SC Weiche Flensburg 08
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Sieg in einem dramatischen Verfolgerduell

  Spielinfo

Der SC Weiche Flensburg 08 hat mit einem etwas glücklichen, allerdings nicht unverdienten 2:1-Auswärtssieg bei der U23 des VfL Wolfsburg die vorzeitige Hinrundenmeisterschaft des Hamburger SV II aufschieben und den zweiten Tabellenplatz festigen können. In einem über weite Strecken gutklassigen und spannenden, ja sogar dramatischen Verfolgerduell setzte sich unsere Mannschaft beim Tabellendritten durch einen Treffer von René Guder kurz vor Toreschluss mit 2:1 durch. Es war beim sechsten Auftritt der erste Weiche-Sieg bei den Wolfsburger „Jungwölfen“. Bei besten äußeren Rahmenbedingungen im „kleinen“, aber feinen AOK-Stadion unweit der Bundesliga-Arena hätte diese Spitzenpartie der 4. Liga weitaus mehr als die nur 271 Zuschauer verdient gehabt, wobei rund 25 Anhänger der Gäste nach dem Schlusspfiff des wahren Fußballkrimis ihre Mannschaft feierten. 

 

Im Vergleich zum Pokalspiel vom Dienstag (4:0 in Todesfelde) tauschte Trainer Daniel Jurgeleit in der Startelf einmal das Personal. Für den beruflich verhinderten Jannick Ostermann übernahm Fiete Sykora den Platz in der Anfangsformation. Er ging allerdings als zweite Spitze neben Kevin Schulz in den Angriff, während René Guder wieder zurück auf die rechte Außenbahn wechselte. In den Spieltagskader schaffte es für Jannick Ostermann der zuvor verletzte Florian Meyer. Neben Jannick Ostermann fehlten verletzungsbedingt weiterhin Finn Wirlmann, Jannis Pläschke, Benjamin Safo-Mensah, Nedim Hasanbegovic und Ilidio Pastor Santos. 

Weiche begann die Partie mit viel Elan und hatte bereits nach zwei Minuten zwei gute Möglichkeiten zu verzeichnen. Erst zischte ein straffer Schuss von René Guder von der halbrechten Seite, Höhe Strafraumgrenze, noch abgefälscht, haarscharf links am Kasten vorbei (1.). Seinen folgenden Eckball bereinigten die Gastgeber zunächst mit Mühe, den zweiten Flankenball von René Guder köpfte Christian Jürgensen am hinteren Pfosten ans Außennetz (2.). Danach meldeten sich auch so langsam die früh attackierenden Gastgeber im Spiel an. Sie kamen zu zwei Eckstößen, doch die nächste nennenswerte Gelegenheit hatten wieder die Flensburger. Der 20-m-Schuss von Jonas Walter wurde noch abgefälscht und verfehlte dadurch sein Ziel (13.). Den folgenden Eckstoß von Dominic Hartmann köpfte Fiete Sykora über den Kasten (13.). Unsere Mannschaft löste immer wieder spielerisch die Situationen, obgleich die Wolfsburger früh Torhüter Florian Kirschke und die Defensive anliefen, um den Gäste-Spielaufbau zu stören. 

Die Partie blieb nach der lebhaften Anfangsviertelstunde auch in der Folge äußerst unterhaltsam und auf spielerisch sehr gutem Niveau, wenngleich die Torraumszenen rarer wurden. Nun hatten die Wolfsburger optisch vielleicht etwas mehr vom Spiel, doch Weiche wirkte defensiv enorm stabil und kombinierte zum Teil sehr gekonnt aus der Abwehr heraus. Große Aufregung gab es nach knapp einer halben Stunde, als der kurz zuvor nach einem Foul an Hendrik Ostermann (29.) bereits verwarnte VfL-Sturmtank Kramer auch gegen Thomsen – der Ball war vom Flensburger Innenverteidiger schon gespielt – hart einstieg, die Aktion aber ungeahndet blieb und die Weiche-Bank geschlossen reklamierend aufsprang (32.). Wenig später konnten dann unsere Mannschaft und ihr Anhang jubeln, als ein langer Freistoß von Dominic Hartmann von der Mittellinie nach einem Luftloch von VfL-Kapitän Klamt über Umwege bei Christian Jürgensen landete, der die Kugel aus halbrechter Position im langen Eck zum 0:1 versenkte (35.). 

