SC Weiche Flensburg 08
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Heimsieg mit Geduld, etwas Glück und ohne Glanz

  Spielinfo

Der SC Weiche Flensburg 08 hat sein Heimspiel gegen den VfB Oldenburg durch ein goldenes Tor von Nedim Hasanbegovic (39.) mit 1:0 gewonnen, damit seinen dritten Punktspielsieg in Folge eingefahren und den Kontakt zu Tabellenführer Hamburger SV II gehalten. Vor der würdigen Kulisse von 1.114 Zuschauern im Manfred-Werner-Stadion zeigte unsere Mannschaft gegen die kriselnden Niedersachsen zwar keine Gala-Vorstellung, buchte aber vor allem dank einer stabilen Defensivleistung nicht unverdient die wichtigen drei Punkte. Es war im elften Aufeinandertreffen mit dem Ex-Zweitligisten bereits der sechste Weiche-Sieg bei nur einer Niederlage. Die enttäuschend in die Saison gestarteten Gäste, die vor Saisonbeginn oft als Mitfavorit gehandelt worden waren, müssen sich damit erst einmal tabellarisch nach unten orientieren. 

Drei Änderungen nahm Weiche-Trainer Daniel Jurgeleit, der diesmal auf seinen Assistenten Marc Peetz verzichten musste (dafür saß Marc Böhnke auf der Bank), gegenüber der Startelf vom siegreichen Auftritt in der Vorwoche in Lüneburg vor: Für Dominic Hartmann, Fiete Sykora und Tim Wulff rückten wieder Patrick Thomsen, Nedim Hasanbegovic und Junior Ebot-Etchi in die Anfangsformation. Zu den langzeitverletzten Kevin Schulz und Finn Wirlmann gesellte sich nun auch Jannis Pläschke. Außerdem waren Benjamin Safo-Mensah, Jannik Drews (beide siegten mit der Oberliga-Mannschaft 6:3 bei Friedrichsberg-Busdorf) und Fabian Arndt diesmal nicht im 18er Kader. 

Beide Mannschaften begannen eher verhalten. Die erste Möglichkeit hatten die Gäste, doch Christian Jürgensen war im Sturmzentrum bei einer flachen Eingabe von der linken Seite vor Franziskus am Ball (13.). Für Weiche setzte der Doppeltorschütze der Vorwoche, Jannick Ostermann, das erste Zeichen. Doch sein Flachschuss nach Vorarbeit von Junior Ebot-Etchi zischte rechts am Kasten vorbei (16.). Diese Aktion blieb allerdings für einige Zeit der einzige Höhepunkt im Flensburger Bemühen, das Tor der Gäste, die Anfang der Woche ihren Trainer Dietmar Hirsch entlassen hatten, zu gefährden. Geduldig im Spielaufbau, oft die Sicherheit vorziehend, ging es nur selten mit Schwung nach vorn. Dazu fehlte es an Bewegung im Spiel ohne Ball. Stattdessen konnte Oldenburg das Geschehen ausgeglichen gestalten. In Sachen Abschlüssen war der VfB sogar aktiver. Doch zwei Nachschüsse nach abgewehrten Eckstößen – erst von Erdogan aus 17 Metern (18.), dann von Temin (28.) – verfehlten das Ziel. Zudem hatte es Franziskus nach Vorarbeit von Richter von der rechten Seite im Zentrum mit der Hacke versucht (19.). Das waren alles in allem keine hochkarätigen Chancen der Oldenburger, aber noch immer mehr als unsere Mannschaft in der ersten halben Stunde zu bieten hatte. Weiche kam nämlich erst allmählich in Schwung. Nach Dribbling von Ilidio Pastor Santos auf halblinks tauchte Nico Empen erstmals vor Torhüter Bukovski auf, doch der Winkel war zu spitz, der VfB-Schlussmann zur Stelle (32.). Es war der Auftakt zur stärksten Phase unserer Elf. Nur wenig später wurde es schon deutlich gefährlicher. Nico Empen hatte sich den Ball im Mittelfeld erkämpft, wurde dann von Nedim Hasanbegovic steil geschickt, war auch vor Bukovski am Leder, setzte die Kugel aber neben das Tor (34.). Und bei der dritten Gelegenheit der Heimischen musste schon ein Oldenburger kurz vor der Linie in höchster Not retten, nachdem Christian Jürgensen auf Nico Empen gepasst und dieser René Guder steil geschickt hatte (36.). So war der Führungstreffer inzwischen fällig. Er fiel allerdings etwas glücklich. Junior Ebot-Etchi hatte sich über rechts durchgesetzt, nach innen gepasst, die Oldenburger nur unzureichend geklärt und Nedim Hasanbegovic aus 22 Metern abgezogen. Sein Schuss flutschte von der Hüfte von Patrick Thomsen unten rechts, unhaltbar für den verdutzten Bukovski, zur 1:0-Führung ins Netz (39.). Und diese Führung hätte Weiche beinahe noch vor der Pause ausbauen können, doch nach einem weiten Schlag von Jonas Walter aus der eigenen Hälfte konnte sich zwar René Guder im Zentrum durchsetzen. Doch sein Abschluss geriet dann zu kraftlos; Torwart Bukovski hatte keine Probleme (43.). 

