ETSV WEICHE FLENSBURG 1930 e.V.
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Unglückliche 0:2-Niederlage auf der Lohmühle

  Spielinfo

Sein letztes Auswärtsspiel dieser Regionalligasaison und zugleich sein letztes unter diesem Namen hat der ETSV Weiche Flensburg am Sonnabendnachmittag im Lübecker Stadion an der Lohmühle gegen den gastgebenden VfB in der Summe etwas unglücklich mit 0:2 (0:1) verloren. Zu allem Überfluss musste auch noch Fabian Arndt nach einem Zusammenstoß im Strafraum der Gastgeber verletzungsbedingt ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht werden. Gute Besserung, Fabi!

Den 1.165 Zuschauern, darunter nur etwa 20 aus Flensburg, wurde ein durchaus unterhaltsames Spiel geboten. Unsere Mannschaft zeigte nach durchwachsener erster Halbzeit eine bessere zweite und hätte den möglichen Ausgleich wohl verdient gehabt. Stattdessen siegten die Gastgeber, weil sie ihre wenigen klaren Chancen besser nutzen konnten. Der VfB wird damit so langsam zum „Problemfall“ für Weiche. Nach der Pokalendspielniederlage an gleicher Stelle vor gut einem Jahr (1:2) und der 0:2-Hinspielniederlage in Flensburg war es die dritte Pleite in diesem Landesderby in Folge. Kein Punkt, kein Tor – so die traurige Flensburger Bilanz in der zu Ende gehenden Saison gegen den Tabellendritten.

Trainer Daniel Jurgeleit stellte im Vergleich zur Vorwoche (1:0 gegen den FC St. Pauli II) die Startelf immerhin auf vier Positionen um. Für den erkrankten Stammtorhüter Florian Kirschke, der damit erstmals fehlte, den verletzten Patrick Thomsen sowie Fiete Sykora und Tayfun Can (beide Bank) begannen Saisondebütant Raphael Straub, Thiago Schmidel de Freitas, Jannik Drews und René Guder. Erstmals im Kader seit der 0:3-Niederlage in Meppen vom zweiten Spieltag vor neun Monaten tauchte erfreulicherweise Florian Meyer auf. Auch Kevin Schulz war nach einer Verletzungspause erstmals wieder im Aufgebot.

Nach jeder Menge feierlicher Verabschiedungen von wechselnden Lübecker Akteuren – darunter auch des Ex-Flensburgers Marcello Meyer – ging es im zweitligatauglichen Stadion an der Lohmühle endlich los. Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Doch ETSV-Torhüter Raphael Straub wurde bei einer flachen Maletzki-Eingabe durch Sirmaris unfair behindert (4.), dann zählte der Treffer von Richter nach zuvor angezeigter Abseitsposition nicht (9.). So hätten eigentlich die Gäste in Führung gehen müssen. Nach einer ersten flüssigen Kombination über Thiago Schmidel de Freitas, der René Guder in die Spur schickte, dessen Flanke Fabian Arndt per Kopf erwischte, war VfB-Torhüter Toboll noch zur Stelle (10.), doch wenig später schien er von René Guder nach einem feinen Zuspiel von Fabian Arndt in die Tiefe bereits überlaufen, als der Weiche-Stürmer vor dem Torabschluss stürzte: Eine Riesenchance war vertan; der Strafstoßpfiff ertönte hier offenbar zu Recht nicht (12.).

So passierte es in der abwechslungsreichen Startphase doch auf der Gegenseite. Maletzki – der gerade in der ersten halben Stunde auffälligste Lübecker – hatte sich auf Linksaußen durchgesetzt, den Ball scharf nach innen gebracht, wo Richter am kurzen Eck zunächst verpasste, aber am langen konnte Sirmais die Kugel zur Lübecker 1:0-Führung über die Linie drücken (15.).

Unsere Mannschaft wurde in der Folge etwas strukturierter, hatte einige kleinere Möglichkeiten. Nach einem Fehlpass von Meyer an der Mittellinie konnte René Guder gegen Wehrendt ins 1:1-Laufduell gehen, kam aber am VfB-Kapitän letztlich doch nicht vorbei (19.), dann schoß Fabian Arndt nach einem Eckball von René Guder aus der zweiten Reihe, Jannik Drews hielt die Stiefelspitze hin, der Ball verfehlte den Kasten knapp (22.). Der direkt getretene Freistoß von Jonas Walter bereitete VfB-Schlussmann Toboll keine Probleme (26.), der Distanzschuss von Thiago Schmidel de Freitas ging am Kasten vorbei (36.). Vielversprechender war da die Möglichkeit von René Guder, der aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf, nachdem Thiago Schmidel de Freitas sehr schön Jannis Drews in die Tiefe geschickt und dieser auf den langen Pfosten gepasst hatte (31.). Und als Jannik Drews nach kurz ausgeführtem Eckstoß abschloss, aber Toboll mit starker Parade zur Stelle war, forderten beide Akteure den Szenenapplaus des Publikums heraus (45.).

Auf der Gegenseite musste Weiche vor dem Seitenwechsel nur noch einmal durchatmen, als Jannis Pläschke den Schuss von Maletzki im letzten Moment zum Eckball blockte (34.). Insgesamt aber war die Pausenführung der Gastgeber durchaus verdient, wenn auch unsere Mannschaft mehr Möglichkeiten hatte.

