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Weiche: Jubel über spätes Siegtor

  Spielinfo

Der ETSV Weiche Flensburg hat am völlig verregneten Sonntagnachmittag das Auswärtsspiel beim Aufsteiger U. S. I. Lupo Martini Wolfsburg knapp mit 2:1 (0:0) gewonnen und damit den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga Nord behauptet. Vor rund 200 Zuschauern im „Lupo Stadio“ fiel der Sieg zwar – gemessen an den Spiel- und Chancenverhältnissen – verdient, letztlich aber aufgrund des sehr späten Zustandekommens auch äußerst glücklich aus. Die ehrgeizigen Gastgeber wähnten schon, den einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf in Sack und Tüten zu haben, denn auch die angezeigte Nachspielzeit von zwei Minuten war bereits abgelaufen, als Fiete Sykora die Gäste ins Glück köpfte. Weiche blieb damit zum siebenten Mal in Folge unbesiegt, während die tapferen Wolfsburger mit ihrem Schicksal haderten. So oder so ist letztlich beiden Mannschaften ein Kompliment zu machen, denn sie nahmen die schwierigen Bedingungen mit einem völlig aufgeweichten Rasen klaglos an und lieferten sich dann ein hart umkämpftes, insgesamt aber faires Duell.

Dabei hatte Lupo Martini alles versucht, nach vier Auswärtsspielen in Folge – den letzten Auftritt vor eigenem Publikum gab es am 4. Dezember (0:1 gegen Norderstedt) – endlich den Heimauftakt in das Frühjahr 2017 vollziehen zu können. Erst gut 35 Minuten vor Spielbeginn war nach dauerhaften Platzbegehungen endlich klar, dass die Partie auch wirklich angepfiffen werden konnte. Der Regen hatte das Geläuf stark aufgeweicht. Bis kurz vor dem Anpfiff und selbst zur Halbzeit versuchten die Gastgeber, mit Sand das Wasser an mehreren Stellen zu binden. Und schließlich sollte auch eines verstorbenen Lupo-Mitglieds mit einer Schweigeminute vor dem Anpfiff und dem Trauerflor an den Armen der hellblau-gekleideten Wolfsburger gedacht werden. Zu den Besonderheiten des Spiels gehörte auch, dass Referee Benen die erste Halbzeit bereits nach 35 Minuten beenden wollte, dann aber von einem Assistenten auf seinen Irrtum hingewiesen wurde. Es war im Übrigen das erste Regionalligaspiel des ETSV, das live im Internet (auf www.fussball.de) übertragen wurde.

Trainer Daniel Jurgeleit hatte durch die Rückkehr von drei zuletzt gesperrten Akteuren die Qual der Wahl. Doch von diesen Stammspielern rückte lediglich Nedim Hasanbegovic gleich wieder in die Startelf, während sich Christian Jürgensen und auch René Guder zunächst auf der Bank gedulden mussten. Dafür durfte Fabian Arndt nach starker Leistung zuletzt nach seiner Einwechslung gegen Hannover 96 II (1:0) diesmal von Beginn an ran. Für Nedim Hasanbegovic und Fabian Arndt mussten Tim Wulff (Bank) und Jannik Drews (nicht im Kader) Platz machen. Bei den italienischen Wolfsburgern fehlte hingegen mit Rizzo (12 Saisontore) erstmals in dieser Saison der erfolgreichste Torjäger.

Unsere Mannschaft hatte den besseren Start in die Partie. Nach Vorarbeit von Marc Böhnke schloss Patrick Thomsen von der Strafraumkante in zentraler Position ab, doch Torhüter Sauss parierte die Direktabnahme wie auch den Nachschuss (5.). Danach rutschte ein abgefälschter direkter Freistoß von Jonas Walter vom Strafraumeck nur knapp am kurzen Pfosten vorbei (17.), und den Kopfball von Fiete Sykora nach schöner Flanke von Ilidio Pastor Santos hielt Sauss wiederum ohne Probleme (20.). Doch nach gut 30 Minuten kamen die Gastgeber besser in die Partie. Sie glichen die spielerischen Vorteile des ETSV zunehmend aus und kamen selbst auch mal in die Nähe des Weicher Tores. Es dauerte aber bis zur 38. Minute, als Lupo durch Henze nach dem ersten Eckball auch zum ersten Torabschluss kam, wobei die Kugel deutlich das Ziel verfehlte. Zuvor gab es bei zwei steilen Zuspielen auf Bremer erstmals einen Hauch von Lupo-Torgefahr (30., 37.). Die beiden besten Torgelegenheiten für den italienischen Gastarbeiterverein gab es dann kurz vor der Pause. Erst ließ Florian Kirschke einen Eckball von Bremer fallen, doch kein Wolfsburger war wenige Zentimeter vor der Torlinie zur Stelle, dann kam der aufgerückte Abwehrspieler Eilbrecht wieder nach einem Eckstoß von Bremer zum Kopfball, den aber Florian Kirschke sicher entschärfte. Der torlose Halbzeitstand konnte insgesamt wenig überraschen und war auch leistungsgerecht.

