SC Weiche Flensburg 08
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Weiche siegt wie eine Spitzenmannschaft

  Spielinfo

Am 4. Spieltag der Regionalliga Nord kam der SC Weiche Flensburg 08 beim Lüneburger SK Hansa zu einem 3:1-Auswärtssieg. Vier Tage nach dem kräftezehrenden denkwürdigen 120-minütigen Pokalkampf beim VfB Lübeck schlossen die Flensburger damit die „englische Woche“ mit den Siegen gegen Havelse (2:1), im Pokal-Viertelfinale in Lübeck (6:4 n. E.) und nun in Lüneburg (3:1) mit optimaler Ausbeute ab, obgleich unsere Elf jedes Mal früh in Rückstand geriet. Beim LSK trumpfte Weiche vor 620 Zuschauern, darunter etwa 25 aus Flensburg, im Stadion des VfL Lüneburg im Stile einer echten Spitzenmannschaft auf: zwar wenig spektakulär, aber ruhig, abgezockt, mit hoher individueller Qualität und letztlich auch im Wissen um die eigene Stärke trotz des Rückstands souverän. Man darf gespannt sein, wohin der Weg dieser Mannschaft in der Saison 2017/18 noch führen wird. Einstweilen dürfen sich die in dieser Spielzeit weiterhin ungeschlagenen Männer um Kapitän Christian Jürgensen tabellarisch jedenfalls nach oben orientieren. 

Weiche-Trainer Daniel Jurgeleit nahm gegenüber dem Pokalspiel vom Mittwoch in Lübeck gleich drei Änderungen vor. So ersetzte er beide „Sechser“. Für Patrick Thomsen und den noch angeschlagenen Nedim Hasanbegovic liefen Jannick Ostermann sowie erstmals und zudem an seinem Geburtstag Neuzugang Dominic Hartmann auf. Außerdem blieb Junior Ebot-Etchi zunächst auf der Bank. Für ihn spielte Tim Wulff von Beginn an. Nicht im 18er Kader des Spieltages waren neben den Langzeitverletzten Kevin Schulz und Finn Wirlmann sowie Nedim Hasanbegovic auch Jannis Pläschke (ebenfalls angeschlagen), Florian Meyer und Hendrik Ostermann. 

Wie schon in den vergangenen Partien dieser „englischen Woche“ startete unsere Elf mit einem frühen Rückstand in die Begegnung. Erst etwas mehr als drei Minuten mit gefühlten 80 Prozent Ballbesitz der Flensburger waren gespielt, da lag der Kontrahent schon vorn. Nach feinem Doppelpass auf halblinks gelang Vobejda eine wunderbare Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Kunze, kaum bedrängt aus drei Metern, sehr spitzer Winkel, köpfen konnte. Der Ball schlug im kurzen Eck ein, obgleich Torhüter Florian Kirschke noch beinahe zur Stelle gewesen wäre (4.). 

Der LSK, der sich vor einer Woche im DFB-Pokal an gleicher Stelle gegen den Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 (ebenfalls 1:3) sehr achtbar aus der Affäre gezogen hatte, blieb vor der Pause ebenbürtig. Nachdem Ilidio Pastor Santos auf der linken Bahn einen Ball unterlief, musste Torhüter Florian Kirschke beim Flachschuss von Kunze den Fehler seines Mitspielers ausbügeln (13.). Und der Weiche-Torhüter war zudem sowohl bei einer flachen Eingabe von der gleichen Seite rechtzeitig zur Stelle (19.) als auch bei einem gefährlichen hohen Ball auf dem Posten (22.). Beide Male hatte auf der linken Seite der Flensburger die Defensivarbeit nicht gestimmt. Die größte Tat verrichtete Florian Kirschke kurz vor der Pause, als er dem besten Spielzug der Heimischen mit starker Parade ein Ende bereitete. Vobejda – in den ersten 45 Minuten mit manchen guten Ideen – hatte mit einem Fiete-Sykora-Gedächtnis-Pass Krottke in die Spur geschickt, dessen Abschluss der Weiche-Schlussmann aus Nahdistanz um den Pfosten lenken konnte (45.). 

Unsere Mannschaft tat sich hingegen schwer, ins Spiel zu kommen. Einer ersten, allerdings kaum gefährlichen Torannäherung von Tim Wulff per Kopf nach Eckstoß von René Guder (8.) folgten allerdings zwei hochkarätige Möglichkeiten. So tauchte zunächst Fiete Sykora frei vor LSK-Torhüter Springer auf, semmelte die Kugel aber aus 14 Metern in die zweite Etage (14.). Und gleiches widerfuhr René Guder nach dem ersten richtig zügigen Angriff unserer Mannschaft. Der für Ilidio Pastor Santos gerade eingewechselte Junior Ebot-Etchi hatte auf der linken Bahn den Turbo eingeschaltet, in die Mitte auf Tim Wulff gepasst und der wiederum den frei postierten René Guder auf halbrechts eingesetzt (35.). Weil zuvor schon LSK-Torhüter Springer den direkten Freistoß von René Guder von der linken Seite sicher pariert hatte (24.), ging es mit einer 1:0-Führung der Heimischen zum Pausentee. 

