SC Weiche Flensburg 08
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Weichen für starke Saison sind gestellt

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Der SC darf nach dem ersten halben Jahr unter neuem Namen ein positives Zwischenfazit ziehen. Nach 18 von 34 absolvierten Meisterschaftsspielen hat die Regionalligamannschaft mit 27:12 Toren und 38 Punkten eine starke Bilanz vorzuweisen. Mit drei Zählern Rückstand auf den Hamburger SV II (41) und vier Punkten Vorsprung auf den VfL Wolfsburg II (34) rangiert Weiche auf dem in der Vorsaison erreichten starken zweiten Tabellenplatz. Zudem besteht zumindest vorübergehend zur übrigen Konkurrenz (St. Pauli II, Jeddeloh, Lübeck je 28) schon etwas Luft. Und im Landespokal ist unsere Mannschaft auf einem steinigen Weg der erhoffte Sprung ins Finale gelungen. Am Pfingstmontag, 21. Mai 2018 (Anstoßzeit noch offen; live in Konferenz in der ARD), wird es nun im heimischen Manfred-Werner-Stadion zum Endspiel gegen die Husumer SV kommen. Die Weichen für eine erfolgreiche erste Saison des neuen Vereins sind also gestellt.

 

Nur zwei Niederlagen in 18 Spielen

Dabei begann die Saison 2017/18 nicht unbedingt optimal. Gegen zwei Bundesliga-Nachwuchsmannschaften reichte es zum Auftakt nicht zu Siegen. Fast 1.000 Zuschauer sahen daheim am 1. Spieltag das 1:1 gegen die U 23 des FC St. Pauli, und in Hannover gelang nur ein torloses Remis. So gab es den ersten Sieg am 3. Spieltag mit einem 2:1 gegen Havelse, wobei die Gäste zur Pause sogar noch vorn lagen. Nach zwei weiteren Siegen in Lüneburg (3:1) und gegen Oldenburg (1:0) vor der Saisonheimrekordkulisse von 1.114 Fans schien der SC in der Spur zu sein. Die folgende 1:3-Niederlage im Rehden stoppte überraschend die Erfolgsserie. Doch Weiche nahm im D-Zug-Tempo die Verfolgung zum Spitzenreiter Hamburger SV II wieder auf, siegte danach gegen Altona (2:0), in Braunschweig (2:0), mit einer eindrucksvollen Vorstellung vor 1.896 Zuschauern beim Landesrivalen VfB Lübeck (4:0) sowie gegen Norderstedt (2:1). Nach einem Spielausfall in Barsinghausen gegen Egestorf wurde Weiche gegen Hildesheim dann völlig ausgebremst, verlor daheim enttäuschend mit 0:1. Doch wieder antwortete die Mannschaft mit Siegen in Serie: mit 2:1 beim starken Aufsteiger Jeddeloh, 1:0 gegen Drochtersen, 2:1 beim Meisterschaftsmitfavoriten VfL Wolfsburg II. Da schien der Abstiegskandidat Eutin gerade zur richtigen Zeit nach Flensburg zu kommen. Es reichte aber nur zu einem 1:1-Remis, wobei erst in allerletzter Sekunde Torge Paetow der Ausgleich gelang. Eine Woche später gab es genau das Gegenteil – mit dem gleichen Ergebnis. Beim 1:1-Unentschieden im Spitzenspiel beim Hamburger SV II stand unsere Elf dicht vor dem Sieg, ehe der Tabellenführer mit dem Schlusspfiff noch zum Ausgleich kam. Mit vier Punkten aus zwei weiteren Heimpartien – 0:0 gegen Hannover 96 II und 2:0 gegen Lüneburg – bei einem Spielausfall in Havelse ging die Herbstrunde zu Ende.

Zwischenzeitlich hatte der SC in drei Runden die Weichen für das Landespokalfinale gestellt. Beim SV Eichede musste nach torlosen 120 Minuten ein Elftmeterschießen helfen. Ebenfalls ins Elfmeterschießen ging es im denkwürdigen Viertelfinal-Krimi beim VfB Lübeck, als unsere Mannschaft vor 1.369 Zuschauern im Stadion an der altehrwürdigen Lohmühle dreimal und nochmals selbst im Elfmeterschießen im Rückstand lag. Das Halbfinale in Todesfelde wurde dann souverän mit 4:0 gewonnen.

