SC Weiche Flensburg 08
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Klarer Weiche-Sieg im Landespokalhalbfinale

  Spielinfo

Es ist geschafft! Seit dem dramatischen Sieg im Landespokalviertelfinale beim VfB Lübeck am 16. August (6:4 nach Elfmeterschießen) staute sich die Spannung, ja vielleicht sogar Skepsis an, ob denn der favorisierte SC Weiche Flensburg 08 auch die letzte Hürde auf dem Weg zur vierten Endspielteilnahme nach 2012, 2014 und 2016 nehmen würde. Mit einem letztlich klaren 4:0-Erfolg beim Oberligisten SV Todesfelde gelang jener Schritt vor 600 Zuschauern, darunter mehr als 100 Flensburgern, beinahe erstaunlich souverän. Unsere Mannschaft steht damit im Finale, wo sie im Mai 2018 auf den Landesligisten Husumer SV treffen wird, der sich im anderen Halbfinale bereits am 3. Oktober daheim gegen den SV Preußen 09 Reinfeld mit 1:0 durchgesetzt hatte. Über den Endspielort – eigentlich die Lübecker Lohmühle – ist noch nicht abschließend entschieden, weshalb man guter Hoffnung sein darf, dass dieser Saisonhöhepunkt in Flensburg über die Bühne gehen wird. 

 

Gegenüber dem Regionalliga-Spiel vom vergangenen Sonnabend gegen Drochtersen/Assel (1:0) nahm Trainer Daniel Jurgeleit in der Startelf nur eine Änderung vor. Für den verletzten Ilidio Pastor Santos rückte der etatmäßige Kapitän Christian Jürgensen in die Anfangsformation, der dann die linke Außenbahn – im Seitentausch mit Junior Ebot-Etchi – beackerte. Auf der Bank nahm erstmals nach Verletzung Nico Empen Platz, der damit im 18er Kader Ilido Pastor Santos ersetzte. Verletzungsbedingt waren außerdem noch immer Finn Wirlmann, Jannis Pläschke, Benjamin Safo-Mensah, Nedim Hasanbegovic und Florian Meyer nicht im Aufgebot. 

Der Favorit aus Flensburg übernahm sofort die Initiative, hatte deutlich mehr Ballbesitz und die Spielkontrolle, ohne allerdings mit Vehemenz das Tor des ambitionierten Außenseiters zu berennen. Vielmehr wurde versucht, geduldig aufzubauen und Lücken beim Kontrahenten zu finden. Bei einer ersten guten Kombination der Gäste war der aufmerksame SVT-Torhüter Oeser vor René Guder am Ball (9.). Auf der Gegenseite kam Bruhn zu einem ersten Abschluss, der jedoch das Ziel verfehlte (14.). Die erste richtige Möglichkeit hatte dann Dominic Hartmann, der nach Steilspiel von Torge Paetow auf René Guder auf Rechtsaußen den Rückpass nicht verwerten konnte, sondern die Kugel in die zweite Etage jagte (15.). Auch bei Jannick Ostermann fehlte noch die letzte Konzentration; sein Abschluss nach einem Eckball bereitete Schlussmann Oeser keine Mühe (21.). So langsam wurde die Dominanz allerdings immer klarer, und die Flensburger Führung schien fällig. Doch der Todesfelder Torhüter bewahrte seine Mannschaft noch vor einem Rückstand, als er mit starker Parade einen von René Guder direkt getretenen Freistoß aus 18 Metern Torentfernung spektakulär über die Latte lenkte (27.). Vorausgegangen war ein Foulspiel an Weiche-Kapitän Christian Jürgensen, der auch in der Folge reichlich einstecken und später angeschlagen gegen Fabian Arndt ausgewechselt werden musste (62.). Die mittlerweile logische Führung für den Favoriten fiel wieder einmal nach einer Standardsituation. Jonas Walter hatte den Ball vom Eckstoß auf den ersten Pfosten geschlagen, Kevin Schulz verlängert und Patrick Thomsen die Kugel irgendwie über die Linie bugsiert (29.). Und auch das 0:2 fiel nach einem Standard. Den Freistoß wehrten die Gastgeber direkt vor die Füße von Torge Paetow ab, der dann aus 20 Metern flach abzog. Abgefälscht schlug die Kugel im linken unteren Eck ein (41.). 

Zwar hatte Todesfelde nach einem Freistoß, den – wie beinahe immer – Sixtus nach innen brachte, noch eine Kopfballmöglichkeit, doch der selten geprüfte Florian Kirschke im Weiche-Kasten wäre zur Stelle gewesen (42.). Auf der Gegenseite wirkten die Aktionen zwingender und gefährlicher, so auch, als René Guder aus der eigenen Hälfte mit Tempo und Ball am Fuß abging und erst von der Fußabwehr des besten Todesfelders, Schlussmann Oeser, gestoppt wurde (44.). So ging es mit einer sicheren 2:0-Gästeführung in die Kabinen, was auch zur Entspannung bei den zahlreichen Weiche-Fans sorgte, von denen einige lautstark die Mannschaft über 90 Minuten anfeuerten. 