Doch keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff war der Halbzeitstand bereits Makulatur. Ein Einwurf des gerade eingewechselten Tayfun Can von der linken Seite, nur kurz hinter der Mittellinie, gelangte bis zu Nico Empen, der sich am Fünfmeterraum um den etwas hüftsteif wirkenden Hunold drehte und abschloss; die Kugel schlug unter Torhüter Springer ein (47.). Und fortan übernahm Weiche das Kommando auf dem etwas unebenen Rasen. Einen direkten Freistoß jagte Debütant Dominic Hartmann noch über den Kasten (52.), dann schickte Nico Empen den nach der Pause in die Spitze gerückten René Guder auf halbrechts, doch dessen Flanke fischte Springer weg (58.). Schließlich köpfte Jannick Ostermann, der schon vor der Pause mit seinen vielen Ballaktionen auffiel, den Eckstoß von Jonas Walter zum 1:2 ein (69.). Das Spiel war gedreht. 

Nun schienen zwar die Norddeutschen Herr der Lage zu sein, doch die Niedersachsen hatten noch eine gute Ausgleichschance, als wieder einmal Vobejda aus dem Mittelfeld einen klugen Pass auf Treu auf halblinks spielte, an dessen Eingabe aber Krottke im Sturmzentrum vorbeirutschte (74.). Von dieser ersten Wortmeldung der Gastgeber in Halbzeit zwei unbeeindruckt, stellte Jannick Ostermann nach gewonnenem Zweikampf kurz hinter der Mittellinie und Eingabe von René Guder von der linken Seite auf 1:3, als er einen Tick vor Torhüter Springer an die Kugel kam und diese am Fünfmeterraum an ihm vorbei ins Netz spitzelte (78.). 

Damit war das Spiel durch. Das Aufbäumen der Hanseaten konnte trotz Bemühens die Flensburger kaum beeindrucken. Büchler zielte nach einem Eckstoß aus eigentlich guter Schussposition noch einmal am Kasten vorbei (86.). Dagegen waren die Möglichkeiten der Gäste viel zwingender. Doch René Guder nach Vorarbeit von Nico Empen (81.), Nico Empen selbst, als der Kasten von Schlussmann Springer verlassen, das Tor also leer war, sein Schuss aber vom besten Lüneburger, Eden, noch geblockt wurde (88.), sowie erneut René Guder über halblinks, als er allein auf Springer zulief, an diesem jedoch scheiterte (89.), hätten das Ergebnis sogar in die Höhe schrauben können. Es reichte dank der besseren Qualität im Kader auch so zu einem letztlich sicheren 3:1-Auswärtssieg. 

Der nach dem Seitenwechsel deutlich abbauende Lüneburger SK Hansa hatte in Abwehrspieler Eden und Ideengeber Vobejda seine auffälligsten Akteure. Aus unserer sich wieder einmal im Spielverlauf steigernden Mannschaft verdienten sich Florian Kirschke, einmal mehr Torge Paetow sowie Doppeltorschütze Jannick Ostermann die besten Noten. 

Nach dieser „englischen Woche“ geht es mit einem Heimspiel weiter. Dazu empfängt unsere Mannschaft am kommenden Sonnabend (26.08.2017, 13.30 Uhr) im Manfred-Werner-Stadion in Weiche den als Mitaufstiegsaspirant gestarteten VfB Oldenburg. Gegen den Ex-Zweitligisten, der seine treue Anhängerschaft in der noch jungen Saison bislang eher enttäuschte, gibt es eine ausgezeichnete Bilanz, denn fünf der zehn Duelle konnte Weiche gewinnen. Allerdings: Die einzige Niederlage gegen den VfB kassierte unsere Elf am 28.09.2014 mit 2:3 ausgerechnet vor eigener Kulisse. So oder so – Weiche hat nach den zuletzt gezeigten Leistungen auf jeden Fall die Unterstützung vieler Flensburger Zuschauer verdient. 

Weiche: Kirschke – Paetow, Walter, Jürgensen (Kap.) – J. Ostermann, Hartmann – Guder (V), Sykora (V/66. Thomsen), Pastor Santos (34. Ebot-Etchi) – Empen, Wulff (46. Can). 

Tore: 1:0 Kunze (9.), 1:1 Empen (47.), 1:2 J. Ostermann (69.), 1:3 J. Ostermann (78.). 

Zuschauer: 620, darunter ca. 25 Flensburger Fans, im Stadion des VfL Lüneburg an den Sülzwiesen, Lüneburg. 

Schiedsrichter: Kevin Rosin (SV Lieth/Elmshorn), hatte mit der fairen Partie keinerlei Mühe, leitete unauffällig und damit souverän.

Traf doppelt in Lüneburg. Jannick Ostermann