 

Probleme daheim, auswärts richtig stark

Schaut man sich die Saison näher an, so kann man feststellen, dass sich unsere Mannschaft in vielen Heimspielen schwer tat. Zwar befindet sie sich zur Winterpause mit 21 Zählern auf Platz zwei der Heimtabelle, aber das liegt auch daran, dass sie bereits zehnmal vor eigener Kulisse antreten konnte. Die insgesamt für eine Spitzenmannschaft ungewöhnlich geringe Quote von zwölf geschossenen Toren zeigt, wo trotz der sechs Siege und nur einen Niederlage das Problem liegt. Gegen kompakt agierende Kontrahenten gelingt es nicht immer, Druck aufzubauen und sich aus dem Spiel heraus genügend Chancen zu erarbeiten. Oft haben so noch Standardsituationen zum Torerfolg geholfen. Auffallend ist dann auch, dass in unserer Mannschaft ein ausgemachter Torjäger, wie ihn der HSV II (Knöll, 14 Tore), Wolfsburg II (Kramer, 10) oder Egestorf (Weydandt, 10) in ihren Reihen hatten, bislang nicht identifiziert werden konnte. Mit Dominik Hartmann traf ein Mittelfeldspieler, der nicht vorzugsweise im Straf- oder sogar Fünfmeterraum zu finden ist, bislang mit fünf Toren am häufigsten. Gleichsam gilt es, bei allen Offensivbemühungen nicht die eigene Ordnung zu verlieren. Dieses gelang weitgehend: Nur jeder zweite Gast im Manfred-Werner-Stadion konnte überhaupt einen Treffer erzielen.

 

Auswärts trat unsere Mannschaft – mit einer unrühmlichen Ausnahme (1:3 in Rehden) – in vielen Fällen deutlich stärker auf. Gerade in den Topspielen präsentierte sich Weiche wie eine echte Spitzenmannschaft, allen voran beim 4:0 in Lübeck und beim 2:1 in Wolfsburg. Auch der Sieg in Jeddeloh (2:1) und selbst das Remis beim Tabellenführer HSV II (1:1) zeigten diese Stärke: fokussiert und konzentriert, taktisch bestens eingestellt, defensiv kompakt und ausgesprochen clever. Mit 17 Punkten aus acht Spielen steht Weiche in der Auswärtstabelle zwar ebenfalls „nur“ auf dem Silberplatz, doch Wolfsburg II als augenblicklicher Spitzenreiter benötigte für die 19 Zähler drei Partien mehr.

 

Top-Neuzugänge und starke Rückkehrer in einer intakten Mannschaft

Der SC stellt eine seit Jahren gewachsene Mannschaft. So gab es auch im vergangenen Sommer eine übersichtliche Zahl an Neuzugängen – und die konnten sich allesamt Stammplätze erobern. Abwehrspieler Torge Paetow kam nach nur einem Jahr mit etwas Drittligaerfahrung vom VfR Aalen zurück. Als einziger Akteur fehlte er keine einzige Minute, erzielte zudem noch zwei extrem wichtige Heimtore. Ebenfalls auf 18 Einsätze kam Junior Ebot-Etchi (kein Tor), der vom VfB Lübeck an die Bredstedter Straße kam und vor allem die rechte Außenbahn bearbeitete. Stürmer Nico Empen (15 Spiele/3 Tore) wechselte vom FC St. Pauli nach Flensburg. Kurz nach Saisonbeginn kehrte auch René Guder (15/4) nach nur wenigen Wochen beim Zweitligisten Holstein Kiel wieder zurück. Und schließlich schloss sich Dominic Hartmann aus Hildesheim der Mannschaft von Trainer Daniel Jurgeleit an, wobei der vielseitig einsetzbare Mittelfeldspieler noch auf 14 Einsätze kam, in denen er mit fünf die bislang meisten Saisontreffer erzielte.

