SC Weiche Flensburg 08
//
www.weiche-liga.de

Neuigkeiten

Immer auf dem neusten Stand

Fußballwahnsinn in Flensburg

  Spielinfo

Flensburg hat am Mittwoch einen denkwürdigen Fußballabend erlebt und offenbar seine Zuneigung zum regional führenden Verein entdeckt. Vor der neuen Rekordkulisse von 2.824 (!) Zuschauern im vermutlich erstmals ausverkauften Manfred-Werner-Stadion besiegte der SC Weiche Flensburg 08 am frühen Abend den Tabellenführer der Regionalliga Nord Hamburger SV II nach starker Leistung hochverdient mit 2:0. Das Spitzenspiel bei trockenem, aber sehr windigem Wetter war mehr als nur eine gewöhnliche Nachholpartie des 22. Spieltages. Es war ein Abend für die Vereinsannalen des SC – und das nicht nur, weil erstmals aus den Stadionlautsprechern ein Vereinssong zu hören war. Unsere Mannschaft rückte mit dem Sieg bis auf zwei Punkte an den Spitzenreiter heran und konnte zugleich ihre Serien ausbauen. Sie blieb zum dreizehnten Mal in Folge ohne Niederlage und feierte den dritten Zu-Null-Sieg nacheinander.

 

Gegenüber dem 2:0-Heimsieg gegen Egestorf vor vier Tagen veränderte Trainer Daniel Jurgeleit die Startelf zweimal. Für Junior Ebot-Etchi und Kevin Schulz rotierten Finn Wirlmann und Dominic Hartmann nach je einem Spiel Pause wieder in die Anfangsformation. Zugleich komplettierte Hendrik Ostermann, der gegen Egestorf im defensiven Mittelfeld agiert hatte, die Viererabwehrkette, aus der Kapitän Christian Jürgensen bei eigenem Ballbesitz heraustrat, um den linken FlügeI zu besetzen. Im Spieltagskader fehlten die zuletzt angeschlagenen Florian Meyer, Nedim Hasanbegovic, Jannis Pläschke und Jannik Drews sowie Benjamin Safo-Mensah, Kevin Schulz und Tayfun Can.

 

In der mit großer Spannung erwarteten Partie konnten zunächst die Hamburger mehr Ballbesitz generieren. Während an den bereits geschlossenen Stadionkassen Fans von der Polizei wieder nach Hause geschickt werden mussten, zeigte die U 21 des HSV ihre spielerische Qualität, allerdings zunächst ohne in den Flensburger Strafraum zu gelangen. Die erste Torannäherung verzeichnete so Weiche, als Dominic Hartmann einen Freistoß von halbrechts direkt auf das Tor zog, doch Schlussmann Behrens parierte ohne Probleme (13.). Im Gegenzug hielt das Flensburger Publikum erstmals die Luft an, als ein finales Zuspiel beim Regionalliga-Torschützenbesten Knöll am Fünfmeterraum landete, doch Weiche verteidigte die Situation im Kollektiv erfolgreich – und konterte. René Guder kam aus spitzem Winkel auf der linken Seite zum Abschluss, Torhüter Behrens klärte zum Eckstoß (14.). Und Behrens war ohne Probleme auch zur Stelle, als Kapitän Christian Jürgensen nach weitem Einwurf von Torge Paetow zum Kopfball kam (22.). Schwieriger war da die Aufgabe für den jungen HSV-Torhüter, als er einen Flachschuss von Torge Paetow aus dem bedrohten Eck fischen musste (26.). Die Partie nahm nun Touren auf, und unsere Mannschaft näherte sich dem Torerfolg zunehmend an. Der Treffer fiel dann auch, als bei einem schnellen Gegenzug Dominic Hartmann von rechts zu Jonas Walter querlegte, der die Kugel direkt nahm und sie zum umjubelten 1:0 versenkte (35.).

