SC Weiche Flensburg 08
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Gefühlte Niederlage beim erneuten 1:1-Remis in Norderstedt

  Spielinfo

In einer Nachholpartie des 21. Spieltages erreichte der SC Weiche Flensburg 08 beim Nachwuchs des FC St. Pauli am Dienstagabend ein 1:1-Remis. Die 280 Zuschauer, darunter mindestens ein Drittel, das den Fördestädtern die Daumen drückte, sahen unter Flutlicht im Edmund-Plambeck-Stadion von Norderstedt eine in den letzten zehn Minuten packende, ja dramatische Partie, die mit dem gleichen Resultat endete wie drei Tage zuvor der Flensburger Auftritt beim FC Eintracht Norderstedt an gleicher Stelle oder wie das Saisonauftaktspiel zwischen beiden Kontrahenten in Flensburg. Zwar blieb unsere Mannschaft damit zum zehnten Mal in Folge ungeschlagen und sie schaffte das dritte 1:1-Remis auswärts in Serie, doch mit dem beinahe tragischen Schlussakt in der sechsten Minute der Nachspielzeit gab sie den eigentlich schon sicher geglaubten Sieg noch aus den Händen. Angesichts der hochkarätigen Chancen der Gastgeber wäre allerdings ein Dreier für die Flensburger äußerst glücklich gewesen.

 

Trainer Daniel Jurgeleit änderte gegenüber dem Spiel vor drei Tagen an gleicher Stelle gegen Norderstedt das Personal viermal. Für den „Gelb“-gesperrten René Guder sowie Kevin Schulz, Junior Ebot-Etchi und Tim Wulff liefen Finn Wirlmann, Marvin Kleihs, nach längerer Pause erstmals wieder Fiete Sykora sowie Nico Empen in der Anfangsformation auf. Für Torhüter Florian Kirschke und Nico Empen ging es gegen den ehemaligen Verein. Nicht im Spieltagskader waren neben René Guder und dem schon länger ausfallenden Florian Meyer die noch immer leicht angeschlagenen Nedim Hasanbegovic und Jannis Pläschke sowie Jannick Ostermann, Hendrik Ostermann und Jannik Drews.

 

In den ersten zwanzig Minuten hatte Weiche optische Vorteile. Die Flensburger attackierten den Kontrahenten früh und erfolgreich, kamen so immer wieder in Ballbesitz. Allerdings blieben große und zudem herausgespielte Torchancen aus. Der Schuss von Nico Empen nach einem Eckstoß von Dominic Hartmann wurde noch geblockt (2.), beim Kopfballtor von Fiete Sykora nach Freistoß von Dominic Hartmann war die Fahne des Assistenten wegen einer Abseitsstellung oben (5.), dann zielte Nico Empen noch einmal am Kasten vorbei, stand dabei aber ohnehin ebenfalls im Abseits (18.).

 

Der Nachwuchs des Kiezklubs deutete erstmals seine Gefährlichkeit an, als nach Flensburger Ballverlust im Mittelfeld schnell umgeschalten wurde. Die weite Flanke von Choi von halbrechts nahm Sobotta auf Links direkt, verzog jedoch (8.). Dennoch hätte diese Aktion Warnung genug sein sollen: Die wieselflinken Choi und Sobotta waren in der Folge die auffälligsten Hamburger, die mit ihrer Geschwindigkeit immer wieder für Gefahrenmomente nach schnellem Umkehrspiel sorgen konnten. Die erste richtig dicke Torchance der Braun-Weißen resultierte allerdings aus einem Eckstoß von Choi von der rechten Seite. Koglin kam zum Kopfball, Jonas Walter rettete kurz vor der Linie für seinen bereits geschlagenen Torhüter Florian Kirschke (21.). Nachdem der SC-Torhüter einen Schuss von Keßner souverän gehalten hatte (26.), musste noch einmal tief durchgeatmet werden. Sobotta war auf Linksaußen durch, die Grätsche von Torge Paetow ging ins Leere, der Schuss des kleinen wendigen Hamburgers indes am langen Pfosten vorbei (33.) – die zweite richtig gute Torchance der Gastgeber.

 

Auf Flensburger Seite konnten solche Hochkaräter auch weiterhin nicht verzeichnet werden. Am ehesten drohte Gefahr für die Heimischen, als der Schuss von Finn Wirlmann nach einem Eckball von Dominic Hartmann mal wieder geblockt wurde (28.). Das Offensivspiel unserer Mannschaft war zu einfallslos, finale Pässe in die Spitze gingen serienweise ins Leere. Beinahe schien es, als hätte unsere Elf lediglich die Schleudereinwürfe von Torge Paetow in den Strafraum sowie Eckbälle und Freistöße in petto, wobei die daraus resultierende Torgefahr auch in überschaubarem Maße blieb. Die Gastgeber hingegen erreichten nach 20 Minuten optisch Ausgeglichenheit und waren in der Schlussphase der ersten Halbzeit sogar die aktivere Elf.

 

Im zweiten Spielabschnitt plätscherte das Geschehen lange Zeit ohne große Aufreger dahin. Der Schuss von Zehir aus der Distanz zischte am Weiche-Kasten vorbei (47.). Auf der Gegenseite wurde nach einem weiten Einwurf von Torge Paetow und Kopfballverlängerung von Fiete Sykora der Abschluss von Nico Empen noch geblockt (59.) wie wenig später auch der Schuss von Dominic Hartmann nach Vorarbeit von Christian Jürgensen (64.).

