SC Weiche Flensburg 08
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Wichtiger Auswärtspunkt an der Leine

  Spielinfo

Im ersten Auswärtsspiel der Regionalliga-Saison 2017/18 kam der SC Weiche Flensburg 08 bei die U23 des Bundesligisten Hannover 96 zu einem torlosen Remis. Vor 300 Zuschauern im neuen 96-Stadion des Nachwuchsleistungszentrums waren die Niedersachsen lange Zeit die bessere Mannschaft, die aber im Abschluss zu harmlos wirkte und so die Weiche-Abwehr nur selten ernsthaft in Verlegenheit bringen konnte. Unsere Elf hatte allerdings durch einen Foulstrafstoß kurz vor der Halbzeitpause die größte Chance des Spiels. Es passte jedoch zum verregneten frühen Nachmittag an der Leine, dass Fiete Sykora vom Punkt an dem 96-Schlussmann Sahin-Radlinger scheiterte. So gab es letztlich ein gerechtes Unentschieden. Beide nach dem jeweils zweiten Spiel noch sieglose Vertretungen sind in der Saison bislang nicht so richtig angekommen. 

Mit Ausnahme der bereits seit einiger Zeit verletzt fehlenden Kevin Schulz und Finn Wirlmann konnte auf den gesamten Kader zurückgegriffen werden, wobei Fabian Arndt zwar im 18er Aufgebot stand, letztlich aber dann doch geschont wurde. Wie schon zuletzt verzichtete Trainer Daniel Jurgeleit auf Hendrik Ostermann und Tayfun Can. Gegenüber der Startelf aus der Vorwoche gab es nur eine Änderung: Für Fabian Arndt begann Jannis Pläschke gegen seine ehemalige Mannschaft. Außerdem kamen auch die spät eingewechselten Jannik Ostermann und Tim Wulff zu ihren ersten Saisoneinsätzen. 

Nachdem unsere Mannschaft in der Anfangsphase mehr Ballbesitz hatte, änderte sich alsbald das Bild. Die Hannoveraner, die erst am Mittwoch mit einer 1:2-Niederlage in Norderstedt in die Saison gestartet waren, stellten die aktivere Elf, spielten optisch zunehmend überlegen, wurden allerdings auch nur selten im Abschluss gefährlich. Der „Motor“ der Heimischen, Kapitän Ernst, verfehlte zweimal per Kopf (14., 35.) ebenso das Ziel wie Baller mit einem Aufsetzer (19.). In zwei Situationen war zudem Christian Jürgensen rechtzeitig zur Stelle: Er blockte erst einen Schuss von Emghames (24.), klärte dann eine Eingabe von Ritzka von links (35.), jeweils auf Kosten jenes Eckballs. Besonders besorgniserregend waren diese Möglichkeiten der Gastgeber aus Flensburger Sicht zwar nicht, aber es war noch deutlich mehr an Gelegenheiten als auf der Gegenseite. Hier gab es in Sachen Offensive lange Zeit keinerlei Aktivität. Stürmer Nico Empen war in der Spitze allein auf verlorenem Posten und dürfte am wenigsten Ballkontakte gehabt haben. Im Spiel unserer Mannschaft steckte zu wenig Bewegung, sodass Anspielstationen rar waren. Typischerweise passten sich Rechtsverteidiger Torge Paetow und Torhüter Florian Kirschke serienweise die Bälle zu. 

Offensichtlich wurde das Flensburger Dilemma schon früh. Als ein langer Ball von Jonas Walter keinen Adressaten fand, hallte laut die Stimme des Trainers durch das neue Stadion (10.), und auch danach versuchte Daniel Jurgeleit fortlaufend von außen lautstark zu dirigieren. Es half insofern, als dass sich kurz vor dem Seitenwechsel plötzlich die größte Chance des gesamten Spiels für die bis dahin offensiv überhaupt nicht stattfindenden Gäste auftat. Jannis Pläschke kam im Sturmzentrum vor 96-Torwart Sahin-Radlinger an den Ball und wurde von diesem zu Fall gebracht (43.). Den fälligen Strafstoß nutzte Fiete Sykora aber nicht zur ohnehin unverdienten Führung. Der Torwart-Riese der Hannoveraner tauchte blitzschnell ab, parierte den Schuss und machte so seinen Patzer wieder gut (44.). 

