SC Weiche Flensburg 08
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Keine Tore gegen defensivstarke 96er

  Spielinfo

Im ersten Rückrundenspiel kam der SC Weiche Flensburg 08 im heimischen Manfred-Werner-Stadion gegen die U 23 des Bundesligisten Hannover 96 wie schon im Hinspiel im August über ein torloses Remis nicht hinaus. Die 742 Zuschauer sahen eine durchaus interessante und ausgesprochen faire Partie zweier Mannschaften, die auf eine stabile Grundordnung viel Wert legten und auch auf tiefem Boden das spielerische Moment bevorzugten. So blieb die Anzahl an echten Höhepunkten eher rar, obgleich das Geschehen nie langweilig wurde. Weiche investierte erst spät mehr in die Offensive, sodass die Punkteteilung letztlich auch gerecht war. Für den Tabellenzweiten aus Flensburg war es das dritte Remis in Folge. Die Gäste zeigten erneut, dass sie eine schwer zu bezwingende Mannschaft stellen, die in nun 18 Spielen erst zwölf Gegentreffer und bei acht Partien in der Fremde sogar nur ganze vier Tore kassiert hat. 

 

Nach dem 1:1-Remis beim HSV II aus der Vorwoche rückte diesmal lediglich Ilidio Pastor Santos neu in die Startelf. Für ihn musste Hendrik Ostermann weichen. Der Brasilianer ging auf die rechte Außenbahn, sodass René Guder für die Angriffsspitze neben Nico Empen frei wurde. Dafür rutschten wiederum Kevin Schulz ins Mittelfeld und Kapitän Christian Jürgensen auf die linke Position der Dreierkette zurück. Neben den weiterhin verletzungsbedingt ausfallenden Finn Wirlmann, Benjamin Safo-Mensah und Nedim Hasanbegovic sowie dem sich noch im Aufbautraining befindenden Jannis Pläschke fehlte auch Jannik Drews. Zudem ergänzte Tim Wulff mit Hüftproblemen die Ausfallliste. 

Unsere Mannschaft versuchte von Beginn an, kontrolliert ihr Spiel aufzubauen. Weil sie dabei den Sicherheitspass einem risikoreicheren Zuspiel vorzog, fiel es schwer, sich Chancen zu erspielen. Dennoch sprangen zunächst kleinere Möglichkeiten heraus, so beim ersten Abschluss von Nico Empen über den Kasten (5.). Als Ilidio Pastor Santos Jannick Ostermann auf Rechtsaußen in Szene setzte, verpasste Nico Empen im Zentrum (16.). Und Torge Paetow versuchte es nach einem Eckstoß mit dem rechten Außenspann, verfehlte aber den Kasten (17.). Etwas mehr Gefahr versprühte René Guder, der halblinks vor dem 96-Schlussmann Sündermann an das Leder kam, dann allerdings fast von der Torauslinie am zurückeilenden Torhüter scheiterte, der die Kugel an das Außennetz lenkte (24.). An dem folgenden Eckball kam zwar Jannick Ostermann heran, doch am Ende griff sich wieder Torwart Sündermann die Kugel (24.). Die Angriffe von Weiche atmeten dann den Hauch von Gefährlichkeit, wenn es gelang, einen Pass steil nach vorn etwa auf Jannick Ostermann zu spielen und diesen dann direkt in den Lauf von René Guder oder Nico Empen zu verlängern. Doch die aufmerksamen 96er verteidigten auch solche Szenen stark und ließen zudem nur wenige davon zu. 

Die Niedersachsen wiederum versteckten sich keineswegs, hatten vor der Pause vielleicht sogar ein Plus an Ballbesitz und Feldanteilen. Zu Möglichkeiten kam der Bundesliga-Nachwuchs allerdings auch nur selten. Die beste Chance hatte Mittelstürmer Brown, der – mit starkem Pass in die Schnittstelle in Szene gesetzt – zentral aus 15 Metern am aus dem Flensburger Kasten herauseilenden Florian Kirschke scheiterte (25.). Zuvor hatte der laufstarke Baller von halbrechts einen Aufsetzer links neben das Tor gesetzt (20.). Später brachte eine flache Eingabe von Baller von der rechten Seite an den Fünfmeterraum Gefahr, doch Florian Kirschke war vor dem heraneilenden Brown zur Stelle (35.). So schien alles auf eine torlose erste Halbzeit hinzudeuten, als Weiche plötzlich die beste Chance zur Führung auf dem Tablett serviert bekam. Der sonst so passsichere 96er Baar zwang mit einem riskanten Rückpass auf dem aufgeweichten Boden seinen Schlussmann Sündermann zu dessen größter Tat (44.). 

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Geschehen wenig. Unsere Mannschaft hatte nun zumindest optisch etwas mehr vom Spiel. Die Aktionen blieben aber nicht zwingend genug. Einen Schuss aus 19 Metern von Jannick Ostermann faustete Torhüter Sündermann mit wenig Problemen zur Seite weg (48.), die Prüfung von Ilidio Pastor Santos von halbrechts bereitete ihm keine Schwierigkeiten (52.). Er zeigte sich ebenso auf dem Posten, als Junior Ebot-Etchi von links nach innen schwenkte und beim Abschluss aus 14 Metern noch geblockt wurde (69.). Zuvor hatte ein langer Ball von Patrick Thomsen die rechte Seitenlinie entlang Nico Empen gefunden, doch der Winkel war für den Flensburger Stürmer zu spitz, sein Abschluss ging in das gegenüberliegende Seitenaus (62.). 

