SC Weiche Flensburg 08
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Erste Pleite in Rehden

  Spielinfo

Am sechsten Spieltag der Regionalliga Nord hat es den SC Weiche Flensburg 08 überraschend erwischt. Der Meisterschaftsmitfavorit kassierte beim BSV „Schwarz-Weiß“ Rehden seine erste Saisonniederlage und verlor zugleich beim sechsten Gastspiel nach vier Siegen und einem Remis zum ersten Mal seit dem gemeinsamen Regionalligaaufstieg in der niedersächsischen Samtgemeinde im Landkreis Diepholz. Die Heimischen konnten hingegen in den Waldsportstätten vor 245 Zuschauern, darunter zehn, die es mit den Flensburgern hielten, ihren ersten Saisonerfolg feiern. Die überraschende 1:3-Pleite der Norddeutschen war letztlich angesichts einer enttäuschenden Gesamtleistung und des engagierten Auftritts des Kontrahenten vollauf verdient. 

Der SC Weiche, der diesmal von Marc Peetz, unterstützt zudem von Marc Böhnke, für den verhinderten etatmäßigen Trainer Daniel Jurgeleit an der Seitenlinie betreut wurde, trat gegenüber dem 1:0-Heimsieg gegen Oldenburg in der Vorwoche mit zwei Änderungen in der Startelf an. Für den verletzten Patrick Thomsen und Junior Ebot-Etchi (zunächst auf der Bank) liefen Fiete Sykora und Florian Meyer von Beginn an auf. Kevin Schulz stand erstmals nach längerer Verletzungspause wieder im 18er-Kader. Neben den verletzten Finn Wirlmann, Jannis Pläschke und Patrick Thomsen fehlten auch der erkrankte Tayfun Can sowie Benjamin Safo-Mensah und Jannik Drews, die am Vorabend beim 2:2-Remis im Lokalderby gegen den TSB unsere Oberliga-Mannschaft verstärkten. 

Auch ohne etatmäßigen Trainer agierte Weiche in gewohnter Weise. Erst einmal hieß es, geduldig abzuwarten und dann allmählich die Spielkontrolle zu übernehmen. Bei alledem hatte unsere Mannschaft gleich die erste dicke Chance zur Führung. Nach einem Pass von Nedim Hasanbegovic in die Tiefe zeigte sich die Rehdener Abwehr indisponiert, René Guder hatte auf halblinks plötzlich freie Bahn, scheiterte aber am stark parierenden Mandic im BSV-Tor (6.). So blieb es zunächst dabei: Weiche versuchte, ruhig zu spielen, die Kontrolle über das Geschehen zu bekommen, während die Gastgeber läuferisch viel investierten und versuchten, Druck auszuüben. Der Ex-Kieler Sembolo, einzige echte Spitze der Niedersachsen, traf nach einem Abwehrfehler aus einer guten Schussposition von halbrechts aber nicht den Kasten (12.). Höhepunkte blieben damit weiterhin rar, bis Sembolo wuchtig mit Anlauf einen von Behrens von links getretenen Eckstoß ins obere Tordreieck zum Rehdener Führungstreffer einköpfte (25.). 

Nach diesem beinahe schon obligatorischen Rückstand hätte jeder Flensburger erahnen können, dass für den Versuch, drei Punkte aus der Fremde zu entführen, doch wesentlich mehr investiert werden müsste. Stattdessen gingen die Zweikämpfe auch in der Folge mehrheitlich an die engagierten Gastgeber, die gleich noch einen zweiten Treffer witterten, aber SC-Torhüter Florian Kirschke packte bei der Kopfballablage von Sembolo ins Zentrum rechtzeitig zu (27.), und Stojanovic kam nach dem besten Angriffszug der Heimischen an die Flanke von Artmann von halblinks nach einem schönen Pass von Behrens in die Tiefe nicht heran (32.). Während Rehden ohne viel Schnörkel, zweckmäßig über Behrens und Artmann nach vorn spielen wollte, tat sich unsere Mannschaft auf dem vergleichsweise hohen Rasen schwer. Gut gemeinte Bälle in die Spitze, vornehmlich diesmal von Nedim Hasanbegovic, fanden ihre Adressaten nicht. Wurden die Flensburger in Zweikämpfe verwickelt, war die Kugel in der Regel weg, auch weil Rehden mit viel Aufwand immer wieder zu doppeln versuchte. 

Allmählich schien der Favorit dennoch in die Spur zu kommen. Ein direkt getretener Freistoß von René Guder nach einem Foul an Florian Meyer von der linken Strafraumkante zischte knapp links am Kasten vorbei (30.), und Nico Empen setzte in seiner besten Szene einen satten Schuss aus vollem Lauf von der 16-m-Linie auf halblinks haarscharf über das Tor (36.). Schließlich kickte BSV-Abwehrspieler Wessel nach einer scharfen flachen Eingabe von Florian Meyer von links die Kugel mit dem Hacken nur knapp neben das eigene Gehäuse (44.). Eigentlich schien der Ausgleich noch vor der Pause möglich, doch stattdessen leisteten sich die Flensburger in der Nachspielzeit auf der rechten Abwehrseite ein kollektives Nickerchen. Ganz im Gegensatz zu Mehanovic, der einfach den unbedingten Durchsetzungswillen zeigte, agierte Weiche in mehreren Zweikämpfen in Folge zu zögerlich; zwar scheiterte Mehanovic nach langem Lauf noch aus Nahdistanz und spitzem Winkel im ersten Anlauf, er bekam aber eine zweite Chance und brachte die Kugel energisch im Kasten zum 2:0-Pausenstand unter (45.+1). 