In den zweiten Spielabschnitt ging es von Flensburger Seite mit wesentlich mehr Elan, sodass die Partie für die Zuschauer deutlich attraktiver wurde. Nachdem zunächst noch Brown – dass 96er Pendant zu Nico Empen als einzige Spitze – mit Abschluss aus spitzem Winkel (46.) und der fleißige Demir (48.) aus zentraler Position jeweils am sicheren Florian Kirschke im SC-Gehäuse gescheitert waren, hatte Jannis Pläschke nach starker Vorarbeit von Nico Empen den Führungstreffer für unsere Mannschaft auf dem Fuß; der Ball verfehlte aus sechs Metern nur knapp das Ziel (49.). Die Startphase nach Wiederbeginn machte jedenfalls Lust auf mehr. In der Folge mühten sich beide Mannschaften, aber die Abwehrreihen offenbarten nur wenig Schwächen. Insgesamt blieb die Partie auch deutlich lebhafter und unterhaltsamer als vor der Pause. Florian Kirschke parierte bei einer abgefälschten Flanke nach einem schnell ausgeführten Freistoß von links mit Glanztat (60.), dann nach einem Gewaltschuss von Ritzka von links (69.) mit Bravour, und er war auch bei den eher harmlosen Versuchen der im Abschluss einfach zu schwachen Niedersachsen zur Stelle, hielt den Freistoß von Emghames aus bester Position (77.) und den Kopfball von Ernst nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld (84.). 

Unsere Mannschaft zeigte sich nach der Pause deutlich aktiver und in der Schlussphase auch den Willen, die Partie für sich entscheiden zu wollen. Doch es dauerte bis zur 72. Minute, ehe der erste eigene Eckstoß heraussprang. Und die Möglichkeit von Nedim Hasanbegovic, der nach Freistoß von Florian Meyer, Kopfballablage von Fiete Sykora und Fallrückzieher von Christian Jürgensen aus Nahdistanz an Sahin-Radlinger im 96-Kasten scheiterte (75.), war letztlich die dritte sehr gute, jedoch bereits die letzte Torchance der Norddeutschen. Zwar agierte Weiche nun mit deutlich mehr Tempo und schien den kräftemäßig abbauenden Jung-96ern jetzt überlegen, aber bei einigen schnellen Gegenangriffen musste auch der SC noch auf der Hut sein. Er profitierte davon, dass die Hannoveraner keinen zielstrebig-abschlussstarken Angreifer in ihren Reihen hatten. 

Beim von Trainer Mike Barten bestens eingestellten Gastgeber, der enorm viel ins Spiel investierte, fielen neben dem kaum geprüften, allerdings doch zwei Glanztaten zeigenden Torhüter Sahin-Radlinger vor allem Kapitän Ernst auf der „6“ sowie Langer im Mittelfeld sehr positiv auf. Langer hatte sich zudem sportlich-fair nach einer Verletzungsunterbrechung für Nico Empen und nicht vom Unparteiischen aufgefordert auf einen langen Weg zum Flensburger Spieler gemacht, um sich für ein Vergehen zu entschuldigen (38.). Bei unserer Mannschaft konnten sich Torhüter Florian Kirschke, die Abwehrspieler Torge Paetow und Christian Jürgensen sowie Jannis Pläschke die besten Noten verdienen. 

Am kommenden Sonnabend (12.08.17, 13.30 Uhr) empfängt unsere Mannschaft im heimischen Manfred-Werner-Stadion den TSV Havelse. Gegen die Garbsener, immerhin ehemaliger Zweitligist (Saison 1990/91), gelang in bislang fünf Heimspielen gerade einmal ein Sieg, wobei dieser damals vor knapp zwei Jahren (20.09.15) mit 5:1 sehr überzeugend ausfiel. Havelse darf zu den Spitzenmannschaften der Liga gezählt werden. Damit ist die Schwere der Aufgabe, am dritten Spieltag den ersten Saisonsieg einzufahren, bereits angedeutet. 

Weiche: Kirschke – Paetow (V), Walter, Jürgensen (Kap.) – Thomsen, Hasanbegovic (88. Wulff) – Ebot-Etchi (70. F. Meyer), Pläschke (V), Sykora (V/81. J. Ostermann), Pastor Santos – Empen (V). 

Tore: keine. 

Zuschauer: 300, darunter ca. 15 Flensburger, im (neuen) 96-Das-Stadion des Nachwuchsleistungszentrums von Hannover 96, Clausewitzstraße. 

Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (SC Poppenbüttel/Hamburg), mit sehr guter Leistung, hatte lange Zeit keinerlei Mühe mit der fairen Partie, musste in der Schlussphase dann aber doch vermehrt Verwarnungen aussprechen, blieb jedoch jederzeit Herr der Lage.

Fiete Sykora scheitert mit dem Elfmeter an Hannovers Torhüter.