Die Partie blieb auf spielerisch gutem Niveau, wurde für Schiedsrichter André Schönheit (Lüneburg) allerdings auch weiterhin keine einfache Angelegenheit. So flankte René Guder von der rechten Außenbahn, wieder rutschte ein Wolfsburger am Ball vorbei, und Fiete Sykora nahm die Kugel von der Strafraumgrenze direkt, jagte sie jedoch über den Kasten (38.). Wenig später erhitzten sich erneut die Gemüter, als Sarr direkt vor der aufgebrachten Flensburger Bank Kevin Schulz an der Seitenauslinie niederstreckte und für das harte Einsteigen lediglich mit „Gelb“ bedacht wurde (40.). Im Gegenzug erwischte es auch Fiete Sykora mit „Gelb“ für ein Foulspiel an Klamt (44.), durch das der VfL-Kapitän noch vor dem Seitenwechsel zur verletzungsbedingten Aufgabe gezwungen war (45.). Doch sieht man von diesen drei wenig schönen Aktionen einmal ab, so hatte die Partie in der ersten Halbzeit auch viel spielerische Klasse zu bieten. Dabei beeindruckten die Gäste mit einem abgezockten, sicheren und mutigen Auftritt, der bei den Wolfsburgern sichtlich Wirkung hinterlassen hatte. In solcher Weise tritt eine echte Spitzenmannschaft auf! Die Gastgeber hatten ihre beinahe schon beste Vorpausenmöglichkeit, als eine Kopfballrückgabe von Hendrik Ostermann auf Torhüter Florian Kirschke beinahe etwas zu kurz geriet (45.+1). So ging es mit einer verdienten Flensburger Führung in die Kabinen. 

 

Auch die zweiten 45 Minuten begann unsere Mannschaft sehr schwungvoll und mutig. Fiete Sykora und Torge Paetow waren im VfL-Strafraum im Duett nahe am zweiten Treffer (47.). Ein erstes Durchatmen auf Flensburger Seite gab es, als die Gastgeber, die zur Pause bereits ihren zweiten Wechsel vollzogen hatten (May für Justvan), eine plötzliche Kontergelegenheit gegen zu weit aufgerückte Flensburger mit viel Platz auf der rechten Seite nicht gut ausspielten (50.). Das war der Auftakt für eine spektakuläre Viertelstunde der Gastgeber, die im Minutentakt zu guten Einschussmöglichkeiten kamen. Erst bereitete unsere Defensive die bis dahin beste Chance des VfL-Nachwuchses selbst vor, doch Hanslik versemmelte freistehend vor Torhüter Florian Kirschke (56.), der danach beim Abschluss von Saglam aus halblinker Position erstmals richtig eingreifen musste (57.). Ordentlich Glück hatte unsere Mannschaft, als Franke nach Pass in die halbrechte Defensive den Abschuss über den Kasten setzte (58.) wie auch wenig später Hanslik aus gut 18 Metern (60.). Der SC Weiche offenbarte in jener Phase bedenkliche Lücken in der Defensive und schaffte es zudem nicht mehr, durch eigenen Ballbesitz für Entlastung zu sorgen. Zudem stand Fiete Sykora nach einem weiteren Foul (61.) nah am Platzverweis, sodass Fabian Arndt ins Spiel kam (64.), wodurch René Guder in die Spitze wechselte. Noch einmal konnte Weiche tief durchatmen, als Hendrik Ostermann die Eingabe von El Saleh von rechts über das eigene Tor bugsierte (62.). Dann aber war es passiert: Sarr schlug einen langen Ball aus der eigenen Hälfte punktgenau in den Lauf von Stutter, der auf halbrechter Position völlig frei war und sich die Chance zum mittlerweile verdienten und fälligen 1:1-Ausgleich nicht entgehen ließ (69.). 