Der Halbzeitrückstand schien seine Wirkung auf unsere Mannschaft nicht zu verfehlen. Gleich nach dem Seitenwechsel setzte es zudem den nächsten Nackenschlag, als Artmann kurz hinter der Mittellinie einen Pass in die Tiefe auf Stojanovic spielte, unsere Abwehr wie konsterniert auf den Abseitspfiff hoffte und Stojanovic mit einem Abschluss ins lange Eck die unerwartete Einladung frei vor Torhüter Florian Kirschke dankend annahm: 3:0 (50.). Was war hier los – wer war der noch sieglose Abstiegskandidat, wer der noch ungeschlagene Meisterschaftsmitfavorit? 

Es ehrt unsere Mannschaft, dass sie nicht aufgab, weiter versuchte, den Vorwärtsgang einzulegen, dabei allerdings auch riskierte, dass die Räume für den Gast fortlaufend größer wurden. Immerhin: Erst setzte Florian Meyer nach langem Sprint über links seine Flanke zur Überraschung aller an den zweiten Pfosten (54.), dann parierte BSV-Torhüter Mandic einen Flachschuss des später wegen einer Muskelprellung verletzungsbedingt ausgewechselten Ilidio Pastor Santos nach einem Eckball (58.), und schließlich segelte ein Kopfball von Fiete Sykora nach Eckstoß von Florian Meyer von der linken Seite hoch oben ins Netz zum 1:3-Ehrentreffer (61.). 

Am Geschehen änderte das kleine Erfolgserlebnis aber wenig. Unsere Mannschaft schien zwar kurzzeitig, auch durch die frischen Wind bringende Einwechslung von Fabian Arndt (64.), aus ihrer lethargisch-depressiven Stimmung zu erwachen und selbst noch an eine Wende zu glauben. Doch große Torchancen konnte sie sich nicht mehr erspielen, und so erschlaffte letztlich alsbald der ganz große Angriffselan, auch wenn Weiche nun mehr Ballbesitz und Spielanteile hatte. Ein Flachschuss von Junior Ebot-Etchi von halbrechts wurde noch abgefälscht, bereitete Torhüter Mandic jedoch keinerlei Probleme (77.), und einen Kopfball von Nico Empen nach Eckstoß von Florian Meyer boxte Schlussmann Mandic über die Torlatte (83.). Das war es allerdings schon von Flensburger Seite. Die müde werdenden Gastgeber hatten vielversprechende Konteransätze, spielten diese aber nicht genau genug aus. Die beste Gelegenheit hatte Mehanovic auf halblinks nach einer Eingabe des eingewechselten Ex-Profis Waku Menga von der anderen Seite (68.). So blieb es bei einem letztlich aufgrund der bissigeren Zweikampfführung und des größeren Aufwands verdienten 3:1-Heimerfolg der Elf von Trainer Wolfgang Schütte, mit dem die Zweifler und Kritiker des Heimverantwortlichen (vorerst) verstummt sein sollten. 

Während der Gastgeber mit seiner Lauf- und Einsatzfreude mannschaftlich überzeugte und individuelle Defizite überspielen konnte, erreichte kaum ein Weiche-Spieler seine Normalform. Rehden steigerte sich zur vermutlich besten Saisonleistung, während unsere Elf deutlich unter ihren Möglichkeiten blieb. So fielen bei Rehden die immens fleißigen Mehanovic und Stojanovic sowie Behrens und – trotz früher Auswechslung (63.) – Artmann mit Spielideen im zentralen Mittelfeld auf, während auf Flensburger Seite am ehesten Nedim Hasanbegovic mit einigen guten Pässen, vor allem in der ersten Halbzeit, und Florian Meyer mit manchen gelungenen Vorstößen auf der linken Bahn wenigstens ein wenig auf sich aufmerksam machen konnten. 

Am kommenden Sonnabend (09.09.2016, 13.30 Uhr) gastiert mit Altona 93 ein attraktiver Aufsteiger im Manfred-Werner-Stadion. Das Premierenduell mit den Hamburgern ist dabei alles andere als ein Selbstgänger, hat der Traditionsverein doch bislang mehr Punkte aus fremden Stadien geholt als auf dem eigenen Platz. Und Altona hat dabei auch die Aufgabe in Rehden gelöst, bei den Niedersachsen mit 3:2 gewonnen. 

Weiche: Kirschke – Paetow, Walter, Jürgensen (Kap.) – Hasanbegovic, J. Ostermann (59. Hartmann/V) – Pastor Santos (71. Ebot-Etchi), Sykora (64. Arndt), Ebot-Etchi – Guder, Empen. 

Tore: 1:0 Sembolo (25.), 2:0 Mehanovic (45.+1), 3:0 Stojanovic (50.), 3:1 Sykora (61.). 

Zuschauer: 245, darunter 10 Flensburger, in den Waldsportstätten in Rehden. 

Schiedsrichter: Markus Büsing (SV Hellern/Osnabrück), hatte mit der Partie wenig Mühe und verteilte erst kurz vor Schluss je eine Verwarnung.

Florian Kirschke musste 3 Gegentreffer in Rehden hinnehmen.