SC Weiche Flensburg 08
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Erste Heimpleite gegen Hildesheim

  Spielinfo

Eine böse Überraschung und bittere Enttäuschung musste der SC Weiche Flensburg 08 am 12. Spieltag der Fußball-Regionalliga Nord hinnehmen. Gegen den abstiegsgefährdeten VfV Borussia 06 Hildesheim verlor unsere Mannschaft am Sonnabendnachmittag auf der Baustelle Manfred-Werner-Stadion letztlich verdientermaßen mit 0:1. Es war im sechsten Auftritt die erste Pleite vor eigenem Publikum in dieser Spielzeit sowie im fünften Duell mit den Niedersachsen die ebenfalls erste Niederlage. Weiche fand nach dem witterungsbedingten Spielausfall in der Vorwoche nicht in die Partie und enttäuschte die heimischen Fans unter den 642 Besuchern. Da auch der Gast fußballerisch kein Feuerwerk zündete, blieb es insgesamt eine Partie auf äußerst mäßigem Niveau. 

Trainer Daniel Jurgeleit tauschte gegenüber dem Auftritt vor zwei Wochen gegen Norderstedt (2:1) dreimal das Personal. Er musste auf die angeschlagenen Christian Jürgensen und Nedim Hasanbegovic verzichten, für die Hendrik Ostermann und Tim Wulff in die Startelf rückten. Zudem erhielt Raphael Straub den Vorzug vor Stammtorhüter Florian Kirschke, der aus beruflichen Gründen zuletzt Trainingsrückstand hatte. Neben Kapitän Christian Jürgensen und Nedim Hasanbegovic standen die ebenfalls verletzten Benjamin Safo-Mensah, Finn Wirlmann und Jannis Pläschke sowie Ilidio Pastor Santos nicht im 18er Kader. 

Der Gast zog sich mit Spielbeginn zunächst in seine Hälfte zurück, stellte dort zwei wirkungsvolle Viererketten auf und verzichtete weitgehend auf Ballbesitz. Dadurch herrschte in der Anfangsviertelstunde optisch eine klare Flensburger Dominanz, wobei es allerdings nicht gelang, ernsthafte Torchancen zu generieren. Ein Abschluss von René Guder im Strafraum wurde noch geblockt, sodass Gäste-Torhüter Zumbeel problemlos zugreifen konnte (7.). Auch in der Folge blieben Torgelegenheiten rar. Die beste Möglichkeit vor der Pause hatte Fabian Arndt der nach einer schönen Flanke von René Guder von der rechten Außenbahn per Kopf aus vollem Lauf den Pfosten traf (25.). Ein weiteres Mal ging es über rechts und René Guder, doch dessen Eingabe ins Zentrum war zu ungenau, sodass Nico Empen die Kugel nicht erreichen konnte (41.) Das war es auch schon, was unsere Mannschaft vor der Pause offensiv auf den trotz des Dauerregens der vergangenen Tage gut bespielbaren Rasen brachte. Die Mängelliste war lang: Viele Pässe waren zu ungenau, es herrschte zu wenig Bewegung und kaum Tempo, um den gut positionierten Gegner bei einer auf etwa 20 Meter dezimierten Spielfeldbreite durcheinander zu wirbeln, Diagonalbälle auf die Außenbahnen, auf denen Junior Ebot-Etchi und René Guder durchaus ihre Schnelligkeit andeuten konnten, oder rasche Seitenverlagerungen waren Fehlanzeige. Und insgesamt konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Galligkeit und Bissigkeit fehlte, um diesen unangenehmen Kontrahenten von Beginn an richtig unter Druck setzen zu können. Wenn hingegen aggressiv agiert wurde, zeigten sich auch schnell die Schwächen bei den Borussen. So ergatterte sich der anfangs sehr agile Fabian Arndt zweimal am Hildesheimer Strafraum relativ problemlos die Kugel von den Gegenspielern. 