Mit diesem Treffer änderte sich erneut die Statik des Spiels. In der Folge gelang es dem SC Weiche wieder, richtig mitzuspielen und eigene Torchancen zu kreieren. Es schafft wohl nicht jede Mannschaft und ist eine ausgesprochene Stärke, derart ins Spiel zurückzufinden, nachdem zwischenzeitlich der Faden völlig verloren war. Torge Paetow bereitete so eine Möglichkeit für Kevin Schulz vor, dessen Abschluss im Strafraum aber noch zum Eckball geblockt wurde (78.). Damit meldete sich Weiche wieder zum Spiel an. René Guder mit feiner Einzelaktion und Schuss aus 25 Metern beschäftigte den VfL-Torhüter Menzel (87.). Dennoch mussten in der Schlussphase zwei bange Szenen überstanden werden. Kramer setzte eine Eingabe von rechts nach starker Vorarbeit von El Saleh am kurzen Pfosten aus Nahdistanz und in Bedrängnis nur knapp vorbei (83.), dann versiebte der Wolfsburger Torjäger eine ganz dicke Gelegenheit, als er unverhofft auf halblinks im Weiche-Strafraum in Ballbesitz kam, Torhüter Florian Kirschke den Mittelstürmer zunächst etwas abdrängen konnte, während zwei Mitspieler inzwischen die Torlinie sicherten. Sie wären dennoch wohl chancenlos gewesen, wenn Kramer nach einem Schwenk nach innen den Ball nicht am langen Eck vorbei gesetzt hätte (88.). Und das tiefe Durchatmen sollte sich nur Sekunden später in Flensburger Jubel entladen, denn mit dem folgenden Abschlag von Florian Kirschke und einem Fehler der Wolfsburger Innenverteidigung tauchte auf der Gegenseite urplötzlich René Guder allein vor Torwart Menzel auf, den er mit gekonntem Abschluss tunnelte: 1:2 (88.)! 

Die restliche Spielzeit verteidigte unsere Mannschaft geschickt mit viel Ballbesitz, wobei vor allem René Guder weit abseits der eigenen Hälfte das Streitobjekt nicht hergeben wollte. So blieb es in einer hochspannenden Partie bei einem letztlich glücklichen, wenn auch nicht unverdienten Gästesieg. 

Aus der sich in der zweiten Halbzeit deutlich steigernden U23-Mannschaft des VfL Wolfsburg ragten der im Verlauf der Partie immer stärker werdende Stutter, der nach dem Ausscheiden von Klamt die Kapitänsbinde übernommen hatte, sowie Hanslik und Franke heraus. Beim SC Weiche hingegen verdienten sich alle gute, jedoch Torge Paetow und René Guder darüber hinaus die besten Noten. 

Am kommenden Sonnabend (11.11.2017, 13.30 Uhr, Bredstedter Straße) steht das letzte Heimspiel der Hinrunde auf dem Programm. Dann kommt Eutin 08 zum Landesderby nach Flensburg-Weiche. Die Rosenstädter haben nach den Unruhen im Verein, u. a. mit Trainerwechsel, durch zwei Siege innerhalb von fünf Tagen den letzten Tabellenplatz verlassen. Sie werden mit weitaus mehr Selbstvertrauen gegen unsere Mannschaft auflaufen und müssen sich mit bereits 23 erzielten Treffern auch diesbezüglich nicht verstecken. Da dürfte ein unterhaltsames Spiel garantiert sein. 

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, H. Ostermann – Walter – Guder, Jürgensen (Kap.), Hartmann, Ebot-Etchi – Sykora (V/64. Arndt), K. Schulz (V/90.+2 Can). 

Tore: 0:1 Jürgensen (35.), 1:1 Stutter (69.), 1:2 Guder (88.). 

Zuschauer: 271 im AOK-Stadion, Wolfsburg, darunter etwa 25 Flensburger. 

Schiedsrichter: André Schönheit (MTV Treubund Lüneburg), hatte vor der Pause erhebliche Mühe, das Spiel unter Kontrolle zu halten, bekam die Partie in der zweiten Halbzeit besser in den Griff und beendete es sogar ohne jeden Platzverweis, obgleich abwechselnd beide Mannschaften über die Entscheidungen haderten.

Erzielte die Führung zum 1:0. Christian Jürgensen