Nach dem Seitenwechsel schienen beide Kontrahenten in einer Pattsituation zu verharren, sodass Torraumszenen zunächst rar blieben. Die einzig nennenswerte Aktion war ein zu hoch angesetzter Kopfball von Kapitän Tönnies nach einem langen Ball in die Tiefe (57.). René Guder weckte dann die Zuschauer, als er nach der schönsten Kombination unserer Mannschaft – mit Direktspiel durch das Zentrum über Torge Paetow, Patrick Thomsen und Nico Empen – mit seinem Abschluss an dem aus dem Tor herausstürzenden Bukovski scheiterte (66.). Zwei Eingaben von der rechten Seite von Ilidio Pastor Santos binnen weniger Sekunden (73.) stellten schon weitere Höhepunkte in einer Partie dar, in der die Gastgeber zunehmend angstvoller agierten, weil sie um den knappen Vorsprung fürchteten, während den Gästen gegen die solide Abwehrarbeit mit zwei im Zweikampf sehr souveränen Außenverteidigern Torge Paetow und Christian Jürgensen nicht allzu viel einfallen wollte. So brachten die letzten zehn Minuten noch einmal viel Spannung, wenn auch spielerische Klasse nun nicht mehr aufkommen konnte. Oldenburg hatte mit Azong eine weitere Spitze gebracht (74.), unsere Elf aber zunächst die Chancen zur Entscheidung. Einen Eckstoß des eingewechselten Florian Meyer verfehlte Nedim Hasanbegovic mit dem Kopf nur haarscharf (81.), dann scheiterte der agile Florian Meyer selbst an Torhüter Bukovski (85.). 

Die letzten drei Gelegenheiten hatte der nicht aufsteckende Gast. Bei einem schnellen Gegenzug über Tönnies, der auf Linksaußen Franziskus einsetzte, konnte Azong die Eingabe im Zentrum nicht verwerten (87.), dann endete ein Sololauf von Richter durch die halbe Weiche-Deckung bei Torhüter Florian Kirschke, der rechtzeitig aus seinem Kasten geeilt war (89.), und schließlich verpasste bei der besten Chance des VfB der eingewechselte Lück eine Eingabe von der rechten Seite (90.+1). So aber blieb es beim knappen 1:0-Sieg der Heimischen. 

Bei unserer Mannschaft verdienten sich beide Außenverteidiger, Torge Paetow und Christian Jürgensen, mit starken Zweikampfwerten sowie beide „Sechser“, Nedim Hasanbegovic und Patrick Thomsen, die besten Noten. An ihnen lag es nicht, dass den beiden Angreifern, Nico Empen und René Guder, oft die Bindung und Unterstützung aus dem Mittelfeld fehlte. Neben dem sehr souverän verteidigenden Innenverteidiger Saglam und dem zwei-, dreimal stark haltenden Torhüter Bukovski war Franziskus der auffälligste Akteur des Gastes, über den fast alle Offensivaktionen des VfB liefen. 