Zu vielen Einsätzen kamen außerdem die Weiche-Urgesteine Jonas Walter (18/-) und Patrick Thomsen (16/2) sowie die ebenfalls schon länger im Flensburger Süden kickenden Torhüter Florian Kirschke (17/-) und Kapitän Christian Jürgensen (16/1). Fiete Sykora (12/2), Fabian Arndt (12/1), Tim Wulff (11/1), Ilidio Pastor Santos (11/-), die Zwillinge Jannick Ostermann (10/2) und Hendrik Ostermann (9/-), Tayfun Can (7/-) sowie Jannik Drews (5/-) durften nicht immer auf dem Platz ihre Qualitäten beweisen. Bei Nedim Hasanbegovic (8/3), Florian Meyer (8/-), Kevin Schulz (6/1) und Jannis Pläschke (3/-) zwangen zum Teil größere Verletzungen zu längeren Pausen. Ersatztorhüter Raphael Straub zeigte gegen Hildesheim, dass auf ihn Verlass ist. Aus dem etablierten, 24 Akteure umfassenden Kader kamen so nur die langzeitverletzten Benjamin Safo-Mensah und Finn Wirlmann in dieser Saison bislang zu keinen Regionalligaspielminuten. Aus unserer Oberliga-Mannschaft wurde zwar auch schon Sebastian Kiesbye in den Spieltagskader berufen, zu seinem Viertliga-Debüt beim SC kam er allerdings noch nicht.

Auffallend ist, dass mit dem ausgeglichenen Kader verschiedene taktische Varianten umgesetzt und dadurch gegebenenfalls auch während eines Spiels noch flexibel reagiert werden kann. So können die zentralen Defensivspieler Jonas Walter und Patrick Thomsen problemlos zwischen Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld wechseln, Kapitän Christian Jürgensen kann nicht nur hinten links verteidigen, sondern ebenso im Mittelfeld antreiben, und im Angriff ist ein Agieren mit einer Spitze, zwei oder auch drei Stürmern möglich. René Guder etwa zeigte beim 4:0-Sieg in Lübeck auf der rechten Außenbahn eine Top-Leistung wie in Jeddeloh als einzige Spitze. Dadurch ist Weiche für die Konkurrenten schwer auszurechnen. Ein anderes Mittel hat sich längst ligaweit herumgesprochen und führt dennoch oft genug zum Erfolg: Aus Standardsituationen wie Eckstößen, Freistößen und weiten Einwürfen (von Torge Paetow oder Tayfun Can) resultieren – nicht zuletzt aufgrund der Kopfballstärke – immer wieder Tore für den SC.

 

Ausbaufähige Zuschauerbilanz

Der SC Weiche steht zum Jahreswechsel mit einem durchschnittlichen Besuch von 702 Fans auf Platz acht der Zuschauertabelle. Die im achten Heimspiel gegen Eutin (745 Zuschauer) eingeweihte überdachte Stehplatztribüne sollte für Flensburgs Fußballfreunde ein wesentliches Argument sein, um künftig häufiger ins Stadion zu kommen. Zwar liegt der SC-Heimdurchschnitt noch über dem Ligaschnitt von 631 Besuchern, doch der wird vor allem von den zweiten Mannschaften (H96 II 452, HSV II 390, Wolfsburg II 279, St. Pauli II 231 und Schlusslicht Braunschweig II 217) auch deutlich nach unten gedrückt. Hinter den drei Traditionsklubs Lübeck (1.506), Oldenburg (1.336) und Altona (1.198) liegen mit Jeddeloh (863), Hildesheim (846), Drochtersen (816) und Lüneburg (813) vier Vereine in der Zuschauergunst besser als Weiche, die sportlich mehr oder weniger weit hinter unserer Mannschaft platziert sind. Hier ist wohl noch viel Luft für das Frühjahr. Immerhin stehen gegen die Spitzenmannschaften HSV II (Erster; beim nächsten Heimauftritt am 10.02.18), Wolfsburg II (Dritter; am vorletzten Spieltag, 05.05.18) und Lübeck (Sechster; ein Freitagabend-Flutlichtspiel am 16.03.18) mindestens drei lukrative Heimspiele an. Vermutlich hat das allseits beklagte und zu den Heimauftritten dieser Saison in der Tat zunächst obligatorische Flensburger Regenwetter in den ersten sieben Partien vor eigenem Publikum einer deutlich besseren Zuschauerbilanz entgegengewirkt. So kursierte bereits der schlechte Witz, man könne schon zwei Wochen im Voraus sagen, dass der Himmel am Heimspiel-Sonnabend, ab 13.30 Uhr, mal wieder seine Schleusen öffnen werde. Mit der neuen überdachten Stehplatztribüne sollte Regen nun aber niemanden mehr vom Stadionbesuch abhalten. 

