SC Weiche Flensburg 08
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Remis im ersten Teil der Norderstedter Tage

  Spielinfo

Der SC Weiche Flensburg 08 bleibt im Kampf um die Tabellenspitze der Regionalliga Nord im Rennen, hat aber auf Spitzenreiter Hamburger SV II (2:0 in Lübeck) und dessen Verfolger VfL Wolfsburg II (2:0 gegen Lüneburg) zwei Zähler eingebüßt. Am 28. Spieltag kamen die Fördestädter beim FC Eintracht Norderstedt zu einem 1:1-Remis. Sie blieben damit zum nun schon neunten Mal in Folge ungeschlagen, während der Landesrivale aus dem Hamburger Speckgürtel zum neunten Mal in Folge nicht gewinnen konnte. Vor lediglich 395 Zuschauern im Edmund-Plambeck-Stadion lag der SC bei trockenem und vergleichsweise mildem Wetter mal wieder lange Zeit zurück. Den Punkt verdiente sich aber unsere Mannschaft, da die zweite Halbzeit deutlich an sie ging. Die Partie war mit dankenswerter Zustimmung der Gastgeber aufgrund der Termindichte – am Dienstag (27.03.2018, 19 Uhr) muss Weiche zur Nachholpartie gegen den FC St. Pauli II wieder nach Norderstedt – relativ kurzfristig vom etatmäßigen Eintracht-Heimspieltermin am Sonntag vorverlegt worden. Für Weiche war es nach über vier Monaten (1:1 am 18.11.2017 beim HSV II) mal wieder ein Auftritt in einem fremden Stadion.

 

Gegenüber dem Frühjahrsauftakt vier Tage zuvor gegen Braunschweig II (5:3) brachte Trainer Daniel Jurgeleit drei neue Kräfte für die Startelf. Für Finn Wirlmann, Marvin Kleihs und Nico Empen liefen Kevin Schulz, Junior Ebot-Etchi und Tim Wulff in der Anfangsformation auf. Darüber hinaus tauschte Patrick Thomsen, der ins defensive Mittelfeld wechselte, mit Jonas Walter, der als Innenverteidiger die Dreierkette organisierte, die Position. Überraschend wurde zudem Junior Ebot-Etchi zunächst als einer von zwei Spitzen aufgeboten, während René Guder die rechte Außenbahn bearbeitete. Neben dem schon länger ausfallenden Florian Meyer schafften es auch die leicht angeschlagenen Nedim Hasanbegovic und Jannis Pläschke, der noch Grippe-geschwächte Jannick Ostermann sowie Tayfun Can und Jannik Drews (beide kamen beim 3:3 der Oberliga-Mannschaft gegen Eichede zum Einsatz) nicht in den 18er Spieltagskader. Zudem bekam Finn Wirlmann nach seinem 90minütigen Comeback vom Dienstag eine Pause. Für ihn rückte Benjamin Safo-Mensah auf die Bank.

 

Der SC Weiche war anfangs die spielbestimmende Mannschaft, wobei allerdings die Abschlussaktionen fehlten. Beim zu hoch angesetzten Kopfball von Christian Jürgensen nach Freistoß von Jonas Walter (9.) musste Eintracht-Torhüter Höcker ebenso wenig eingreifen wie beim Distanzschuss von Dominic Hartmann nach einem zu kurz abgewehrten Eckball von René Guder (15.). Typisch für den Auftritt unserer Elf war die beste Kombination. Mit gepflegtem Direktspiel – u. a. über Patrick Thomsen, Ilidio Pastor Santos und Dominic Hartmann – ging es an und sogar in den Strafraum, doch keiner wagte den Abschluss, ehe Tim Wulff die Kugel nicht richtig traf und der Norderstedter Schlussmann daher weiterhin ohne Prüfung blieb (22.). Da wirkten die Gastgeber gleich mit ihrer ersten nennenswerten Offensivaktion gefährlicher: Nach einem schönen Pass in den Rücken der Flensburger Abwehr stand Brown plötzlich allein vor Florian Kirschke, doch unser Torhüter war zur Stelle (23.). Beim folgenden Eckstoß „flipperte“ die Kugel im Fünfmeterraum der Gäste, der flinke L. Meyer schaltete am schnellsten, netzte zum 1:0 ein (24.).