Am kommenden Sonnabend (02.09.2016, 16.00 Uhr) muss unsere Mannschaft zum BSV Schwarz-Weiß Rehden reisen. Die Niedersachsen aus der Nähe von Diepholz waren nach der vergangenen Saison eigentlich schon abgestiegen, blieben dann aber als Sechzehnter in der Liga, weil Meppen den Aufstieg schaffte und kein Nordverein aus der 3. Liga abgestiegen war. Doch Rehden ist nach fünf Spieltagen schon wieder im Tabellenkeller angelangt, hat bislang nur einen Punkt holen können. Das ist auch die Bilanz bisheriger Auftritte unserer Elf in den Waldsportstätten. Dort gab es neben einem Remis (18.05.2014) schon vier Weiche-Siege und zuletzt am 8. April ein 2:0 nach Toren von Fiete Sykora (53.) und Fabian Arndt (64., Strafstoß). 

Weiche: Kirschke – Paetow, Walter, Jürgensen (Kap.) – Thomsen, Hasanbegovic – Ebot-Etchi (68. F. Meyer), J. Ostermann (59. Can), Pastor Santos – Guder, Empen (89. Hartmann). 

Tor: 1:0 Hasanbegovic (39.). 

Zuschauer: 1.114 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche. 

Schiedsrichter: Murat Yilmaz (FC Türkiye Wilhelmsburg/Hamburg), souveräne Leistung; bewahrte mit guter Kommunikation einige Spieler vor Verwarnungen und kam so mit dreimal „Gelb“ – alle für die Gäste – über die Runden.  

Die Trainerstimmen
Der Verantwortliche der Gäste-Elf, Interimstrainer und Sportchef Ralf Voigt, sprach zunächst dem SC Weiche seine Glückwünsche aus, um danach zu analysieren, dass sich seine Mannschaft in der ersten Halbzeit vielleicht zu sehr zurückgehalten habe. Dennoch hätte man ein Tor machen müssen, bevor man einen Treffer in einer Situation bekam, die vorkommen könne, aber nicht müsse. In der zweiten Halbzeit sei man dann die bessere Mannschaft gewesen, die sich aber nicht belohnt habe. Dabei habe man schon in der vergangenen Woche vor allem Abschlüsse geübt, doch wenn man dann in der 90. Minute den Ball nicht reinmacht, nützt alles nichts. Der Sportchef wünschte Weiche abschließend alles Gute. Auf Nachfrage bestätigte Ralf Voigt, dass sein Amt an der Linie damit bereits wieder vorbei ist. Am Montag werde ein neuer Trainer präsentiert. Scherzhaft sagte er: „Ich bin direkt nach dem Spiel entlassen worden.“ 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit bedankte sich für die Glückwünsche und bestätigte, dass diesmal auch Glück dabei gewesen sei. Seine Mannschaft habe sich sehr schwer getan, u. a. weil zu wenig Bewegung im Spiel gewesen sei. Ob das am Wetter oder am Gegner gelegen habe, möge er nicht beurteilen. Obwohl zu viele leichte Abspielfehler dabei gewesen seien, hat es dennoch Möglichkeiten gegeben. Vielleicht habe es so ausgesehen, als sei der Gegner dann besser in der Partie gewesen, aber da spielte vielleicht auch die Angst mit, die drei Punkte doch noch verlieren zu können. Es sei kein schönes, kein richtig gutes Spiel gewesen, aber man habe mit 1:0 – egal wie – gewonnen. Die Spiele zuletzt zehrten durch das ständige Aufholen von Rückständen auch an den Kräften. „Ich bin nicht unzufrieden, aber wir können besser spielen. So haben wir uns ein bisschen über die 90 Minuten gequält“, meinte der SC-Übungsleiter, der abschließend den Oldenburgern für die Trainersuche und für die Saison alles Gute wünschte.

Siegtorschütze zum 1:0. Nedim Hasanbegovic