ETSV WEICHE FLENSBURG 1930 e.V.
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Ende einer Serie in Egestorf

  Spielinfo

Die Serie ist beendet. Am 31. Spieltag der Regionalliga Nord hat der 1. FC Germania Egestorf/Langreder dem ETSV Weiche Flensburg die erste Niederlage im Jahr 2017 und die erste nach 13 ungeschlagenen Spielen beigebracht. Der Aufsteiger aus Niedersachsen bestätigte mit dem verdienten 3:1-Heimsieg gegen unsere Mannschaft seine zuletzt gezeigten starken Leistungen, machte einen riesigen Schritt in Richtung Klassenerhalt und sprang auf den elften Platz der Tabelle. Vor 250 Zuschauern im sonnigen, aber auch sehr windigen Stadion an der Ammerke gelang es Weiche nicht, die etwas glückliche 1:0-Führung erfolgreich zu verteidigen und damit vorzeitig die Vizemeisterschaft unter Dach und Fach zu bringen. Die Heimischen machten spielerische Nachteile mehr als wett, weil sie galliger wirkten und den Flensburger Schlendrian zu Recht bestraften. Allzu tragisch nahmen die Gäste diese Niederlage allerdings nicht. Kapitän Christian Jürgensen warb bei den etwa 15 Fans, die es mit den Flensburgern hielten, um Verständnis. Am Ende einer langen Saison und bei fast erreichtem Ziel sei so ein Spiel auch mal zu verzeihen.

Mit Patrick Thomsen und Fabian Arndt fielen diesmal gleich zwei Spieler gelb-gesperrt aus. Außerdem verzichtete Trainer Daniel Jurgeleit u. a. auf Kevin Schulz sowie die am Vortage in der U23 eingesetzten Thiago Schmiedel de Freitas, Jannik Drews und Tim Wulff. Für Patrick Thomsen, Fabian Arndt und Tayfun Can rückten Angelos Argyris, Jannick Ostermann und Jannis Pläschke in die Startelf. Auf der Auswechselbank wurde es übersichtlich, nahmen dort doch neben Ersatztorhüter Raphael Straub nur noch drei Feldspieler (Benjamin Safo-Mensah, Marc Böhnke, Tayfun Can) Platz.

Weiche versuchte von Beginn an, mit viel Ballbesitz geduldig das eigene Spiel aufzubauen. Das führte zu einer optischen Überlegenheit, die aber trügerisch war. Bei Egestorf hingegen ging es viel schneller gleich in die Spitze, wo die bereits am Beginn auffälligen Beismann, Weydandt – ein Sturmtank vom Typ Tim Wulff – und Schumacher den langen Bällen nachgingen. Diese Art Fußball mag für Ästheten nicht besonders schön sein, aber sie war speziell in der Anfangsphase durchaus wirkungsvoll, denn zu Chancen kam zunächst nur die Germania. Bei einem ersten Aufreger war Torhüter Florian Kirschke rechtzeitig aus dem Tor geeilt, um die Abschlusschance für Behnsen zu minimieren (4.). Dann traf Weydandt aus drei Metern nur den rechten Pfosten, als er nach einem Fehlpass von Leon Pascal Kroiß von der linken Seite von Schumacher bedient wurde (14.). Schließlich parierte Florian Kirschke den Kopfball von Weydandt nach Eckstoß (17.), bevor der Weiche-Schlussmann seine eigene Schläfrigkeit gegen Beismann gleich wieder selbst gutmachen konnte (21.). Und noch einmal war es Weydandt, der einem langen Ball nachging und aus spitzem Winkel von links abzog; Florian Kirschke packte am Boden sicher zu (24.).

Und Weiche? Eine erste zarte Torchance hatte René Guder, der wieder allein in der vordersten Spitze agierte, doch beim langen Ball von Jonas Walter war Torhüter Straten-Wolf zur Stelle (23.). Noch einmal sorgte René Guder bei den heimischen Besuchern für tiefes Durchatmen, als er nach einem schönen Zuspiel von Fiete Sykora die Kugel am Torhüter, aber auch am Kasten vorbeibrachte (38.). Unsere Mannschaft wirkte mit Windunterstützung erst gegen Ende der ersten Halbzeit etwas zwingender, zumal Germania in den letzten 20 Minuten vor der Pause keine Abschlüsse mehr verzeichnen konnte.