 

Die Hamburger traten in jener Phase durchaus gefährlich auf. Insbesondere der bundesligaerfahrene Jatta machte auf der linken Seite viel Betrieb und das Treiben verrückt. Marvin Kleihs und Torge Paetow wurden immer wieder vor Probleme gestellt, doch zum Glück fehlte es dann bei den finalen Eingaben in das Sturmzentrum an Genauigkeit – und die Defensive der Gastgeber zeigte sich hier äußerst wachsam. So klärte Hendrik Ostermann erst vor Erzgebirge-Aue-Rückkehrer Ferati (34.), dann vor Knöll (40.). Auch Christian Jürgensen bereinigte nach einem Freistoß von Gouaida und einem Kopfball eine heikle Situation in höchster Not (30.), dann war Torhüter Florian Kirschke rechtzeitig nach einem Dribbling von Jatta auf der rechten Seite und Zuspiel auf Mundhenk zur Stelle (37.). Die Angriffe der Hanseaten atmeten durchaus Gefährlichkeit, doch Weiche verteidigte im Kollektiv mit viel Einsatz. Dann und wann konnte sich der Gastgeber auch nach vorn befreien. Mit einem Zauberpass schickte Marvin Kleihs seinen flinken Angreifer René Guder, der dann aber nicht zum Abschluss kam (43.) und wenig später mit dem Halbzeitpfiff einen Freistoß von links mit Windunterstützung knapp über das Tor jagte (45.+1). So blieb es in einer abwechslungsreichen, spannenden ersten Halbzeit bei der knappen Führung der Fördestädter.

 

Nach der Pause trumpfte dann der SC Weiche mit einer enorm starken Leistung auf. Nah an den Gegenspielern wurde bissig agiert, immer wieder früh der Ball erkämpft, sodass sich weite Teile des Geschehens nun in der Hamburger Spielfeldhälfte ereigneten, obgleich doch die Elbestädter den Vorwärtsgang einlegen wollten. Doch mit der Aggressivität kamen die Rothosen nun gar nicht mehr zurecht. Bei einer gefährlichen flachen Eingabe von René Guder an den Fünfmeterraum – zuvor hatte Finn Wirlmann stark den Ball erkämpft und auf Dominic Hartmann gepasst – war Torhüter Behrens noch vor Nico Empen zur Stelle (54.). Der Schlussmann des HSV war aber nur wenig später chancenlos. Einen weiten Einwurf von Torge Paetow auf der rechten Seite hatte Christian Jürgensen im Strafraum in den Lauf von Nico Empen abgelegt, der mit Flachschuss von halbrechts in die lange Ecke zum 2:0 traf (58.) – was für ein Tor, was für ein Jubel! Da machte es nichts, dass Finn Wirlmann einen zu kurz abgewehrten Ball aus der Distanz in die zweite Etage setzte (59.).

 

Weiche agierte weiterhin aggressiv und offensiv. Damit war unsere Mannschaft dem dritten Tor näher als die Hanseaten einem möglichen Anschlusstreffer. Und der junge HSV zeigte Wirkung, kassierte erst nach Fouls gegen Christian Jürgensen (Haut, 73.) und René Guder (Gmeiner, 79.) zwei gelbe Karten und fabrizierte dann in Gestalt von Giese beinahe ein Eigentor (80.). Nachdem René Guder einen Nachschuss noch neben den Kasten gesetzt hatte (81.), ließ er die große Chance zum dritten Treffer liegen. Christian Jürgensen hatte im Mittelfeld stark den Ball erobert und den flinken Angreifer geschickt. Mit seinem Abschluss aus halblinker Position scheiterte er an Torhüter Behrens, während sich Nico Empen auf halbrechts freigelaufen hatte (82.).

 

Und die Gäste? Sie blieben in der zweiten Halbzeit vieles schuldig, kamen zu keiner einzigen nennenswerten Torchance, was aber vor allem an einer stark verteidigenden Flensburger Mannschaft lag. Mit der Bissigkeit und dem kollektiven Einsatz hatten die Platzherren dem spielstarken Kontrahenten sichtlich den Spaß genommen, sodass das Endresultat letztlich hochverdient war. Der vor der Pause noch viel Unruhe stiftende Jatta verließ nach 70 Minuten den Platz, Torjäger Knöll blieb die gesamte Partie auf dem Rasen, war aber vor allem nach dem Seitenwechsel gar nicht mehr zu sehen.

 

Aus unserer kollektiv stark auftrumpfenden Mannschaft verdienten sich Kapitän Christian Jürgensen, Patrick Thomsen und Torge Paetow herausragende Noten. Damit sollen aber die starken Leistungen der anderen Flensburger nicht geschmälert werden. Hervorzuheben ist dennoch Marvin Kleihs, der mit großem Einsatz arbeitete und sich zu seiner bislang besten Leistung im Weiche-Dress steigerte. Bei den Gästen war über 90 Minuten letztlich Torhüter Behrens der beste Akteur. Vor der Pause fielen vor allem die dem Bundesliga-Kader angehörenden Jatta und Gouaida sowie der ballgewandte Ferati auf.