 

Damit verlor Weiche den Spielfaden. Die Gastgeber konnten das Geschehen optisch nun ausgeglichen gestalten. Zahlreiche Unterbrechungen sorgten zudem dafür, dass ein Rhythmus erst gar nicht aufkommen konnte. So hatte Kapitän Christian Jürgensen nach einem Standard noch die beste Chance vor der Pause. Sein Kopfball nach Freistoß von Dominic Hartmann rauschte jedoch am Kasten vorbei (35.). Und beinahe wären die Norderstedter sogar mit 2:0 in Führung gegangen. Der rechte Verteidiger Coffie nahm eine Flanke von links direkt, in den etwas verunglückten Schuss spritzte L. Meyer, traf aber nur SC-Torhüter Florian Kirschke (37.).

 

Ohne Spielerwechsel ging es in die zweite Halbzeit. Allerdings hatten schon gut fünf Minuten vor der Pause Junior Ebot-Etchi und René Guder die Positionen gewechselt. Dieser Tausch sorgte auch für mehr Druck im Flensburger Spiel, wenngleich es erst einmal hieß, eine heikle Situation zu überstehen, als wieder L. Meyer freigespielt wurde. Der Assistent an der Linie hob allerdings sein Fähnchen (47.).

 

Unsere Mannschaft wurde dennoch immer dominanter. Der Schuss von Dominic Hartmann nach Einwurf von Torge Paetow und Kopfballablage von Tim Wulff verfehlte das Ziel (57.). Dann musste beim Kopfball von Tim Wulff nach Eckstoß von René Guder erstmals der heimische Torhüter Höcker eingreifen (59.). Auch Patrick Thomsen näherte sich mit seinem noch geblockten Kopfballversuch nach Eckstoß von René Guder dem Tor gefährlich an (61.). Und nach Ablage von Tim Wulff landete der Abschluss von Patrick Thomsen aus zehn Metern direkt in den Armen von Höcker (62.). Der Ausgleich war nun fällig, und so fiel er folgerichtig. Junior Ebot-Etchi hatte von der rechten Seite den Ball scharf nach innen gebracht. René Guder, nahm die Kugel an, drehte sich und verwandelte unhaltbar ins lange Eck (65.).

 

Aber nach dem Ausgleich schaltete unsere Mannschaft ein, zwei Offensivgänge runter. Einzig Christian Jürgensen hatte mit einem satten abgefälschten Distanzschuss, bei dem Höcker nur tatenlos hinterhersehen und beten konnte, den Siegtreffer auf dem Fuß (70.). Auf der Gegenseite verbuchte die Eintracht ihre einzige echte Nachpausengelegenheit, als Toksöz auf halbrechts frei vor Florian Kirschke zum Abschluss kam, den Ball aber am langen Pfosten vorbeisetzte (78.). Zu jenem Zeitpunkt agierte unsere Elf in Unterzahl, weil Marvin Kleihs nach einem Foul von Toksöz (74.) gerade außerhalb des Platzes behandelt werden musste. So blieb es in einer umkämpften, zuweilen nickligen Partie beim Unentschieden, obgleich die Eintracht kräftemäßig am Ende schien und nach der Pause deutlich unterlegen war. Unserer Mannschaft fehlte es an Genauigkeit bei den finalen Pässen und Zielstrebigkeit in den Abschlüssen.

 

Bei der gastgebenden Eintracht fielen besonders Abwehrrecke Mandic, der defensive Abräumer Koch und Stürmer L. Meyer auf. Auf Seiten unserer Mannschaft verdienten sich Patrick Thomsen und René Guder die besten Noten. Auch Christian Jürgensen, Torge Paetow und Florian Kirschke können lobend aus einem kämpferisch guten Kollektiv hervorgehoben werden. Spielerisch freilich sollte noch etwas Luft nach oben vorhanden sein.

