Druck setzen würde. So kam es aber nicht, und man habe es bis zum eigenen 1:0 gut gemacht. „Danach hätten wir weiterhin mutig nach vorn spielen sollen“, kritisierte Heyne. Das erste Gegentor sei dann wie aus heiterem Himmel gefallen, weil der Ball durchgerutscht sei. Danach habe seine Mannschaft teilweise vermissen lassen, Fußball zu spielen. Dazu hätte er sich gewünscht, dass weniger die Bälle lang geschlagen würden. Alles in allem habe man aber in Flensburg gezeigt, „dass wir da oben zu Recht mitspielen“. Nun heißt es, nach der ersten Niederlage den Mund abzuputzen. 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit wies zunächst auf die schwierige Situation hin. Es sei nach dem außergewöhnlichen Spiel in Lübeck nicht einfach gewesen. Der Gegner trat mit guter Ordnung und sehr diszipliniert auf. Deshalb ging es nur um das nackte Ergebnis. Standardsituationen helfen dabei „und sind auch erlaubt“. Nach dem 1:1 war die Mannschaft wieder im Spiel. Es habe dann erneut ein Standard geholfen. Der Trainer zeigte sich abschließend sehr zufrieden, zumal das Ergebnis stimmen würde. 

Auf der Pressekonferenz meldete sich schließlich noch Liga-Geschäftsführer Harald Uhr zu Wort. Er hob hervor, dass man auf den Besuch des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel sehr stolz sei. Dieser habe sicherlich bei dem „schönen Wetter“ gesehen, wie wichtig der Bau einer Überdachung sei. Scherzhaft verkündigte er zudem, dass Weiche nicht in die 3. Liga müsse, sondern gleich für die Zweite Liga melden könne, wie ihm der DFB-Präsident versichert habe. Außerdem dankte Harald Uhr auch noch einmal dem Präsidenten des SHFV, Hans-Ludwig Meyer, für sein langjähriges Wirken zum Wohle des Fußballs in Schleswig-Holstein.

Erzielte seinen ersten Saisontreffer für Weiche: René Guder