Weil solche Aktionen jedoch die Ausnahme blieben, hatte es die Defensive der Gäste relativ einfach, immer wieder frühzeitig klärend dazwischen zu gehen, Tempo aus dem Geschehen zu nehmen und den Rhythmus zu stören. Ein ansehnliches Fußballspiel kam daher nicht zustande. Auf Hildesheimer Seite versuchte es Schulze mal mit einem direkt getretenen Freistoß über die Abwehrmauer, doch Torhüter Raphael Straub zeigte sich auf dem Posten, faustete die Kugel aus dem bedrohten Eck (15.). Und als alles schon mit einem torlosen Remis zur Halbzeit rechnete, kam die Borussia noch einmal über links. Nach einem Schwenk nach innen hatte Prior Bautista freie Schussbahn. Er zirkelte das Leder mit rechts genau ins lange Eck zum überraschenden 0:1-Pausenstand (45.+2). 

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich unsere Mannschaft zunächst couragierter. Nun kam ihre beste Phase mit knapp zehn druckvollen Minuten. Doch die Chancen blieben ungenutzt. Nach Flanke von Hendrik Ostermann köpfte Nico Empen am zweiten Pfosten vorbei (50.). Dann traf Patrick Thomsen nach einem Eckball von René Guder und Kopfball von Torge Paetow aus zwei Metern das Tor nicht (53.). Junior Ebot-Etchi dribbelte sich auf halblinks energisch in den Strafraum, doch Torhüter Zumbeel hielt (54.) wie auch mehrfach in einer unübersichtlichen Situation im 16er der Gäste (55.). Schließlich schoss der glücklose Patrick Thomsen nach Kopfballablage von Tim Wulff aus Nahdistanz, halblinke Position, am langen Pfosten vorbei (55.). Nun wäre der Ausgleich eigentlich fällig und verdient gewesen, doch die Druckphase fand ohne Ergebnis ein rasches Ende. René Guder versuchte es wie auch später der eingewechselte Florian Meyer noch aus der Distanz, doch beide Male war Zumbeel ohne Probleme zur Stelle (69., 90.+1). Diese Abschlüsse waren bereits Zeichen zunehmend umgreifender Ratlosigkeit und Hektik. Die Brechstange war inzwischen schon längst ausgepackt, doch bis auf einen Versuch des ebenfalls eingewechselten Fiete Sykora, dessen Schuss im Fallen noch zum Eckball abgefälscht wurde (85.), gelang auf Flensburger Seite nichts mehr. 

Die Gäste hingegen konnten nach überstandener Weiche-Drangphase den Spielrhythmus immer besser stören und nun auch selbst aktiv werden. Sie verdienten sich in der letzten halben Stunde den Sieg durch ein deutliches Chancenplus. Dreimal hielt Torhüter Raphael Straub unsere Elf im Spiel, erst als er rechtzeitig vor Staron aus dem Kasten geeilt war (64.), dann gegen den frei vor ihm auftauchenden Kaiser (73.), und schließlich als Sonntag von kurz hinter der Mittellinie allein auf ihn zulaufen konnte (88.). Torschütze Prior Bautista schaffte ebenfalls nicht die Vorentscheidung, schoss von halblinks allein vor Raphael Straub am Kasten vorbei (82.). So blieb es beim am Ende aufgrund der klareren Spielweise und Chancen des Gastes auch verdienten Sieg der Hildesheimer, sodass rund 20 Borussia-Fans ausgelassen feiern konnten. 

Bei unserem SC Weiche konnte sich bezeichnenderweise Torhüter Raphael Straub die beste Note verdienen. Mit gewissen Abstrichen erreichte auch noch Junior Ebot-Etchi Normalform. Auf der Seite des Kontrahenten fielen vor allem der Ex-Kieler Sofien Chahed als Kapitän und Torschütze Prior Bautista sowie der allerdings kaum ernsthaft geprüfte Torhüter Zumbeel positiv auf. 