 

Die Braun-Weißen kamen binnen kurzer Zeit allerdings zu zwei weiteren Hochkarätern. Als Keßner mit einem Lupfer in den Rücken der Abwehr Choi einsetzte, parierte Florian Kirschke den Abschluss gegen den sich drehenden Choi glänzend (60.). Und schließlich bediente der gerade eingewechselte Conteh von Rechtsaußen bei einem erneut schnellen Umkehrspiel den zentral mitgelaufenen Choi, der die Kugel aus Nahdistanz am Weiche-Kasten vorbeisetzte (65.) – was für ein Glück für den SC Weiche! Eine Führung der Hamburger wäre spätestens jetzt, nach der vierten richtig guten Torchance, verdient gewesen, zumal unserer Mannschaft in der Offensive weiterhin nichts einfiel.

 

Die Gastgeber mussten allerdings ihrem laufintensiven Spiel so langsam Tribut zollen. Mit dem völlig entkräfteten Choi verließ der gefährlichste Hamburger den Platz (76.). Weiche schien für den Schlussspurt mehr Kraftreserven zu besitzen. Torge Paetow versuchte es aus der Distanz, Torhüter Rakocevic musste erstmals eingreifen, bestand aber die Prüfung (78.). Dennoch: Unsere Mannschaft machte nun den frischeren Eindruck – und lag auch plötzlich in Führung. Dominic Hartmann hatte aus dem Mittelfeld die Lücke gefunden und den Ball in den Lauf des eingewechselten Tim Wulff gelegt, der sich im Zweikampf behauptete, dann aber nicht selbst abschloss, sondern die Kugel nach links zu Nico Empen querlegte, der sie zum von den Gästen viel umjubelten Führungstreffer im Netz unterbrachte (82.).

 

Nun war gleich mehr Feuer im Spiel. Jonas Walter sah bereits kurz zuvor in der bis dahin sehr fairen, jetzt aber hitzigen Partie nach einem Foul die Gelbe Karte (80.), und dann brannten dem gerade eine Minute zuvor eingewechselten Keller die Sicherungen durch. Bei einer Spielunterbrechung vergriff er sich an Finn Wirlmann, musste folglich wegen Tätlichkeit mit „Rot“ vom Platz (84.). In Überzahl und bei eigener Führung – das sollte eine solch abgezockte Truppe doch im Stile einer Spitzenmannschaft über die Runden bekommen, zumal gleich noch Zehir nach Foul an Finn Wirlmann die gelbe Karte zu sehen bekam (86.). Und Weiche spielte in jener Phase auch fast ausschließlich in der Hamburger Hälfte, hielt das Geschehen vom eigenen Tor fern, wechselte zudem noch zweimal. Der glückliche Sieg schien schon in Tüten, als ein langer Ball die Flensburger Abwehr komplett aushebelte, Ilidio Pastor Santos gegen Conteh ins Laufduell musste, dabei dicht an der Strafraumkante ein Foul beging, das als Notbremse geahndet wurde: „Rot“ für unseren Brasilianer (90.+5). Den fälligen Freistoß setzte Lee an die Torlatte, der Ball blieb jedoch „scharf“, wurde von rechts noch einmal vor das Tor gebracht und landete schließlich irgendwie im Flensburger Netz (90.+6). Der Rest ging im Jubel des FC St. Pauli und im sofort ertönenden Schlusspfiff des Unparteiischen unter.

 

Die Hamburger hatten in den beiden quirligen Spitzen Choi und Sobotta ihre auffälligsten Akteure. Auch der hinter den Spitzen agierende Lee zeigte eine sehr ordentliche Leistung. Aus unserer Mannschaft können Finn Wirlmann, der im zentralen Mittelfeld viele Bälle gewann, und Dominic Hartmann besonders hervorgehoben werden. Außerdem darf Florian Kirschke lobend erwähnt werden.

 

Für den SC Weiche steht nun ein weiteres Auswärtsspiel – das dritte in Folge – auf dem Programm. Am Ostermontag, 2. April 2018 (14 Uhr), tritt unsere Mannschaft zur Nachholpartie aus der Hinrunde beim 1. FC Germania Egestorf-Langreder in Barsinghausen an. Es wird erst das zweite Gastspiel von Weiche im Stadion an der Ammerke sein. Bei der Premiere unterlagen die Flensburger trotz einer 1:0-Führung (Christian Jürgensen, 52.) am 30. April 2017 am Ende noch mit 1:3. Aus dieser vom Winde verwehten Partie ist unseren Abwehrspielern der Egestorfer Sturmtank Hendrik Weydandt bereits bestens bekannt, traf der aktuell zehnfache Saisontorschütze damals doch doppelt. Übrigens: Fünf Tage später wird man sich schon wiederbegegnen, dann zum 29. Spieltag an der Bredstedter Straße in Flensburg-Weiche.

 

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, Jürgensen (Kap.) – Hartmann, Walter (V) (90.+4 Arndt) – Kleihs, Wirlmann, Pastor Santos (90.+5 Rote Karte) – Sykora (66. Wulff), Empen (90.+1 K. Schulz).

 

Tore: 0:1 Empen (82.), 1:1 Sobotta (90.+6).

 

Zuschauer: 280, darunter ca. 90 Flensburger, im Edmund-Plambeck-Stadion, Norderstedt.

 

Schiedsrichter: Marco Scharf (TSV Altenwalde/Cuxhaven), hatte lange Zeit keinerlei Mühe mit der sehr fairen Partie, die in der Schlussphase jedoch aus der Bahn geriet.