Die Gäste aus der niedersächsischen Landeshauptstadt gerieten selten richtig in Verlegenheit und nie wirklich unter Druck. Vor allem Langer arbeitete im Mittelfeld immer wieder für die Offensive, und der kleine Demir auf Linksaußen spulte ein Laufpensum in hohem Tempo ab, das alle Anerkennung verdient. Doch auch den Hannoveranern fehlte in den Abschlusshandlungen die Genauigkeit. Den Schuss von Brown parierte SC-Torhüter Florian Kirschke (54.), und die gefährliche Eingabe von Demir von links blieb ohne Abnehmer (79.). 

So hatte unsere Mannschaft die letzten beiden Gelegenheiten der Partie. René Guder jagte einen Freistoß aus 28 Metern, zentrale Position, über den Kasten (84.). Und dann wäre die Rechnung mit einem Heimsieg beinahe doch noch aufgegangen, als sich Junior Ebot-Etchi auf links stark durchtanken und auf den eingewechselten Dominic Hartmann zurückpassen konnte. Aber den Abschluss aus neun Metern blockte Baar noch zum Eckstoß (86.), der dann ohne Wirkung verpuffte. So blieb es beim letztlich leistungsgerechten torlosen Remis. 

Aus unserer geschlossen auftretenden Mannschaft fielen durchgängig Patrick Thomsen sowie lange Zeit Jannick Ostermann und Kevin Schulz noch besonders auf. Der Nachwuchs der Hannoveraner hatte in dem dribbelstarken Langer und dem Passgeber Baar seine stärksten und im später ausgewechselten Demir einen weiteren sehr auffälligen Spieler. 

Am vorletzten Regelspieltag des Kalenderjahres 2017 reist der SC Weiche nach Garbsen bei Hannover, wo der TSV Havelse im Wilhelm-Langrehr-Stadion seine Heimspiele austrägt und am Sonntag (03.12.2017, 14.00 Uhr) Gastgeber für unsere Mannschaft sein wird. Die Heimbilanz der Garbsener ist bei drei Siegen und ebenso vielen Niederlagen nach acht Spielen nicht besonders furchteinflößend. In der vergangenen Saison hatte Weiche dort im fünften Gastspiel erstmals gewinnen können (2:1 am 2. April 2017 nach Toren von Jannis Pläschke und Patrick Thomsen) und dabei einen Rückstand noch umgebogen. Dies gelang auch etwa vier Monate später, als im Hinrundenheimspiel am 12. August Weiche am damals dritten Spieltag nach Treffern von Tim Wulff und Torge Paetow mit 2:1 den ersten Saisonsieg einfahren konnte. 

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, Jürgensen (Kap.) – Walter – Pastor Santos (85. Sykora), J. Ostermann, K. Schulz (71. Hartmann), Ebot-Etchi – Empen (63. F. Meyer), Guder. 

Tore: keine. 

Zuschauer: 742 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche. 

Schiedsrichter: Christian Meermann (Vechta), hatte mit der Partie zweier sehr fairer Mannschaften keine Probleme und kam ohne „Gelb“ mühelos über die Runden.  

Die Trainerstimmen: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, bilanzierte Gästetrainer Mike Barten einleitend auf der anschließenden Pressekonferenz. Sie habe bis zum Schluss Leidenschaft gezeigt und versucht, Standards zu vermeiden. Das hätten seine Jungs sehr ordentlich gemacht. Das Unentschieden ginge in Ordnung. Nach dem Nachholspiel vom Mittwoch musste er auf mehreren Positionen die Mannschaft umbauen. Dennoch sei man nun vier Spiele in Folge ohne Gegentor. „Wir sind zufrieden, haben jetzt erst einmal eine Pause“, meinte der Verantwortliche, um sich abschließend noch selbst zu korrigieren: „Wir sind mehr als zufrieden.“ 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit schloss sich den Worten seines Kollegen quasi an und meinte einleitend ebenso: „Ich bin heute auch zufrieden.“ Allerdings können die anderen ebenfalls Fußball spielen. Der Gegner würde tief stapeln, es sei schließlich eine U-Mannschaft eines Bundesligisten. Die Spieler wollen alle in die Bundesliga, und wenn dort fünf ausfallen, kommen eben fünf neue aus einem Kader mit 26 Spielern. „Sie bereiten sich optimal vor, u. a. mit Videoanalyse, und haben eine tolle Trainingsanlage. Es ist schön, dass sie sich über das Unentschieden freuen.“ Der Trainer würdigte aber auch die Leistung der eigenen Mannschaft: „Ich finde, wir sind die gesamte Spielzeit stabil und ruhig geblieben. Am Ende fehlte der eine oder andere Meter vorn.“ Er sprach so die Chance von Dominic Hartmann kurz vor Schluss an. Wenn der Ball reinginge, wäre das Rezept mit einem 1:0-Sieg vollkommen aufgegangen. Abschließend bilanzierte er: „Man wünscht sich immer, dass man gewinnt. Aber der Gegner spielt auch eine Rolle. Es ist nicht unverdient. Vom Ergebnis geht es so in Ordnung.“