SC Weiche Flensburg 08
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Haarscharf an Heimpleite vorbeigeschrammt

  Spielinfo

Mit einem in der vierten Minute der Nachspielzeit von Abwehrspieler Torge Paetow erzielten Treffer zum 1:1-Ausgleich hat der SC Weiche Flensburg 08 die zweite Saisonheimniederlage geradeso noch abwenden, doch den Patzer des Spitzenreiters Hamburger SV II, der in Braunschweig seine erste Niederlage kassierte (1:4), kaum nutzen können. Eine Woche nach dem starken Auftritt in Wolfsburg sahen 745 Zuschauer im Manfred-Werner-Stadion wieder das Heimgesicht unserer Mannschaft, die sich einfach schwer damit tut, sich gegen defensiv gut organisierte Kontrahenten genügend Torchancen zu erspielen und zu verwerten. Eutin bestätigte den Aufwärtstrend der letzten Woche und konnte aus dem Landesderby verdient einen Punkt mitnehmen. Dass dazu eine beinahe hundertprozentige Chancenverwertung und ansonsten eine ordentliche Defensive genügten, stellte unserer Mannschaft kein besonders gutes Zeugnis aus. Das Spiel weckte starke Erinnerungen an die Heimniederlage gegen Hildesheim (0:1). Allerdings hatten damals die Fans noch nicht das schützende Dach der neuen Stehplatztribüne verspüren dürfen, die mit dem Nullacht-Derby gegen die Ostholsteiner eingeweiht werden konnte und für die Besucher eine deutliche Verbesserung des Komforts darstellt. 

 

Nach dem starken Auftritt in der Vorwoche beim VfL Wolfsburg II (2:1) vertraute Trainer Daniel Jurgeleit der gleichen Anfangsformation. In den Spieltagskader kehrte Jannick Ostermann zurück, für den Jannik Drews weichen musste. Verletzungsbedingt fehlten weiterhin Finn Wirlmann, Jannis Pläschke, Benjamin Safo-Mensah und Nedim Hasanbegovic. Ilidio Pastor Santos sollte wie Jannik Drews Spielpraxis in der Oberliga-Mannschaft sammeln, deren Sonntagspartie in Wankendorf am Sonnabend jedoch abgesagt wurde. 

90 Minuten würde unsere Mannschaft Zeit haben, den Qualitätsunterschied auch in Toren auszudrücken – das war vorher klar. Und genauso begann der favorisierte Gastgeber die Partie. Es ging mit nicht besonders viel Tempo los, wobei die bevorzugte Spielrichtung klar war. Ein Eckball von René Guder sorgte erstmals für etwas Unruhe im Strafraum des Landesrivalen (5.), dann zog Jonas Walter mal aus 16 Metern halblinker Position ab, doch Torhüter Weidner parierte den Flachschuss sicher (8.). Auf der Gegenseite tauchte der Gast erstmals nach knapp einer Viertelstunde vor dem Kasten von Torhüter Florian Kirschke auf – und es stand 0:1 (14.). Bork hatte fast von der rechten Seitenauslinie aus reichlicher Distanz mit links den Ball nach innen in den Strafraum gebracht, Ziehmer die Kugel unerreichbar für den SC-Schlussmann aus acht Metern ins lange Eck eingeköpft. 

Den Weckruf vernahm unsere Mannschaft wohl, aber ihre Offensivbemühungen blieben harmlos, was vor allem an einer schlechten Passquote und einem insgesamt unkonzentrierten Auftritt lag. Und ging es doch mal schnell, so bei einer Aktion von Fiete Sykora und Kevin Schulz (19.) oder beim Zusammenspiel von Fiete Sykora mit René Guder (37.), dann war die Fahne vom Schiedsrichterassistenten wegen einer Abseitsposition oben. Zudem störten zahlreiche Nickligkeiten den ohnehin kaum vorhandenen Spielfluss. Erst holten sich die Eutiner Petrick nach einem Disput mit Dominic Hartmann (23.), Rave nach einem Foul an Fiete Sykora (27.) und Nielsen nach einem Foul an Christian Jürgensen (38.) eine Verwarnung ab, dann sah auf der Gegenseite auch Fiete Sykora nach einem Foulspiel „Gelb“ (44.). Die Flensburger Angriffsbemühungen blieben indes überschaubar. Nach Flanke von René Guder von rechts kam mal Junior Ebot-Etchi auf halblinks zum Abschluss, ehe Torhüter Weidner zupacken konnte (39.), danach hielt Weidner den mutigen Flachschuss von Torge Paetow aus gut 28 Metern sicher (45.+1). 