 

Nach diesem Knaller steht am kommenden Wochenende der „Alltag“ und mit diesem der 30. Spieltag auf dem Programm. Unsere Mannschaft reist am Sonntag, 15. April 2018 (Anpfiff 15.00 Uhr), zum Auftakt der Stresswoche mit vier Spielen im Zwei-Tages-Rhythmus zum Abstiegskandidaten VfV Borussia 06 Hildesheim. Das dortige Friedrich-Ebert-Stadion an der Pottkuhle flößte bislang den Gästemannschaften nicht wirklich Furcht ein, obgleich es mit durchschnittlich 800 Fans wahrlich gut besucht war. Sieben der elf Heimspiele gingen verloren. Doch seit dem Debüt des neuen Cheftrainers Thomas Siegel am vergangenen Sonntag gelangen gegen Braunschweigs Nachwuchs (2:0) und gegen Jeddeloh II (3:0) die ersten beiden Siege vor eigenen Fans. Dass die Borussia trotz akuter Abstiegsnot sehr unangenehm sein kann, weiß unsere Elf aus dem Hinspiel. Die damalige 0:1-Niederlage schmerzt die Weiche-Seele noch immer. An jenem 14. Oktober 2017 verlor der SC übrigens letztmals. Indes gab es beim Ex-Verein von Dominic Hartmann aus den bisherigen beiden Gastspielen für die Jurgeleit-Schützlinge vier Punkte. Einem 2:2-Remis zur Premiere am 7. Februar 2016 – nach frühem 0:2-Rückstand und kuriosem „Last-Minute-Treffer“ unseres damaligen Kapitäns Marc Böhnke – folgte am 23.10.2016 nach Toren von Tim Wulff und Jonas Walter ein 2:0-Sieg.

 

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, H. Ostermann, Jürgensen (Kap.) – Wirlmann (V), Walter – Kleihs, Hartmann (V/90.+2 J. Ostermann) – Empen, Guder.

 

Tore: 1:0 Walter (35.), 2:0 Empen (58.).

 

Zuschauer: 2.824 im ausverkauften Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Lars Heitmann (TuS Wagenfeld/Diepholz), hatte das Spitzenspiel alles in allem sehr gut im Griff.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Gästetrainer Steffen Weiß gratulierte zunächst den Gastgebern zum Sieg, um danach festzustellen, dass man in der ersten Halbzeit ein vernünftiges Spiel gezeigt habe. Man sei da einige Male über die Flügel erfolgreich durchgebrochen, doch in der Box habe dann ein Abnehmer gefehlt. Dennoch sei man mit der ersten Halbzeit zufrieden gewesen. In der zweiten Halbzeit habe sich das Spiel gedreht. Weiche sei aggressiv in den Zweikämpfen gewesen, und es sei dann nicht mehr gelungen, die Niederlage noch abzuwenden.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit bedankte sich zunächst für die Glückwünsche. Er habe ein gutes, sehr interessantes Spiel gegen einen starken Gegner gesehen, der mit viel Bewegung und Positionsspiel auftrat. Damit habe seine Mannschaft in den ersten 15 Minuten Schwierigkeiten gehabt. Doch insgesamt sei seine Elf von der ersten bis zur 93. Minute sehr diszipliniert aufgetreten. Kombinationen wie beim 1:0 hätten dann geholfen. Der Trainer zeigte sich sehr zufrieden, zumal erneut – wie zuletzt zweimal gegen Egestorf – zu Null gespielt wurde, und meinte dann: „In acht Jahren bei Weiche habe ich so eine Kulisse auch noch nicht erlebt.“

 

Angesprochen auf den nur einen, zudem recht späten Wechsel trotz „englischer Woche“ ergänzte der Trainer, dass er sich vor diesem Spiel noch keine Gedanken zur Partie am kommenden Sonntag gemacht habe. Der späte Wechsel in Norderstedt gegen den FC St. Pauli II hätte vielleicht auch erst den Gegentreffer in der 96. Minute ermöglicht, weil der Schiedsrichter sonst eventuell früher abgepfiffen hätte, meinte Daniel Jurgeleit, der zudem an eine ähnliche Situation aus dem Hinspiel erinnerte, als der HSV II auch erst in der Nachspielzeit zum Ausgleich gekommen war. „Man wird ja schlauer mit der Zeit“, so der Trainer.