Für unsere Mannschaft geht es am kommenden Wochenende mit einer Reise ins Unbekannte weiter. Am Sonnabend (21.10.2017, 16.00 Uhr) ist sie erstmals beim starken Aufsteiger SSV Jeddeloh in Edewecht (beim niedersächsischen Oldenburg) zu Gast, wobei der Ortsteil Jeddeloh II und der Kontrahent daher korrekt SSV Jeddeloh II heißt. Der Neuling ist die Überraschungself der laufenden Saison, hat zuletzt siebenmal in Folge gewonnen. Besonders die Offensive um den siebenfachen Saisontorschützen Nils Laabs ist zu beachten, hat der Meister der Oberliga Niedersachsen aus der Vorsaison doch bislang mit 26 die meisten Treffer aller Mannschaften der Regionalliga Nord erzielt. Auf Weiche wartet in Edewecht beim neuen Tabellenzweiten also ein hartes Stück Arbeit. Die Gefahr, wie in Rehden (1:3) und jetzt gegen Hildesheim als klarer Favorit zu gelten und daran zu scheitern, besteht diesmal also nicht. 

Weiche: Straub – Paetow (V), Walter (Kap.), H. Ostermann (70. F. Meyer) – Thomsen, Hartmann – Guder, Ebot-Etchi – Wulff (65. Sykora), Arndt (65. Can), Empen. 

Tor: 0:1 Prior Bautista (45.+2). 

Zuschauer: 642 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche. 

Schiedsrichter: Axel Martin (TSG Nordhorn/Schiffdorf), passte sich u. a. mit wenig überzeugender Körpersprache dem eher mäßigen Niveau an.  

Die Trainerstimmen: „Es tut mal gut, Glückwünsche bei einer Mannschaft zu erhalten, die die 3. Liga anpeilt“, begann Gästetrainer Jörg Goslar seine Einschätzung. Man habe damit gerechnet, dass Flensburg mehr Ballbesitz haben würde, aber man wollte Nadelstiche setzen, so wie es dann beim 0:1 zu einem günstigen Zeitpunkt auch gelungen sei. Danach habe man weiterhin versucht, vernünftigen Fußball zu spielen. Seit sechs oder sieben Partien sei seine Mannschaft auf einem ordentlichen Weg. Insgesamt sei er heute glücklich und sehr zufrieden. 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit gratulierte zunächst den Gästen zum „verdienten Sieg“, ehe er zu analysieren versuchte, allerdings mehrfach eingestand, keine Erklärungen zu haben. Der Trainer zeigte sich insbesondere über die Art und Weise unzufrieden, wie seine Mannschaft die erste Halbzeit angegangen ist. Es sei zu wenig Bewegung im Spiel gewesen, es wurde zu viel quer gespielt und zu wenig Aufwand betrieben. Mit einem 0:0 zur Pause wäre er zufrieden gewesen, aber es kam ja in der Nachspielzeit noch das 0:1. In der zweiten Halbzeit sei man dann etwas mutiger und engagierter gewesen. Nach dem Rückstand habe seine Mannschaft jedoch keine richtigen Lösungen gefunden; es sei auch kein Häuptling erkennbar gewesen und keine Lautstärke auf dem Platz vorhanden. „Wir haben es sehr schlecht gemacht“, sprach der Trainer offen aus, wobei er Raphael Straub von der Kritik ausnehmen wollte, weil dieser die Mannschaft im Spiel gehalten habe. Unklar sei, ob es an der Aufstellung oder am Training oder an weiterem gelegen habe. Nun müsse man sich erst einmal sammeln, aber das Spiel nicht so einfach abharken.Der Trainer nutzte die Gelegenheit, um auch richtig zu stellen: „Wir wollen uns verbessern, sind aber nicht so weit, um zu sagen, wir wollen in die 3. Liga oder wir würden nun die 3. Liga anpeilen.“Auf Nachfragen stellte Daniel Jurgeleit zudem heraus, dass es nicht am Fehlen wichtiger Stammspieler gelegen habe. Er habe über 20 Spieler mit Qualität, aber heute hätten zu viele diese Qualität nicht eingebracht.

Spieler im Tor, der Ball nicht.