 

Trainer Daniel Jurgeleit reagierte, brachte mit Tayfun Can und Tim Wulff zur Pause gleich zwei frische Offensivkräfte, beorderte zudem Christian Jürgensen wieder auf seine Stammposition nach hinten links und René Guder in die Spitze. Außerdem tauschten auch der kopfballstarke Patrick Thomsen, der nach vorn in das defensive Mittelfeld rückte, und Jonas Walter die Positionen. Die Folge war ein wesentlich engagierteres Auftreten unserer Mannschaft, die dann gefühlte 60 bis 70 Prozent Ballbesitz buchen konnte. Doch der ganz große Elan ebbte alsbald wieder ab, nachdem die drei, vier Möglichkeiten vertan worden waren. Eine Direktabnahme aus 20 Metern von René Guder, dem zwar nicht alles gelang, der aber viel Tatendrang an den Tag legte, ging rechts am Kasten vorbei (49.), dann sprintete er in einen Ball, kam vor Voss ans Leder, der wiederum für sein Foulspiel, halbrechts, einen Meter vor dem Strafraum, mit „Gelb“ gut bedient war (52.). Den folgenden Freistoß von Tayfun Can unter der hochspringenden Abwehrmauer hindurch parierte Torhüter Weidner ohne besonders viel Mühe (54.). Und schließlich zischte ein Eckstoß von René Guder quer durch den Torraum und am zweiten Pfosten vorbei (63.). Das war es aber vorerst auch schon. Unsere Mannschaft wurde von Minute zu Minute fahriger. Sichtbarer Ausdruck waren die Verwarnungen für Junior Ebot-Etchi, der mit einem Foul einen Gegenzug erstickte (65.), und für Tim Wulff, der an eine Eingabe von René Guder nur mit Hilfe der Hand herangekommen war (67.). Trainer Daniel Jurgeleit reagierte auf die nachlassende Offensivwirkung, brachte nun den aus einer Verletzung kommenden Nico Empen als letzte Option (68.). 

Die Partie wurde aus Flensburger Sicht erst in den letzten zehn Minuten wieder besser. Jetzt spielte unsere Mannschaft optisch sehr dominant gegen eine am und im Eutiner Strafraum postierte Neunerkette an. Von rechts und links flogen Bälle in den Strafraum, doch die Gäste konnten die allermeisten, oft allerdings auch ungenauen Flanken problemlos verteidigen. Noch einmal probierte es René Guder aus 20 Metern mit einem Flachschuss, aber Torhüter Weidner war rechtzeitig unten (83.). Dann zielte Torge Paetow aus zehn Metern, halblinks am Kasten rechts vorbei, wobei die Fahne des Assistenten an der Linie erneut oben war (89.). In jene Phase platzte die neben dem Treffer zum 0:1 einzig nennenswerte Angriffsaktion der Gäste, als deren am Ende völlig entkräfteter Kapitän Rave es allein probieren musste (90.). Und schließlich durften die heimischen Fans doch noch wenigstens über den Ausgleichstreffer jubeln, als nach Dribbling von René Guder und kurzer Ablage Torge Paetow eine Lücke fand und die Kugel zum 1:1-Endstand ins lange Eck bugsieren konnte (90.+4).Dabei blieb es dann auch. 

Neben dem Torschützen Torge Paetow konnte sich beim SC Weiche der fleißige, wenngleich oft glücklose René Guder die beste Note verdienen. Auf Seiten der Gäste aus Ostholstein waren Kapitän Rave, Innenverteidiger Voss und Torhüter Weidner die Aktivposten mit den größten Anteilen am Punktgewinn. 