Gleich mit Beginn der zweiten 45 Minuten zog unsere Mannschaft das Tempo an. Wieder hatte Weiche den besseren Start in die Halbzeit. Eine gefährliche Eingabe von Marc Böhnke fand im Zentrum aber keinen Abnehmer (47.), dann hielt Fabian Arndt aus 20 Metern Entfernung einfach drauf, doch Torhüter Sauss parierte (50.). Und schließlich wurde Fabian Arndt, der im Duett mit Ilidio Pastor Santos auf halbrechts wirbelte, im 16-Meter-Raum von Masur ungeschickt zu Fall gebracht (58.). Den berechtigten Strafstoß verwandelte Fiete Sykora halbhoch in die linke Ecke zum 0:1, wobei Torhüter Sauss noch mit den Fingerspitzen an der Kugel war (59.).

Damit war Weiche im Vorteil, doch eine Unachtsamkeit im Deckungszentrum kostete beinahe schon im Gegenzug die Führung. Nach einem langen Ball von halblinks in den Strafraum und Verlängerung in die Mitte stand Stucki goldrichtig, und er drückte die Kugel zum zu jenem Zeitpunkt durchaus überraschenden Ausgleich über die Linie (62.).

In den letzten 20 Minuten drückte unsere Elf immer mehr, während sich Lupo mit allen Kräften wehrte und darüber hinaus versuchte, über Stucki den entscheidenden Konter zu setzen. Die besseren Möglichkeiten hatte weiterhin unsere Elf. Torhüter Sauss parierte aber den nächsten Kopfball von Fiete Sykora nach Flanke von Ilidio Pastor Santos (73.), dann verpasste Kevin Schulz die gefährliche Eingabe des inzwischen eingewechselten René Guder nur knapp (75.). Nochmals verpasste Kevin Schulz die erneute Führung, als er nach feinem Zuspiel von Patrick Thomsen die Kugel im Strafraum nicht unter Kontrolle bekam (81.). Schließlich brachten auch zwei weitere Freistöße von Jonas Walter – den ersten verlängerte Nedim Hasanbegovic per Kopf, wurde aber wieder vom aufmerksamen Sauss entschärft (83.), der zweite landete am Pfosten, wurde dann aber wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen (89.) – keinen Erfolg. Auf der Gegenseite war einzig der mächtige Abschluss aus vollem Lauf aus 22 Metern von Brahim, der nur knapp das Weiche-Tor verfehlte, notierenswert (77.). Und als Marc Böhnke einen „zweiten Ball“ relativ unbedrängt von der Strafraumkante weit über den Kasten gehämmert hatte (90.), schien die Punkteteilung bereits besiegelt. Doch nach Ablauf der zwei angezeigten Minuten Nachspielzeit lief noch ein weiterer Weiche-Angriff über die starke rechte Seite, die punktgenaue Flanke von René Guder wurde lang und länger, aber sie fand beinahe an der Torauslinie Fiete Sykora, der die Kugel aus spitzem Winkel unter dem Jubel der rund zehn Flensburger Fans zum 2:1-Siegtreffer ins Netz köpfen konnte (90.+3). Lupo indes haderte mit sich, dem späten Gegentreffer und der Tatsache, dass bei jenem Schlussdrama ein Wolfsburger Spieler verletzt im Mittelkreis gelegen und man auf eine Spielunterbrechung gehofft hatte.

Während bei den Gastgebern der laufstarke Kapitän Henze, der sichere Torhüter Sauss sowie Standardspezialist Bremer am meisten auffielen, konnten sich bei Weiche Doppeltorschütze Fiete Sykora und Antreiber Nedim Hasangebovic die besten Noten verdienen. Weiche verdiente sich den späten und schwer erkämpften Sieg durch den unbedingten Willen, diese Partie für sich entscheiden zu wollen.

Am kommenden Sonntag, 26.03.2017 (14 Uhr), empfängt unser ETSV an der Bredstedter Straße die zweite Mannschaft von Eintracht Braunschweig. Damit trifft Weiche erneut auf einen Abstiegskandidaten, der die Punkte sicherlich nicht ohne Gegenwehr in Weiche abgeben wird. Die Eintracht-Zweite hatte zuletzt immer wieder für respektable Ergebnisse gesorgt. So oder so – unser ETSV Weiche in der derzeitigen Verfassung verdient auf jeden Fall ein größeres Heimpublikum als zuletzt.

Weiche: Kirschke – Kroiß (V), Walter, Argyris – Hasanbegovic, Thomsen (V) – Ilidio, K. Schulz (84. Pläschke), Sykora, Böhnke (Kap.) – Arndt (66. Guder/V).

Tore: 0:1 Sykora (59., Strafstoß), 1:1 Stucki (62.), 1:2 Sykora (90.+3).

Zuschauer: 200 im Lupo-Stadio, Alt-Wolfsburg.

Schiedsrichter: Lukas Benen (Nordhorn), mit insgesamt guter Leistung, obgleich es bei den Bodenverhältnissen zahlreiche Zweikampfsituationen gab; lag auch beim Strafstoß (Masur an Arndt) richtig.