Das änderte sich gleich zu Beginn der zweiten 45 Minuten, als Weydandt zweimal auf sich aufmerksam machte. Erst traf er nach Flanke von Beismann – abgefälscht – nur das Außennetz (50.), dann parierte Florian Kirschke seinen Kopfball nach dem folgenden Eckstoß, den wieder Schumacher getreten hatte (51.).

Umso überraschender kam die Flensburger Führung. Ilidio Pastor Santos hatte einen Einwurf weit in den Strafraum geworfen, irgendwie kam der Ball zu dem auf der anderen Seite postierten Christian Jürgensen durch, und der Kapitän konnte am zweiten Pfosten aus spitzem Winkel die Kugel ins Netz wuseln (52.). Jannis Pläschke hätte gleich nachlegen können, doch sein Abschluss vom Strafraumeck verfehlte das Ziel (55.). Auch Angelos Argyris hätte nach Balleroberung und Pass auf René Guder dessen anschließende Eingabe beinahe im Kasten untergebracht (64.). Doch zu jenem Zeitpunkt hatte sich der Gastgeber vom Schock des Rückstandes bereits wieder gefangen. Nachdem Baßler bei einem ersten Versuch aus der Distanz noch den Kasten verfehlt hatte (59.), traf er fünf Minuten später nach einem zu kurz abgewehrten weiten Einwurf aus etwa 18 Metern flach zum hochverdienten 1:1-Ausgleich (64.).

Die Egestorfer wurden nun immer zielstrebiger. Nedim Hasanbegovic konnte bei einem weiteren Kopfball noch auf der Linie klären (68.). Aber wenig später brachte ein weiter Ball von Baßler Jonas Walter in Schwierigkeiten, Florian Kirschke zögerte mit dem Herauskommen, Weydandt bedankte und belohnte sich, indem er zur 2:1-Führung einschoss (74.). Und dieser Weydandt hatte gleich noch eine dicke Möglichkeit nach einem Eckball, aber Florian Kirschke parierte glänzend (82.).

Unsere Mannschaft, jetzt mit den eingewechselten Marc Böhnke und Tayfun Can, spielte gegen einen aggressiven Gegner, den Wind und das drohende Ende der Serie an, doch außer einer Schussmöglichkeit für Christian Jürgensen, die erst kurz vor der Torlinie bereinigt wurde (90.+1), gelang ihr nichts mehr Nennenswertes. Stattdessen kamen die Gastgeber noch zum dritten Treffer. Wieder war es Weydandt, der sich gegen Jonas Walter im Eins-gegen-Eins behauptete, mit seinem Abschluss Florian Kirschke keine Chance ließ (90.+2) und sich so mit seinem zweiten Treffer als bester Akteur auf dem Platz für sein sehr engagiertes Spiel belohnte.

Neben Weydandt waren Baßler im defensiven Mittelfeld und Schumacher auf Linksaußen die auffälligsten Spieler des Gastgebers. Bei Weiche konnten sich Christian Jürgensen und – mit Abstrichen – Ilidio Pastor Santos die besten Noten verdienen.

Mit dem vorletzten Heimspiel dieser Saison geht es bereits am kommenden Freitag (05.05.17, 18.45 Uhr) weiter. Dann empfängt unser ETSV im Manfred-Werner-Stadion an der Bredstedter Straße die U23 des FC St. Pauli. Schon beim torlosen Remis im Hinspiel zeigte sich, dass die Kiezkicker ein unbequemer Kontrahent sein können. Dennoch: Mit einem Dreier gilt es, die Vizemeisterschaft nun festzumachen.

Weiche: Kirschke – Kroiß, Walter, Jürgensen (Kap.) – Argyris, J. Ostermann – Ilidio, Hasanbegovic (77. Can), Pläschke (73. Böhnke) – Sykora – Guder.

Tore: 0:1 Jürgensen (52.), 1:1 Baßler (64.), 2:1 Weydandt (74.), 3:1 Weydandt (90.+2.).

Zuschauer: 250, darunter ca. 15 Flensburger, in der Joyetech-Arena an der Ammerke, Barsinghausen-Egestorf.

Schiedsrichter: Murat Yilmaz (Hamburg), ohne jede Probleme, sehr souveräner Auftritt.

Traf in Egestorf zur 1:0 Führung. Christian Jürgensen