 

Am kommenden Sonnabend (18.11.2017, 13.00 Uhr) kommt es nun im Hamburger Wolfgang-Meyer-Stadion (Hagenbeckstraße 124) zum Gipfeltreffen der Regionalliga Nord. Beim Spitzenreiter Hamburger SV II, der gerade in Braunschweig seine erste Niederlage (1:4) kassiert hat, ist unsere Mannschaft in der Situation des Herausforderers. Die U21 des Bundesliga-Dinos um den 20jährigen aktuellen Liga-Torschützenbesten Törles Knöll (14 Tore) spielt eine herausragende Saison, die kaum zu toppen ist. Daheim gab es für die Mannschaft von Trainer Christian Titz in neun Partien acht Siege und ein Remis bei 21:3 Toren. Nur die Wolfsburger Zweite konnte mal an einem Dienstagabend im September bei einem Spiel ohne Tore einen Punkt vom HSV II entführen. Nach den bisherigen fünf Auftritten beim HSV-Nachwuchs muss sich Weiche allerdings nicht verstecken: Dreimal trennte man sich Remis (2:2, 0:0, 1:1), nur einmal gewannen die Rothosen (3:1 am 16.08.2014), und im vorerst letzten Duell siegte Weiche am 4. September 2016 nach einem 0:1-Rückstand (15.) durch zwei Treffer von René Guder (17., 84.) mit 2:1. 

 

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, H. Ostermann (46. Can) – Walter – Guder, Hartmann, Jürgensen (Kap.), Ebot-Etchi (V) – K. Schulz (68. Empen), Sykora (V/46. Wulff/V). 

Tore: 0:1 Ziehmer (14.), 1:1 Paetow (90.+4). 

Zuschauer: 745 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche. 

Schiedsrichter: Marius Schlüwe (BSV Gleidingen/Laatzen), hatte reichlich zu tun in einer hektischen, zum Teil nicklig geführten Partie, lag aber letztlich nicht nur bei den acht Verwarnungen (3:5) richtig.  

Die Trainerstimmen:

 „Super zufrieden mit dem Unentschieden“ zeigte sich Gästetrainer Lars Callsen auf der anschließenden Pressekonferenz, „auch wenn es sich komisch anfüllt, nach 94 Minuten den Ausgleich zu bekommen“. Seine Mannschaft sei mit viel Leidenschaft und Laufbereitschaft aufgetreten. Einige Spieler seien dabei sogar über ihre Grenzen hinausgegangen. Die Mannschaft war konzentriert geblieben und das obgleich der Gegner noch mehr Qualität einwechselte. Betonen wollte der Übungsleiter, dass es vor dem Spiel nicht die Ansage gegeben habe, so viele Unterbrechungen zu erzeugen. Seiner Mannschaft zollte er aber insgesamt Lob und Anerkennung. 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit war „mit dem Ergebnis nicht zufrieden“. Der Punkt sei letztlich glücklich, aber sicherlich nicht unverdient. Dass der Gegner dann mal zu einem Standard kommt und daraus ein Tor erzielt, ist erlaubt. Doch vor allem in der ersten Halbzeit habe seine Mannschaft es nicht besser gemacht als gegen Hildesheim. In der zweiten Halbzeit wurde mehr geackert, aber von Minute zu Minute wird es auch schwieriger. Es wurde zu überhastet und zu ungenau gespielt, und dann kamen die Unterbrechungen dazu. Mit Glück habe man noch eine Lücke gefunden. Zusammenfassend stellte der Übungsleiter fest: „Mit dem Spiel und dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Wir müssen solche Spiele künftig bewusster angehen. Nach dem erfolgreichen Auftritt in Wolfsburg bei einer der spielstärksten Mannschaften der Regionalliga tun wir uns zuhause erneut schwer. Daran muss man arbeiten. Mit dem Punkt heute können und müssen wir jetzt leben.“

Die neue Tribüne wurde beim Heimspiel gegen Eutin 08 eröffnet.