 

Schon am Dienstag (27.03.2018, 19 Uhr) geht es für unsere Mannschaft an gleicher Stelle – aber ohne den dann „Gelb“-gesperrten René Guder – weiter. Zum Nachholspiel beim FC St. Pauli II reist Weiche wieder ins Edmund-Plambeck-Stadion, wo der Zweitliga-Nachwuchs der Kiezkicker in dieser Saison seine Heimbegegnungen austrägt. Im Hinspiel hatte es zum Saisonauftakt Ende Juli 2017 ein 1:1-Remis gegeben, wobei damals Fiete Sykora vor 962 Zuschauern per Strafstoß den Ausgleich erzielen konnte (35.), nachdem Schneider die Hamburger in Führung gebracht hatte (23.). Schneider zählt mit neun Treffern zu den besten Torschützen der Liga und mittlerweile auch zum Profikader des Kiezklubs. Der bislang letzte Gastauftritt bei den Braun-Weißen endete ebenfalls unentschieden. Beim 0:0 an jenem 5. November 2016 parierte Florian Kirschke gegen seinen Ex-Klub im Stadion Hoheluft, wo St. Pauli II damals sein Heimrecht ausübte, einen Strafstoß. Auf Seiten der Hamburger war auch Nico Empen dabei. Weiche hat in bislang elf Duellen mit dem FC St. Pauli II bei sechs Siegen und 13:6 Toren noch nicht verloren. Auswärts wurden nach zuvor vier Siegen bei jenem torlosen Remis sogar erstmals überhaupt Punkte gelassen. Allerdings waren die Hamburger wohl selten so stark wie in der laufenden Saison. Aktuell belegen sie zwar nur Platz 9, haben aber aus nur 19 Spielen schon 30 Punkte geholt. Sie verfügen mit 38 geschossenen Treffern über einen sehr torgefährlichen Angriff.

 

Weiche: Kirschke – Paetow, Walter, Jürgensen (Kap.) – Thomsen, Hartmann – Guder (V), K. Schulz (84. Empen), Pastor Santos (V) – Wulff, Ebot-Etchi (69. Kleihs).

 

Tore: 1:0 L. Meyer (24.), 1:1 Guder (65).

 

Zuschauer: 395 im Edmund-Plambeck-Stadion, Norderstedt.

 

Schiedsrichter: Mario Birnstiel (Verden/Aller), ohne spielentscheidende Fehler, hatte aber deutliche Probleme, eine klare Linie in seine Entscheidungen zu bekommen. 

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz aufgrund der zweiten Halbzeit mit dem Spiel und dem Ergebnis nicht unzufrieden. Gegen Norderstedt – egal ob zuhause oder auswärts – waren es meistens knappe Spiele; so war es auch diesmal. Eigentlich habe seine Mannschaft gut begonnen und durch Junior Ebot-Etchi und Tim Wulff, der den Ball im Strafraum nicht richtig traf, zwei gute Chancen gehabt. „Dann waren wir aber nicht mehr richtig im Spiel, verloren zu viele Zweikämpfe und zweite Bälle. Trotzdem haben wir dann einen Zahn zugelegt und nicht unverdient den Ausgleich gemacht“, so der Trainer weiter. In der Schlussviertelstunde habe man auch die Chance zum Sieg gehabt, musste allerdings genauso immer aufpassen, dass man dann nicht mit völlig leeren Händen dastehen würde. Ihn ärgerte aber die erste Halbzeit. „Da waren wir nicht so bereit und nicht so im Spiel.“

 

Auch der Norderstedter Trainer Dirk Heyne zeigte sich nicht völlig unzufrieden. „In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht und wenig zugelassen. Bei den vielen Standards und weiten Einwürfen kann immer mal einer durchrutschen, weil Flensburg körperlich da sehr präsent ist. Aber wir haben auch gute Nadelstiche vorn gesetzt.“ Die zweite Halbzeit sei ähnlich gewesen, doch seine Mannschaft habe sich dann nicht mehr so nach vorn entfalten können. So gehe der Punkt in Ordnung. Es sei schwer gewesen in der zweiten Halbzeit. Hier hätte man mehr zweite Bälle gewinnen müssen, um mehr Ballbesitz zu haben. „So konnte es über 90 Minuten nicht gut gehen“, so der frühere DDR-Nationaltorwart weiter.