 

Gute Fairplay-Werte

Fairplay wird unter Trainer Daniel Jurgeleit auch weiterhin sehr groß geschrieben. Unsere Mannschaft kassierte in bislang 18 Partien 31 Gelbe Karten, jedoch – wie sechs andere Vertretungen – keinen Platzverweis. Aktuell bedeutet das Platz 3 in der Fairness-Tabelle. Den drei Ex-Kielern René Guder, Fiete Sykora und Tim Wulff droht bei derzeit vier Verwarnungen als erste Weiche-Akteure eine Spielsperre nach fünf Gelben Karten. Hier führt ligaweit im Übrigen der Lübecker Nogovic, der sich bei 14 Einsätzen bereits acht Gelbe Karten einhandelte.

 

Starker Unterbau

Sportlich bedeutsam für die Regionalligamannschaft ist ein starker Unterbau. Zwar kicken die A-, B- und C-Junioren wie die Oberliga-Männer-Equipe „nur“ auf Landesniveau. Bei einem langfristigen Konzept sollte aber auch hier alsbald ein für den Regionalligakader erkennbarer Ertrag herausspringen. Von nennenswerter Relevanz ist derzeit die zweite Mannschaft, die unter Trainer Thomas Seeliger in der neuen Flens-Oberliga mit 33 Punkten und imponierenden 52:18 Toren aus 16 Spielen auf einem glänzenden dritten Tabellenplatz überwintert. Gerade die sehr offensive Ausrichtung mit mehr als drei erzielten Treffern pro Spiel kann hier begeistern. Zwar hat bislang nur Sebastian Kiesbye (7 Oberligatore in dieser Saison) an die Tür zur Regionalliga anklopfen können, doch auch Spieler wie Nicholas Holtze (12), auf größere Sicht der leider nun wegen des Risses des vorderen Kreuzbandes monatelang ausfallende Fleming Barth (11) oder Marcel Cornils (5) könnten Druck auf den Regionalliga-Kader ausüben. In umgekehrter Richtung funktioniert das Modell bislang gut. Akteure wie Jannik Drews (3), Tayfun Can (2), Jannick Ostermann (1) oder Benjamin Safo-Mensah (1) konnten in der 5. Liga nicht nur Spielpraxis, sondern mit Toren zudem persönliche Erfolgserlebnisse sammeln.

 

Freudige Aussichten

Die Weichen für eine erfolgreiche Saison des SC wurden im vergangenen Herbst gestellt. Für die übrigen 16 Spiele in der Regionalliga gilt es, diese sehr gute Ausgangsposition zu nutzen. Nachdem seit dem Aufstieg 2011/12 in die Regionalliga die Endplatzierung von Platz 7 über 6, 5, 3 und 2 immer verbessert werden konnte, steht unsere Mannschaft nun erneut auf dem zweiten Platz. Im Vorjahr waren es nach 34 Spieltagen 56:35 Tore und 66 Punkte. Zumindest was die Anzahl der Gegentore und der Punkte betrifft, liegt Weiche rechnerisch hervorragend im Rennen, um erneut eine bessere Saison zu spielen. Ob dann auch Tabellenplatz 1 erreicht wird – bei aktuell drei Zählern Rückstand auf den Spitzenreiter HSV II absolut realistisch –, sei dahingestellt. Trainer Daniel Jurgeleit wird zu Recht nicht müde, immer wieder zu betonen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, sich jedes Jahr sportlich zu verbessern. Dass in der Regionalliga alle Mannschaften ordentlich kicken können, ist bei den Auftritten des SC deutlich geworden. Die Aufgabe wird gewiss nicht leichter, wenn die Konkurrenz unseren SC (38 Punkte) auf den Favoritenthron hebt. Und angesichts der sportlichen Möglichkeiten von Bundesliga-Nachwuchsmannschaften dürfte neben dem HSV II (41 Punkte) auch die Wolfsburger Zweite (34 Punkte) zu den heißen Meisterschaftskandidaten zu zählen sein.

Ungeachtet dessen hat sich unsere Mannschaft bereits einen Saisonhöhepunkt erspielt: Das Landespokalfinale am Pfingstmontag gegen Husum wird sicherlich ein Fußballfest werden. Nach den bitteren Endspielniederlagen von 2012 (nach Verlängerung beim VfB Lübeck), 2014 (nach Elfmeterschießen bei Holstein Kiel) und 2016 (1:2 beim VfB Lübeck) sollten diesmal allerdings am Ende nicht wieder die anderen jubeln dürfen.