In der zweiten Halbzeit drängte der Gast nachhaltiger auf den Ausgleich, doch die Letztüberzeugung zum erfolgreichen Torabschluss fehlte und die Zahl der Chancen nahm sogar eher ab. Zunächst machten aber die Grün-Weißen den Auftakt. Nach Flanke von Sirmais zog Noel sehenswert ab; die Kugel verfehlte das Ziel nur knapp (50.). Es folgten unangenehme Minuten für die Weiche-Fans, als Fabian Arndt im Strafraum schwer – und wohl auch strafstoßreif – getroffen wurde und vier Minuten lang auf dem Platz behandelt werden musste, ehe er ins Krankenhaus gefahren wurde (51.). Zuvor schien bereits ein Strafstoßpfiff nach einer Luftattacke gegen Christian Jürgensen gerechtfertigt (40.).

Weiche fing sich und drückte, aber die Qualität der Chancen hielt sich in Grenzen. Der Distanzschuss des stärker werdenden Jannis Pläschke wurde per Kopf noch zum Eckstoß abgefälscht (68.), die Flanke des eingewechselten Ilidio Pastor Santos köpfte der ebenfalls inzwischen ins Spiel gebrachte Fiete Sykora über den Kasten (79.). Als sich Jannis Pläschke auf Rechtsaußen durchtankte, scheiterte er aus spitzem Winkel (86.), und schließlich bekamen auch Christian Jürgensen und Nedim Hasanbegovic im Duett die Kugel nicht über die Linie gewürgt (90.+3). Zu jenem Zeitpunkt war aber die Entscheidung bereits gefallen, weil Lübeck bei einem schnellen Gegenzug auf 2:0 erhöht hatte (80.). Ebot-Etchi hatte Noel geschickt, der auf den langen Pfosten abzog. Die Kugel hätte wohl auch so die Linie überquert, Richter drückte sie zur Sicherheit endgültig in das Netz. Kurz zuvor hatte Noel allein vor Raphael Straub zulange mit dem Abschluss gezögert und so eine sehr gute Gelegenheit des VfB ausgelassen (75.).

So verlor der ETSV in der Summe etwas unglücklich, denn über 90 Minuten gesehen hatte unsere Mannschaft mindestens genauso viele Spielanteile und wohl ein Plus an Torchancen. Auf Flensburger Seite verdienten sich Nedim Hasanbegovic, Jonas Walter und der leider früh verletzt ausscheidende Fabian Arndt die besten Noten. Auch Thiago Schmidel de Freitas mit guten ersten 55 Minuten sowie Jannis Pläschke mit auffallender Steigerung in der Schlussphase konnten überzeugen. Beim Gastgeber fielen vor allem Maletzki mit sehr starker Vorpausenleistung sowie Sirmais und Ebot-Etchi positiv auf.

Zum letzten Spieltag dieser Saison und zum letzten Pflichtspiel unter dem Namen des ETSV Weiche Flensburg erwartet unsere Mannschaft am kommenden Sonnabend (20.04.17, 13 Uhr) die Spielvereinigung Drochtersen/Assel. Die Niedersachsen werden dann zum zweiten Mal Gast im Manfred-Werner-Stadion sein. Angesichts der beiden schmerzhaften Niederlagen, die der ETSV Ende 2015 (1:3) und Ende 2016 (1:2) in Drochtersen kassiert hat, könnte die Hauptmotivation für das tabellarisch eigentlich bedeutungslose Saisonfinale nun darin liegen, sich keinen D/A-Komplex anzueignen.

Weiche: Straub – Kroiß (V), Walter, Jürgensen (V) – Hasanbegovic, Thiago Schmidel de Freitas (67. Sykora) – Pläschke, Arndt (55. Can), Böhnke – Drews (77. Ilidio), Guder (V).

Tore: 1:0 Sirmais (15.), 2:0 Richter (80.).

Zuschauer: 1.165 im Stadion an der Lohmühle, Lübeck.

Schiedsrichter: Christian Meermann (Vechta)), amtierte nicht wirklich mit klarer Linie bei Zweikampfbewertungen und war bei einigen strittigen Situationen Weiche zumindest nicht besonders wohl gesonnen.

 

Die Trainerstimmen:

Unser Trainer Daniel Jurgeleit meinte nach der Partie nach den Glückwünschen an den Sieger, dass nur ein, zwei kleine Dinge den Ausschlag für die Niederlage in einem Spiel gegeben hätten, in dem jene Mannschaft verlor, die mehr Chancen gehabt habe. „Vor dem 0:1 hätten wir in Führung gehen müssen“, meinte der Übungsleiter, „dann wäre die Partie anders gelaufen.“ Zudem hätte es auch in einigen Szenen Elfmeter geben können. Während die Mannschaft in der ersten Halbzeit in der Summe etwas zu verhalten agiert habe, sei die zweite Halbzeit in Ordnung gewesen. Insgesamt habe aber die letzte Konsequenz und Spannung gefehlt.

VfB-Trainer Rolf Martin Landerl sah „naturgemäß“ einige Dinge anders. Es sei ein passables Spiel gewesen, bei dem es wichtig gewesen sei, sich als Einheit zu präsentieren. Der gute Grundcharakter seiner Mannschaft sei erkennbar gewesen. Der Sieg würde „mit grün-weißer Brille“ schon in Ordnung gehen.

Fabian Arndt musste verletzt ausgewechselt werden.