In den zweiten 45 Minuten verlor die Partie deutlich an Niveau. Die Gastgeber, die in der höchsten Spielklasse Schleswig-Holsteins immerhin erst einmal verloren haben, investierten nun viel mehr in ihre noch immer sehr auf Sturmtank Liebert fixierte Offensive, taten sich aber damit schwer, sich Tormöglichkeiten zu erspielen. Unsere Mannschaft hingegen verhielt sich eher passiv, ließ den Gegner kommen, konnte den sich bietenden Raum allerdings nicht zu schnellen Gegenstößen nutzen. Der Ball war allzu schnell wieder weg. So ist das Aufbegehren des Außenseiters, der nach dem Seitenwechsel phasenweise mehr Ballbesitz hatte und Weiche kaum noch ins Spiel kommen ließ, anzuerkennen. Die beste Möglichkeit zum Anschlusstreffer ergab sich bei einer unklaren Situation im Weiche-Strafraum (56.). Doch den Qualitätsunterschied sah man gerade in jener Phase. Unsere Mannschaft kam einmal gefährlich in den gegnerischen 16-Meter-Raum, Dominic Hartmann wurde auf halblinks unfair am Abschluss gehindert (66.), den fälligen Strafstoß versenkte René Guder eiskalt oben rechts im Winkel zum 0:3 (67.). 

Unter normalen Umständen war damit die Partie gelaufen. Es ehrt den Gastgeber, dass er nicht locker ließ, immer noch darauf aus war, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen. Doch die Abschlüsse atmeten nie die ganz große Torgefahr. Den Kopfball von Chaumont fischte sich SC-Torhüter Florian Kirschke mit einer fernsehtauglichen Flugparade (73.). Der Aufsetzer des eingewechselten Krause ging links am Kasten vorbei (75.), und schließlich setzte der Kapitän der Blau-Gelben, Koth, die Kugel aus 15 Metern über das Tor (87.). So blieb es unserer nun sehr effizient auftretenden Mannschaft vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen. René Guder dribbelte sich mit Tempo auf halblinks bis zur Grundlinie durch, passte dann am herausstürzenden Oeser vorbei den Ball in die Mitte, wo ihn Tayfun Can – mit etwas Mühe – aus Nahdistanz zum 0:4-Endstand versenkte (90.+2). 

Bester Spieler beim Oberligisten war Torhüter Oeser. Auffällig agierten auch Sixtus und Szymczak, während Sturmtank Liebert sein Können zwar andeuten, aber gegen die Weiche-Abwehr kaum etwas ausrichten konnte. Aus unserer Mannschaft ragten die Torschützen heraus: Patrick Thomsen mit gewohnt umsichtiger Abwehrorganisation, Torge Paetow mit Zweikampfstärke und René Guder mit Schnelligkeit. 

Nach dem Pokalhalbfinale geht es in der Meisterschaft am kommenden Sonntag (05.11.17, 14.00 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg II weiter. Auch diese Partie ist besonders wichtig, wird doch unsere Mannschaft als Tabellenzweiter dort beim unmittelbaren Verfolger zu Gast sein. Bei den Jung-Wölfen hat Weiche bislang noch nie gewinnen können. Zweimal verlor der einstige ETSV (1:2, 0:2), dreimal gab es immerhin eine Punkteteilung, so auch zuletzt beim 2:2-Remis zum Saisonauftakt 2016/17 am 30. Juli 2016. Vielleicht kann aber Weiche beim Premierengastspiel als SC 08 den Bock im AOK-Stadion umstoßen. 

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, H. Ostermann – Walter – Ebot-Etchi, J. Ostermann, Hartmann (86. Can), Jürgensen (Kap./62. Arndt) – K. Schulz (V/76. Sykora), Guder (V). 

Tore: 0:1 Thomsen (29.), 0:2 Paetow (41.), 0:3 Guder (67., Strafstoß), 0:4 Can (90.+2). 

Zuschauer: 600, darunter mindestens 100 Flensburger, im Joda-Sportpark, Todesfelde. 

Schiedsrichter: Patrick Schwengers (TSV Travemünde), mit insgesamt sehr ordentlicher Spielleitung, ohne Probleme.  

Die Trainerstimmen: Zunächst kam unser Trainer Daniel Jurgeleit zu Wort. Er war sehr zufrieden, dass die Hürde Todesfelde genommen wurde. Es sei nicht selbstverständlich, dass die Situation, als Regionalligist bei einer sehr guten Oberligamannschaft antreten zu müssen, so gemeistert werde. 

Der Trainer des SV Todesfelde, Sven Tramm, wies in seiner Einschätzung vor allem auf die Rolle von Standardsituationen hin. Bei solchen Spielen wie Halbfinals, in denen es eng werden könnte, ist es wichtig, Standardsituationen zu nutzen. Genau das hat Weiche dann auch getan.

Torschützen unter sich. Guder, Paetow und Thomsen (v. l.) trafen für unseren SC. Das vierte Tor erzielte Can.